/ Wort zum Tag

Psalm 116,12

Bibelvers

Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?

Psalm 116,12

Das muss hart an der Grenze gewesen sein. Eigentlich hoffnungslos. Von großer Todesnot berichtet der Schreiber des Psalms. Er fühlte sich schon mehr tot als lebendig. Es hatte nicht viel gefehlt und es wäre aus gewesen mit dem Leben. Andere Menschen haben ihn da hinein gebracht. Vielleicht waren es sogar Freunde, denen er vertraute. Doch sie hatten eine gefährliche Situation total unterschätzt. Und plötzlich waren sie nicht mehr Herr der Lage. Um ihr eigenes Leben zu retten, hatten sie ihn im Stich gelassen. In Todesgefahr ist sich oft jeder selbst der Nächste.
Oder es waren Feinde, die ihn bedrohten. Weil Krieg war. Er wollte vor ihnen fliehen. Dabei stolperte er, fiel zu Boden. Sein Gegner raste auf ihn zu, mit gezogener Waffe. Da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Denken und noch weniger, um was zu tun. Seinem Feind wehrlos zu Füßen zu liegen, da ist man eigentlich schon tot. Da hilft nur noch – beten. Ja, beten! Gott kann schneller eingreifen als das Licht sich bewegt. Und Gott hat eingegriffen. Wie? Das ist zweitrangig. Dass er eingegriffen hat, allein das zählt. Gott hat unendlich viele Möglichkeiten um einzugreifen, um zu helfen.

„Du hast meine Seele vom Tod errettet!“, sagt der Psalmschreiber zu Gott. Und selbst als einige Zeit vergangen ist, der Schock vorbei ist, alles sich wieder normalisiert hat – er bleibt dabei: Gott hat ihn gerettet! Für ihn war es kein Zufall, nicht nur ein glückliches Schicksal. Er hatte zu Gott geschrien, und Gott hat ihm geholfen. Das hat sich bei ihm festgesetzt. Das sagt er jedem, der ihm zur glücklichen Rettung gratuliert. Und beim Nachdenken über diese Hilfe, fällt ihm plötzlich noch mehr ein. Nicht nur hier hat Gott geholfen. Sein ganzes Leben ist geprägt von Gottes Hilfe. Darüber staunt er. Darüber freut er sich. Das lässt ihn sagen: „Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?“ Es gehört schon ein bewusstes Nachdenken dazu, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Alles, was ich Angenehmes und Schönes erlebt habe und noch erleben werde, das gibt mir Gott! Das Gute im Leben ist Gottes aktives Handeln an mir. Schreiben Sie doch einmal alles Schöne aus Ihrem Leben auf. Denken Sie intensiv darüber nach. Fangen Sie bei Ihrer Kinderzeit an. Sollten Sie viel Böses erlebt haben – es gab auch Gutes darunter, sonst würden Sie heute nicht mehr leben können. Und das Gute schreiben Sie sich bitte auf. Und dann fragen Sie sich, ob es selbstverständlich ist, Gutes zu erfahren, ob wir Menschen darauf ein Recht haben. Wenn aber die guten Dinge im Leben doch von einem großartigen Geber kommen, von Gott? Wie gehen Sie damit um? Wie reagieren Sie dann auf Gott?

Der Psalmschreiber lässt sich in seine Seele blicken. Gott ist ihm ganz nah, ganz persönlich. Er vertraut ihm von ganzem Herzen. So erlebt er mit Gott sein Leben. Dabei stellt er fest, was er von Gott alles bekommen hat, macht ihn reich, füllt sein Leben aus. Es macht ihn so reich, dass er das Gott unmöglich zurückzahlen kann. Das muss er auch nicht. Er ist der Beschenkte. Gott ist der Schenkende. Gott gefällt das so. Was er Gott trotzdem Gutes tun könnte? Nichts besseres, als bei ihm bleiben und sich weiter von Gottes Güte froh machen lassen. Nicht immer geht alles gut aus. Manchmal scheint Gott nicht eingreifen zu wollen, so wie ich mir das vorstelle. Aber dafür ist er ja Gott. Er kennt meine Zukunft. Er weiß, was mir gut tut. Er weiß auch, was nicht! Wer Gottes Güte rückblickend in seinem Leben entdeckt hat, der vertraut ihm ungefragt auch seine Zukunft an. Dass Sie das tun können, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!
 

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