/ Wort zum Tag

5. Mose 18,14

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Die Völker hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; dir aber hat der HERR, dein Gott, so etwas verwehrt.

5. Mose 18,14

Urlaub in Südtirol. In der Nähe von Meran. Besuch in einem Andenkenladen. Unzählige Artikel gab es da zu kaufen, Gemälde, Gläser, Vasen, Erinnerungsstücke. Mein Blick fiel auf eine Statue. Sie hatte ein Schild um den Hals gehängt: „Buddha hilft dir“, so stand darauf zu lesen. Ich war ziemlich sprachlos. „Glauben Sie denn, was hier steht?“, so frage ich eine Verkäuferin. Jetzt ist sie sprachlos. Sie hat das offensichtlich gar nicht gelesen, und nicht mit dieser Frage gerechnet. Ein wenig stottert sie, dann aber sagt sie. „Na ja, vielleicht stimmt es ja.“ „Sind Sie denn abergläubisch, oder sind Sie Buddhist?“ möchte ich wissen. „Aber nein“, meint sie, „ich bin ein guter Christ“, wir leben schließlich in Südtirol. Das Gespräch könnte interessant weitergehen, aber ein neuer Kunde kommt und wir müssen abbrechen.

Szenenwechsel. Ich sitze vor dem Fernseher. „Wer wird Millionär?“ läuft gerade. Zehn neue Kandidaten werden vorgestellt, und sie winken mehr oder weniger verlegen. Zwei von ihnen halten beim Winken ein Maskottchen hoch. Manchmal schafft es einer dieser Kandidaten auf den Stuhl, und vielleicht fragt Günter Jauch nach dieser Puppe oder was immer es auch ist. „Das ist mein Glücksbringer“, sagt der Kandidat, und strahlt. „Den hat mir ein Freund geschenkt, ohne den gehe ich nicht mehr fort.“

Noch einmal Szenenwechsel. Ich darf in einem Auto mitfahren. Vor meiner Nase baumelt ein Maskottchen. Es stört mich erheblich beim Blick durch die Windschutzscheibe. „Warum hängt das denn da?“ wage ich zaghaft zu fragen. „Darf ich es abhängen, es stört mich doch sehr.“ Aber der Fahrer protestiert heftig. „Ich bin ja nicht abergläubisch“, sagt er, „aber das bewahrt mich vor einem Unfall - hoffentlich“, meint er noch.

So ist das also. Das fiel mir ein, als ich über das Wort für diesen Tag nachdachte. Es ist ein Wort aus dem 5. Mosebuch und lautet: „Die Heiden hören auf Zeichendeuter und Wahrsager. Die, die nicht glauben, hören auf Zeichendeuter und Wahrsager. Dir aber hat der Herr, dein Gott so etwas verwehrt. Euch sagt der Herr, euer Gott, auf anderem Wege, was ihr tun sollt.“

Das war also schon zur Zeit des Mose so, dass die Menschen in die Zukunft blicken wollten. Zeichendeuter, Wahrsager hatten Hochkonjunktur. Wie heute übrigens auch. Ich kann ja nicht das Internet einschalten, ohne dass mir eine geheimnisvolle Dame einen Blick in die Zukunft anbietet. Ich kann keine Illustrierte aufschlagen, ohne dass mich eine entsprechende Seite anspringt. Ohne Horoskop kein Geschäft, sagen die, die es wissen müssen. Und manchmal wäre es ja schon interessant, zu wissen, was die Zukunft so bringt.
So vieles ist ja ungewiss. Wir wird es sein im Alter? Wir wird es sein, wenn die Kräfte nachlassen? Werde ich ins Altenheim müssen? Werde ich noch einmal einen schönen Urlaub erleben?

Seit meine Gesundheit ziemlich brüchig ist, weiß ich nicht, ob solche Wünsche noch einmal in Erfüllung gehen oder Träume bleiben. Soll ich also das Horoskop lesen, damit ich weiß, was die Zukunft bringt, oder einer Wahrsagerin vertrauen?

Oder soll ich dem Wort Gottes vertrauen, das mir ja auch einen Blick in die Zukunft schenkt? Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, so lese ich z.B. Das ist ja ein großartiger Blick auf das, was auf mich zukommt. Du, mein Gott, bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, so kann ich hören. Ein Tisch im Angesicht der Ungewissheit. Ein Tisch im Angesicht der Schwachheit. Ein Tisch in allen Sorgen. Und auch in allen Hoffnungen. Er führet mich auf rechter Straße, das ist mein Blick in die Zukunft. Das möchte ich immer wieder neu glauben und daran festhalten. Kein Horoskop kann da konkurrieren. Kein Maskottchen kann da besser trösten. Kein Aberglaube kann mich mehr beruhigen als dieses Wissen: Jesus Christus ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Mir wird nichts mangeln. Welch ein Wort. Welch ein Blick in die Zukunft. Welch eine Perspektive. Meine Sehnsucht nach einem erlebnisreichen Urlaub ist damit nicht vergangen, aber ich weiß: Mir wird nichts mangeln. Damit kann ich leben.
 


Kommentare

Von marijke am .

danke für dieses gute wort. dass wir vertrauen können, ist so wertvoll. auch die bezugnahme auf den heute mehr denn je vorhandenen aberglauben mit seinen abgöttern um uns herum. oft komme ich mir vor wie in der antike. viel fehlt nicht mehr und die menschen bewegen sich geistlich im ersten jahrhundert.

Von Gudrun am .

Diese Wegweisung ist hilfreich, entlastend, zeitgewinnend, stressvermindernd, Geld sparend und Odyssee vermeidend. Wie wertvoll ist Gottes Wort! Wie gelassen kann ich sein! Ein richtiges Geschenk, so ein Wort, Danke!


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren