/ Wort zum Tag

Kolosser 3,16

Bibelvers

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.

Kolosser 3,16

Wer von uns möchte nicht reich sein?! Paulus spricht hier von einem inneren Reichtum, von einem inneren Ausgefülltsein mit Gott, mit Gottes Wort: dass jeder Tag im neuen Jahr seinen Reichtum hat durch Gottes Wort. Dass ich davon zehren kann. Dass es mich klug macht. Dass es mich mit Freude erfüllt und ich etwas zum Singen habe. Gottes Wort will mein Mitbewohner sein: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“: also wir zwei wohnen zusammen; reichlich, das ist doch wohl: wir teilen uns alles, und jeder ist gleichberechtigt. Da ist nicht nur die gemeinsame Flurbenutzung, nicht nur „wir teilen Küche und Bad“. Sondern wie ein Ehepaar sich alles teilt.

Aber mal langsam, das geht ein bisschen schnell – wenn zwei zusammenziehen, sollten sie sich das gut überlegt haben! Wie ist das mit den gleichen Rechten und gleichen Pflichten? Wohngemeinschaften sind nicht so ohne! Wie oft geht es so, dass zwar der Kühlschrank leer ist, aber dafür das Bad nicht geputzt? Rechte ja, Pflichten nein? Und: kann ich Gott so ohne weiteres vereinnahmen, als gleichberechtigter Mitmieter? Wer bin ich denn, und wer ist Gott?! Nun, Gott ist immer noch der Heilige, den man nicht vereinnahmen kann! Darum ist hier auch von „Gottes Wort“ die Rede; genauer gesagt von „Christi Wort“, weil Jesus uns ja so nahe gekommen ist. Und er, Gott, hat gesagt, dass er bei uns wohnen will! Den Anfang hat er gemacht: Er will bei mir sein. Und ich habe ihn so kennengelernt, dass ich ihn gerne bei mir haben möchte! Nein, ich habe auch keine Angst, dass ich zu kurz komme, dass ich dauernd nur putzen muss, und dass ich abends hungrig in den leeren Kühlschrank starre. Im Gegenteil: Er gibt mir zu essen. Reichlich. Wenn ich ihn bei mir wohnen lasse …

Ich merke schon den Unterschied, wenn ich einen Tag nur aus mir heraus lebe, ohne am Morgen die Bibel zu lesen. Irgendwann kommt die Sehnsucht nach diesem Mitbewohner, der mir tröstlich zuspricht, der mir auch mal ins Gewissen redet – aber das brauche ich ja auch. Ich brauche ihn! - Ob er mich auch braucht? Nun, er will nicht zuerst mein Arbeiten und Herumwuseln – er will meine Nähe! Vielleicht ähnlich so wie ich, wenn ich abends nach Hause komme, in die gemeinsame Wohnung zu meinem Mann: die Arbeit ist beiseite gelegt, ich freue mich auf das gemeinsame Nachrichten-Schauen und wir erzählen uns gegenseitig, wie der Tag war. Mein Mann erwartet dann keinen Tages-Rapport, was ich alles geleistet habe – aber ich erzähl’s ihm trotzdem, weil ich es möchte. Und er erzählt mir, was er so gemacht hat. Am Abend, da ist Ruhe, mal früher, mal später. So bringt Gott mich zur Ruhe mit seinem Wort: „Komm her zu mir, du Mühseliger und Beladener – ich will dich erquicken“ (Matthäus 11,28). So darf auch mal Ruhe sein, können die Hände in den Schoß gelegt werden. Ich bin mehr als meine Arbeit. Ich bin wertvoll, unabhängig von dem, was ich leiste.

Der Unterschied: Gott ist für das ganze Leben da, nicht nur für abendliche Stunden. Gott will mit mir auch zusammen arbeiten. Wenn ich möchte, gibt er mir Ideen und Weisheit für die Arbeit. Man könnte – im Vergleich mit der Wohnung - sagen: wir teilen auch das Arbeitszimmer miteinander, so wie wir das Wohnzimmer teilen. Und wir teilen auch das Bad: Gottes Wort reinigt mich von allem Schmutz, der am Tag an mir kleben geblieben ist. Es gibt Vergebung für alles. Ich darf aussprechen, ablegen. Ich darf mich frisch fühlen, so wie die Haut nach dem Duschen glatt ist und gut duftet. Nichts mit in die Nacht nehmen oder gar in den neuen Tag: Keine Scham über Dinge, die nicht gelungen sind, oder über verpasste Gelegenheiten, denn es gibt wieder einen neuen Tag. Und im Schlafzimmer ist Ruhe, „den Seinen gibt’s der Herr im Schlafe (Psalm127, 2)“ – so bin ich noch eine Empfangende, wenn ich schlafe! Gibt es komische Träume, die mich beunruhigen? Sicher, mein Unterbewusstsein arbeitet ja immer noch (das kriegt wohl niemals Ruhe?) – aber ich begrüße Gottes Wort gleich morgens und es sagt mir: „Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu (Klagelieder 3,22f)!“

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