/ Wort zum Tag

Jakobus 4,17

Bibelvers

Wer weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.

Jakobus 4,17

Vor nicht allzu langer Zeit zogen wir in eine neue Wohnung ein. Eines Tages kam meine Nachbarin mit einer Tragtasche voller Kleider an meine Wohnungstür. „Diese Kleider und Schuhe brauche ich nicht mehr. Ich habe für mich neue gekauft. Willst du die alten für bedürftige Menschen verwenden? Du kennst doch sicher Menschen, die froh wären über solche Schuhe ...“ Überrascht nahm ich die Tragtasche mit den gebrauchten Kleidern entgegen und bedankte mich dafür. Warum sie das tue, fragte ich sie? Sie wolle immer wieder etwas Gutes tun, gab sie mir zur Antwort. Das gebe ihr ein gutes Gefühl, ergänzte sie.

Als ich die Türe wieder geschlossen hatte, stieg in mir eine Frage auf: “Warum habe ich diesen Sacküberhaupt angenommen?. Bin ich eigentlich der Abfalleimer meiner Nachbarin?“ Diese hässlichen Gedanken machten sich aber nur eine kurze Zeit in meinem Kopf breit. Während ich die einzelnen Kleidungsstücke näher anschaute, arbeitete mein Gehirn ganz anders auf Hochtouren: Wie kommen diese gut erhaltenen, zum Teil praktisch neuen und schönen Sachen zu bedürftigen Menschen? Es wäre echt schade, wenn diese gut erhaltenen Klamotten irgendwo im Abfall verschwinden würden. Schließlich sind viele Menschen in der Ukraine, in Albanien, Moldawien oder Rumänien dringend auf solche Spenden angewiesen. Kurze Zeit später lernte ich zwei Frauen kennen, die voller Engagement gebrauchte Kleider sammeln und in Ostländer bringen. Die beiden holten das Sammelgut ab. Sie sortierten den Inhalt nach Saison, Größe und nach Anwendung für Männer oder Frauen und verpackten die gespendeten Kleider in große Kartonkisten. Andere Menschen transportieren die Kleider dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht wurden. Von der Spende bis zum Zielort waren viele Hände engagiert, um Gutes zu tun.

Die heutige Bibellese spricht auch vom Tun des Guten: „Wer Gelegenheit hat, Gutes zu tun, und tut es nicht, der wird vor Gott schuldig“ (Jakobus 4, 17). Wow – das ist klar und deutlich gesagt. Nachträglich bin ich froh, im genannten Beispiel das Gute getan zu haben. Ich hätte auch schuldig werden können. Beim Lesen dieses Verses bin ich dankbar, dass ich die Kleider einfach angenommen und nach einem Weg gesucht habe, um sie an hilfsbedürftige Menschen weiterzuleiten. Wenn ich dann höre, wie sich diese bedürftigen Menschen an den gebrauchten Kleidern freuen, dann rührt mich das.

Heute Morgen hat mich eine Bäuerin angerufen. Sie fragte, ob ich Äpfel brauchen könne. Ich bejahte und holte die Äpfel ab. Beim Nach-Hause-Fahren dankte ich Gott, dass es Menschen gibt, die mir etwas Gutes tun. Das bewegt mich dazu, selber wieder Gutes zu tun. Übrigens: Meine Nachbarin hat mir seither schon so manche Tragtasche voller Kleider gebracht, die wir weitergeben konnten. Sie bringt mir inzwischen nicht nur Kleider, sondern auch ihre Sorgen, Ängste und Fragen. Ich kann mit ihr über Gott und seine Hilfe für uns Menschen sprechen. Schon erstaunlich, wie viel Gutes aus einem Sack gebrauchter Kleider entstehen kann.
 

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