/ Wort zum Tag

5. Mose 8,12.14

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst.

5. Mose 8,12.14

In unseren westlichen Ländern ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, im Wohlstand zu leben. Die allermeisten unter uns können sich jeden Tag satt essen. Die Regale der Einkaufszentren, unsere Kühltruhen und Kleiderschränke sind übervoll. Machen wir uns überhaupt noch Gedanken darüber, woher das alles kommt? Manche verweisen auf die gut funktionierende Marktwirtschaft. Oder auf die eigene Tüchtigkeit. Oder das Glück, in der „richtigen“ Kultur geboren zu sein. Aber ist das die ganze Begründung? Haben wir vergessen, wie es noch vor 60, 70 Jahren aussah? Auch bei uns?! Damals war man dankbar für jede noch so karge Mahlzeit. Man war dankbar für die Versorgung in schwerer Zeit. Man wusste: „An Gottes Segen ist alles gelegen!“ Deshalb war auch das Tischgebet für viele ein aufrichtiges Anliegen. Warum eigentlich nur in Notzeiten? Warum geht das Tischgebet immer mehr verloren? Auch bei Menschen, die an Gott glauben? Ist es pure Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit oder verzichten wir darauf, weil es nicht mehr modern ist, vor dem Essen zu beten?

Zu vergessen, dass Gott der „Geber aller guten Gaben“ ist; zu vergessen, „was er uns Gutes getan hat“ und immer noch tut – das führt zu innerer Verarmung. Es verleitet zu Oberflächlichkeit und Unzufriedenheit. Man sieht bald nicht mehr, was man hat, sondern nur noch, was man nicht hat! Das beste „Gegenmittel“ gegen die Unzufriedenheit ist – Dankbarkeit! Die Dankbarkeit öffnet uns die Augen für das reiche Leben, das wir haben. Sie bewirkt ein zufriedenes Herz. Sie erinnert an den Geber, der letztlich hinter den Gaben steht. Ein Ausdruck dieser Dankbarkeit kann das Tischgebet sein. Nicht umsonst forderte Gott sein Volk im Alten Testament auf, für das Essen zu danken! Solange Menschen Gott aufrichtig für seine Güte und Treue danken, bleiben sie bewahrt vor gefährlicher Vergesslichkeit und Überheblichkeit.

Und genau das ist es, wovor das heutige Bibelwort bewahren möchte: „Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst ..., dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt hat!“ Ein Aufruf gegen die verderbliche Vergesslichkeit! Eine Erinnerung an die Güte Gottes. Eine Ermutigung, nicht auf eigene Kraft zu setzen, sondern auf Gottes unbegrenzte Macht und Größe. „Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten“, lesen wir in einem Psalm. „Wohl den Menschen ..!“ Das ist der rechte, unvergängliche „Wohl-Stand“: auf Gottes Stärke setzen! Von ihm sich abhängig wissen. Von ihm sich beschenken lassen. Ihm Lob spenden. Nicht nur für den äußeren Wohlstand. Denn allein davon können wir nicht leben. Für den wirklichen Wohlstand brauchen wir mehr als das tägliche Brot. Dazu brauchen wir das „Brot des Lebens“ – Jesus Christus! Er stillt den inneren Hunger und Durst nach wahrem Leben. Wenn er unser Leben erfüllt, wird unsere Vergesslichkeit abgelöst – durch Dankbarkeit!
 


Kommentare

Von Jonas am .

Wissen wir überhaupt noch wo unsere Nahrung her kommt? Ich antworte: Wenn wir nicht einen eigenen Bauerhof haben wissen wir es nicht mehr wirklich und wir wissen noch weniger wie sie zusammengesetzt wurde.
Sollen wir Gott danken für die Alchemie des Dr. Faustus?
Es reicht nicht immer wieder die selbe Platte aufzulegen. Wir müssen in die Tiefe gehen, den verseuchten Brunnen wieder befreien, durch den Blick auf Gott.
Ein gesegnetes Jahr 2010


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