/ Wort zum Tag

Psalm 86,17

Bibelvers

Tu ein Zeichen an mir, dass du's gut mit mir meinst.

Psalm 86,17

Im Frühjahr 2006 wurde ich angefragt, für die Zeitschrift einer Freikirche einen Artikel zum Thema: „Macht Gott Fehler?“ zu schreiben. Es war eine Herausforderung, mich diesem Thema zu stellen. Tausend Fragen tauchten auf. „Warum lässt Gott so viel Leid zu, das wir nicht einordnen können? Warum erhört Gott manche Gebete nicht? Warum müssen schon junge Menschen in den besten Jahren sterben?“ Die Frage, ob Gott Fehler macht, ist uralt. Schon die Schlange im Paradies hat den ersten Menschen diese Frage gestellt – nicht ganz in diesen Worten, aber doch so, dass die Menschen an Gottes Güte zu zweifeln begannen. Der Same des Misstrauens, ob Gott es gut mit uns meint, war gesät. Seither blüht dieser Zweifel wie ein unvertilgbares Unkraut in unserm Denken und Fühlen.
 
Ob Gott Fehler mache, ist eine Frage an unser Vertrauen. Kann ich Gott vertrauen, dass er die letzte Kontrolle über mein eigenes Leben und über das Geschehen in der Welt hat? Die Frage, ob Gott es gut meint, beschäftigt jeden, der von Leid oder Krankheit getroffen worden ist. Auch der Psalmschreiber wird von dieser Frage geplagt. Der ganze Psalm 86 ist ein Wechselbad aus Zuversicht und Unsicherheit. Am Ende des Psalms, im 17. Vers, schreit der Dichter zu Gott: „Tu ein Zeichen, dass du es gut mit mir meinst.“ Wenn ich den Psalm lese, dann finde ich mich selbst in diesen Worten. Einerseits danke ich Gott für seine Güte, ich preise ihn für alle Wegweisung. Andererseits gibt es diese nagende Frage in mir: Meint Gott es wirklich gut mit mir?

Joni Eareckson-Tada, die querschnittgelähmte Autorin, die viele Menschen ermutigt hat, gab ihrer neuesten Biographie den Titel: „Den Gott, den ich liebe.“ Sie sagt dazu: „Eigentlich könnte über meinem Leben der Satz stehen: Der Gott, den ich hasse. Er hat so viel zugelassen, was so unendlich weh tut. Aber ich habe mich entschieden, ihm zu vertrauen, dass er es gut mit mir meint, und deshalb liebe ich ihn.“ Ich habe in meinem Leben auch die Erfahrung gemacht, dass es eine Entscheidung ist, die wir treffen müssen: „Ich will diesen Gott lieben, der dieses oder jenes in meinem Leben zugelassen hat. Er ist der Gott, der es gut mit mir meint – trotz allem, was ich nicht verstehe. Ich lasse mir das nicht nehmen, auch nicht von der Stimme, die manchmal droht, in mir laut zu werden und mir sagen will, dass Gott einen Fehler gemacht hat.“ Dann bete ich mein Hilflosigkeitsgebet: „Jesus, ich verstehe dich nicht, aber ich vertraue dir.“

Kurze Zeit, nachdem dieser Artikel publiziert wurde, bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Meine eigenen Worte waren für mich dieses Zeichen von Gott, um das der Psalmbeter in der heutigen Bibellese bat. Ich hielt mich daran fest, dass Gott es auch in der Krankheit gut mit mir meint. Egal, was da kommen mag. Er hat mich durchgetragen und mich seine Güte auf vielerlei Art und Weise spüren lassen. Die Entscheidung, an diesem Gott festzuhalten, der es gut mit mir meint, hat sich gelohnt. Sie hat mich durch die Chemo und alle Behandlungen getragen und vor der Verzweiflung bewahrt. Wagen Sie doch heute diese Entscheidung an Gott und seiner Güte festzuhalten.
 

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