/ Wort zum Tag

Psalm 103,2.4

Bibelvers

Lobe den HERRN, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Psalm 103,2.4

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Diese Redewendung ist weitläufig bekannt. Sie meint: So wie der Apfel, wenn er vom Baum fällt, nahe am Stamm liegt, so ist auch das Verhalten der Kinder genauso oder so ähnlich wie das der Eltern.

Doch heute möchte ich diese Redewendung ergänzen. Denn als ich den Psalmvers las: „Lobe den HERRN meine Seele, der dich vom Verderben erlöst“, da kam mir bei dem Wort Verderben sofort ein verdorbener Apfel in den Sinn. So nach dem Motto: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und verfault.“ Ein Apfel, der vom Baum fällt und nicht aufgelesen wird, verfault. Da liegt er im Gras, verfärbt sich, die Schale wird braun, langsam bildet sich Schimmel und der Apfel ist ungenießbar. Nichts wird diesen Apfel, der auf dem Boden liegt, retten können. Er ist verdorben.

Ein Bild, das ich auf unser Leben anwenden möchte: Wir wachsen heran, werden erwachsen. Und dazu passt dann eine andere Redewendung: „Wir stehen in der Blüte unseres Lebens.“ Doch wenn der Mensch älter wird, dann verwelkt er. Wenn die ersten Falten kommen, wir nicht mehr so viel Energie haben wie ein Zwanzigjähriger, dann wird uns bewusst: unser Leben zerfällt. Der Mensch ist bis zu seinem Tod diesem Verderbensprozess ausgesetzt. So wie ein Apfel zusammenschrumpft - um im Bild zu bleiben. Das macht der Psalm 103 auch deutlich: Wie eine Blume blüht der Mensch und wenn der Wind darüber streicht, dann wird die Blüte fortgeweht. Und doch leuchtet in diesem Verderben etwas Neues auf, worauf wir hoffen können. Da ist Gott, der unser Leben von dem Verderben errettet. Darüber dürfen wir uns freuen und ihn loben.
Es geht sogar noch weiter. „Gott krönt uns mit Gnade und Barmherzigkeit.“ Neues Leben schenkt er uns.

Doch wie erlöst er uns aus diesem Verderben und schenkt uns neues Leben? Das wächst nicht aus uns selbst heraus. So wie der Apfel, wenn er vom Baum fällt, auch keine Lebenskraft in sich selber mehr trägt. Das Leben ist für den Apfel im Stamm verwurzelt. Deswegen möchte ich den Blick vom verfaulten Apfel auf den Stamm richten. Was aus diesem Baumstamm erwächst und mit ihm verbunden ist, das trägt Leben.
Aber ich möchte noch von einem anderen Stamm sprechen, nämlich dem Stamm des Kreuzes. Ich meine das Kreuz, an dem Jesus gestorben ist. Mit einer Dornenkrone geschmückt, litt er und starb den Tod, den wir verdient hätten. weil wir Menschen uns von Gott losgerissen haben. Jemand hat es einmal so ausgedrückt: „Die Ursünde“, - also die Ursprungssünde – „ist es, dass wir unabhängig sein wollen. Wir wollen für uns selbst sorgen.“ Doch dieses Losgelöstsein von Gott ist für den Menschen tödlich. Und weil Gott das weiß, nimmt Jesus, der Sohn Gottes, die Strafe für unsere Sünde auf sich. Warum tut er das? Weil er uns liebt! Wir hätten den Tod verdient, doch Jesus stirbt unseren Tod, damit wir leben können. Wenn Jesus die Krone des Leidens trägt, so werden wir gekrönt mit der Krone der Gnade. Gott ist uns gnädig. Darum haben wir allen Grund uns mit dem Psalmbeter David zu freuen: „Lobe den HERRN meine Seele, der dich vom Verderben erlöst“ (Psalm 103,2).
 

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