/ Wort zum Tag

Jesaja 50,8

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten?

Jesaja 50,8

Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.

Römer 8,33

Vor vielen Jahren hatte ich zu Hause eine kleine Schallplatte mit einer Predigt von Klaus Vollmer. Dem Pastor und Evangelisten aus Hermannsburg. Es war ein Mitschnitt von einer Jugendevangelisation. Offensichtlich war eine ganze Reihe wilder Kerle in der Kirche. Klaus Vollmer versuchte ihnen klar zu machen, was es mit der Gnade Gottes auf sich hat, was Vergebung bedeutet. Sein Beispiel leuchtete den meisten offenbar ein: Stell dir vor, du hast etwas Schlimmes angestellt und stehst nun vor dem Richter und der verurteilt dich zu ein paar Jahren Gefängnis. Doch kurz bevor du in Handschellen abgeführt wirst, steht jemand im Gerichtssaal auf, geht nach vorne und sagt zum Richter: „Übertragen sie bitte die Tat auf meinen Namen. Und übertragen sie bitte auch die Strafe auf meinen Namen.“ Und der Richter tut das. „Und dann“, so Klaus Vollmer in dieser eindrucksvollen Predigt, „dann geht ein anderer für dich in den Bau. Und du verlässt den Gerichtssaal als freier Mann. Draußen warten deine Freunde und ihr feiert ein Fest.“ Das ist Gnade. Das ist Vergebung. Denn genau das hat Jesus für dich und für mich und für uns alle getan. Er ist an unserer Stelle verurteilt worden. Er ist an unserer Stelle nicht nur in den Bau gegangen. Er ist an unserer Stelle mit dem Tod bestraft worden und wir sind frei.

Natürlich weiß ich längst, dass so etwas vor Gericht nicht möglich ist. Niemand kann die Strafe eines anderen übernehmen. Doch macht das das Wunder der göttlichen Gnade, das Wunder der Vergebung nur umso größer, finde ich. Immer wieder ziehen sich durch die Bibel, sowohl durch das Alte als auch durch das Neue Testament, Jubelschreie von Menschen, die so etwas am eigenen Leib erfahren haben. Etwa im Buch Jesaja: „Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten?“ oder im Römerbrief: „Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.“ Eigentlich gibt es das nicht. Aber bei Gott gibt es das. Das ist die gute Nachricht. Das ist das Evangelium.

Mit diesem Evangelium sind Christen unterwegs in der Welt. Dieses Evangelium wird über Radiokanäle und Fernsehkanäle ausgestrahlt. Es ist im Internet zu finden. Dieses Evangelium tragen Christen von Haus zu Haus: Du kannst frei gesprochen werden. Ein anderer ist bereit, die Verantwortung für das zu übernehmen, was du angestellt hast.

Die beiden Bibelverse, die ich Ihnen gerade vorgelesen habe, gehen sogar noch einen Schritt weiter. „Wer will mit mir rechten?“, fragt Jesaja. „Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?“, fragt Paulus. Will sagen: Was vergeben ist, ist vergeben. Niemand kann es dir mehr vorhalten. Niemand darf es dir mehr vorhalten. Wen Gott gerecht macht, der ist gerecht für alle Zeiten.

Ich liebe einen Satz, den mir einmal ein amerikanischer Freund gesagt hat: „Wenn du zu Gott kommst und sagst: ’Bitte vergib mir, Herr, es ist mir schon wieder passiert’, lächelt Gott dir freundlich zu und fragt: ‚Was meinst du mit ‚schon wieder’?“ Will sagen: Wenn Gott etwas vergibt, dann steht es nie mehr zwischen ihm und dir. Er holt es nicht irgendwann wieder hervor, so wie wir Menschen das zu tun pflegen. Selbst wenn wir etwas scheinbar vergeben haben – passiert eine ähnliche Geschichte noch einmal, sagen wir in der Regel: „Typisch, ich habe es ja gleich gewusst. Das ist dasselbe wie damals.“ Gott ist so nicht. Wenn Gott vergibt, dann hat er vergeben für alle Zeit und für alle Ewigkeit. Paul Gerhardt fasst das in einem wunderschönen Choralvers so zusammen: „Weg mein Herz mit dem Gedanken, als ob du verstoßen wärst. Gottes Gnad ist ohne Schranken, wie du in dem Worte hörst. Bist du bös und ungerecht, Gott ist fromm, treu und gerecht. Hast du Zorn und Tod verdienet, zage nicht, Gott ist versühnet.“


Kommentare

Von Mädchen am .

Es ist schön von Gottes Gnade zu hören und sie zu spühren... aber wenn er schlechte Gewohnheiten nicht nachträgt, für die ich mich trotzdem schäme, merkt er es sich wenn man sich ändert und kämpft und versucht sich für das Gute zu entscheiden, darf er das honorieren? Ich will es nicht aus diesem Beweggrund sein, ich hoffe nur dass wenn ich gut zu anderen bin, man es auch zu mir ist... Und dass man im Leben mal rasten darf und nicht nur überleben muss..

Von nikolaus am .

Vielen Dank, hat sehr gut getan.

Von Jan-Ernst Hoffmann am .

Eine wunderbare Auslegung , wie nur für mich gemacht .Mich plagen auch immer Zweifel ob mich Gott
"so" annehmen kann .Ihr Wort zum Tag heute hatt mir Mut und Kraft gegeben ; Danke !


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