/ Wort zum Tag

Hiob 37,5

Bibelvers

Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen.

Hiob 37,5

Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11,1

Kennen Sie Hiob? Ein großer Mann aus dem Alten Testament. Ihm und seiner Geschichte ist ein langes Buch gewidmet. Dabei handelt es gar nicht soviel von dem, was mit ihm geschieht. Vor allem geht es um Erklärungen, warum all das passiert ist, was sich im Leben dieses Hiob ereignet hat. Zu Beginn wird erzählt, dass es ein Gespräch zwischen Gott und dem Satan gibt, ob ein Mensch am Glauben festhält, wenn ihm ganz viel Böses widerfährt. Für diesen Test, für diese Versuchung, wird ein Mann namens Hiob ausgewählt.
Objektiv betrachtet geht es ihm sehr gut. Er hat eine große Familie mit vielen Kindern. Finanziell ist er unabhängig und kann sich sein Leben so gestalten, wie es ihm gefällt. Da trifft ihn plötzlich und unvermittelt eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Die Kinder werden getötet. Sein Vermögen geht ihm verloren. Beinahe so unerklärlich wie es manchem seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise im September 2008 gegangen ist. Seine Frau fordert ihn schließlich auf, sich von Gott abzuwenden. Aber alles erträgt Hiob im Vertrauen auf Gott. Er sagt: „Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“

Als er schließlich schwer erkrankt, da taucht bei Hiob dann doch die Frage nach dem „Warum?“ auf. Er selber findet keine Antwort. Und seine Freunde, die zunächst mit ihm sein Leid beklagen, schwingen große Reden. Aber sie treffen nicht den Kern der Sache. Darum bleibt Hiob unzufrieden. Er kennt nur einen, von dem die richtigen Antworten kommen können: Der Herr im Himmel. Aber der schweigt.

Wir erleben hier das, was Martin Luther als den „abgewandten Gott“ bezeichnet hat. Den Gott, der scheinbar wegsieht und Dinge geschehen lässt. Der dem Satan sagt: „Mach, was du für richtig hältst.“ Der Gott, der sich heraushält. Eine Seite Gottes, die niemand von uns gerne erfahren möchte. Menschlich verständlich wäre es, sich bei einer solchen Erfahrung selber auch abzuwenden. Wie wir es oft genug bei anderen Menschen tun, anstatt ihnen weiter beharrlich nachzugehen. Gott gegenüber sollten wir ein solches Verhalten aber nicht an den Tag legen. Ihn sollten wir weiterhin anrufen, auch wenn er uns nicht zu hören scheint.

Und genau das hat Hiob immer wieder getan. Trotz all der schönen Erklärungsmodelle seiner Freunde, warum es ihm jetzt so schlecht geht, ist Hiob beharrlich geblieben: „Gott selber ist der einzige, der mir die richtige Antwort geben kann. Er soll endlich mit mir reden.“ Darin bestärkt wird Hiob im letzten Teil des Buches von seinem Freund Elihu. Aus seinem Mund stammen die Worte der heutigen Losung aus dem Buch Hiob in Kapitel 37: „Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen.“ So kann Gott selbst die verfahrenste Situation noch retten. Uns bleibt nur, darauf zu warten und darauf zu vertrauen, dass Gott die Dinge zum Guten wendet. Und das geschieht im Glauben.

Was der Glaube ist, dafür finden wir eine Beschreibung im Lehrtext des heutigen Tages aus dem Brief an die Hebräer in Kapitel 11: „Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Das heißt: In allen Lebenslagen an Gott festzuhalten. Denn selbst wenn Gott sich scheinbar abgewendet hat, ist er dennoch da. Und irgendwann erfahren wir ihn auch immer wieder als den, der er eigentlich ist. Als den zugewandten Gott. Als den, der uns nicht mit scheinbarer Gleichgültigkeit begegnet, sondern in der Art und Weise, wie Gott eigentlich ist: als unser liebender Vater.

Hiob hat durch die Treue im Glauben diese Erfahrung machen dürfen. Gott hat mit ihm gesprochen. Gott hat ihm mehr gegeben, als er früher gehabt hat. Hiob wurde 140 Jahre alt und starb alt und lebenssatt. Auch etwas Großes, was wir kaum begreifen können. Was wir nicht erklären können, wie es die Freunde Hiobs mit vielen Worten versucht haben. Es ist etwas, was wir nur dankbar im Glauben an Gott aus seiner Hand empfangen können.
 

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