/ Wort zum Tag

Jesaja 53,4

Bibelvers

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.

Jesaja 53,4

„Errare humanum est.“ „Irren ist menschlich.“ Gerne zitieren viele dieses Wort, wenn sie Falsches gesagt oder getan haben. Weil wir nicht allwissend sind, ist Irren in der Tat menschlich. D. h. es wird uns immer wieder unterlaufen, dass wir irgendwie falsch gelegen haben. Eine ähnliche Situation schildert unsere heutige Losung: „Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.“

Irren ist menschlich. Im Rückblick entsteht eine neue Perspektive. - Aber zunächst glaubte das Volk Gottes noch, dass jene geheimnisvolle Persönlichkeit, Knecht Gottes genannt, schon zu Recht leiden müsse. Gott war doch gerecht! Und wer litt, musste zwangsläufig zuvor schuldig geworden sein. Eine einfache Logik: Dem Guten ging es gut, dem Schlechten schlecht. Und Gott sorgte als himmlischer Polizist dafür, dass jeder Mensch in die richtige Kategorie eingeordnet würde. Göttlicher Zorn münzte sich um in menschliches Leid.

Irren ist menschlich! Sie hielten den Falschen für einen von Gott Verurteilten und waren es doch selbst. Später erst wurde ihnen bewusst, wie sehr sie irrten. In jenem Knecht Gottes, das glaube ich als Christ, ist kein anderer als Jesus Christus abgebildet. Von ihm heißt es im Lehrtext „in ihm - Jesus - ist keine Sünde“. Umfassender kann der Unterschied zu uns Menschen nicht sein. Dort der Sündlose, hier die Sünder. Erst später fiel es dem Volk Gottes wie Schuppen von den Augen: Das Leiden Jesu muss einen anderen Grund haben als eigene Schuld. Nur welchen? Die richtige Antwort lautet: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.“

Irren ist menschlich. Heilen ist göttlich. Mit Jesus beschreitet Gott einen neuen Weg. Es ist der Weg unseres Heils. Jesus wird stellvertretend für uns geplagt, geschlagen und gepeinigt. Er erleidet, was uns zukäme. Seine Krankheit ist in Wirklichkeit unsere Krankheit. Seine Schmerzen kämen uns zu. - Unsere Schuld wird durch Jesus beglichen. – Nun gilt: Wer seine Schuld bereut und auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi vertraut, kann der Vergebung Jesu gewiss sein. An anderer Stelle wird dafür ein Bild gebraucht: Der Schuldbrief ist zerrissen. - Es ist so ganz anders als bei Schuldnerberater Peter Zwegat. Der Berliner Zwegat hilft einzelnen Menschen, die finanziell total überschuldet sind. Sein Weg: Mach mit, minimiere deine Ausgaben, hol' andere ins Boot, teile die Schulden, sei aktiv. – Jesu Weg: Er stirbt für uns. Stellvertretend. Er übernimmt, was uns von Gott trennt. „Er lädt auf sich unsere Schmerzen.“ Unsere Beziehung zu Gott kann wieder gesund werden. Was belastet, kann weichen. Was von Gott fern hält, wird weggenommen. Am Kreuz tilgt Jesus unsere Schuld.

Und was bedeutet, dass Jesus unsere Krankheit trägt? Als Erkrankte dürfen wir um Genesung bitten. Einigen wird sie gegeben. Keine Krankheit ist für Jesus unheilbar. - Und was ist mit denen, die erkrankt bleiben? Sie können auf die Schmerzen Jesu am Kreuz schauen. Und ihnen soll bewusst sein, dass ihre Krankheit nicht mit persönlicher Schuld im Zusammenhang steht. „Die Strafe liegt auf ihm, auf das wir Frieden hätten.“ Denn auch Jesus litt ohne alle persönliche Schuld. Heilt er nicht, gibt er häufig Tragkraft und Durchhaltevermögen in allem Leid. Und er gibt die Hoffnung auf sein Reich, in dem Schmerzen, Krankheit und Leid keinen Raum mehr haben werden. Er trug unsere Krankheit bedeutet auch: Er löst uns von Ichsucht und Ehrsucht und Geldsucht und den vielen anderen Krankheiten, die uns an uns selbst fesseln und von Gott fernhalten.

Weil Irren menschlich ist und Heilen göttlich, kann dieser Tag ein freundlicher Tag sein. Seit Jesus unsere Schmerzen auf sich lud und unsere Krankheit trug, können wir uns mit beidem ihm anvertrauen. Er wird helfen. Auf seine Weise. Und so, wie es gut für uns ist.
 

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