/ Wort zum Tag

Lukas 7,13

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Als der Herr die Witwe sah, jammerte sie ihn und er sprach zu ihr: Weine nicht!

Lukas 7,13

Die Geschichte, aus der dieses Wort entnommen ist, passt gut zum heutigen Ewigkeits- oder Totensonntag. Jesus begegnet einem Trauerzug und der Mutter, deren einziger Sohn zu Grabe getragen wird.

Im zu Ende gehenden Kirchenjahr standen einige von Ihnen am Sterbebett oder am Grab eines Menschen, von dem Sie definitiv Abschied nehmen mussten. Es ist eine gute evangelische Tradition, an diesem letzten Sonntag im Kirchenjahr in Liebe und Dankbarkeit der Verstorbenen zu gedenken, für Trauernde zu beten und die Endlichkeit des eigenen Lebens zu bedenken. "Es begab sich ..." So beginnt die Geschichte über das eindrückliche Handeln Jesu vor den Toren der kleinen Stadt Nain in Galiläa. War das Zusammentreffen mit dem Trauerzug Zufall? Kaum! Jesus begab sich nicht selten gezielt in schwierige Situationen. Er wollte inmitten der Schwierigkeiten seine Macht und Herrlichkeit offenbaren. So auch hier.

"Als der Herr die Witwe sah, ..." heißt es weiter. Jesus war stets mit offenen Augen unterwegs - äußerlich und innerlich. Wenn sein Blick auf jemanden fiel, sah er mehr als nur Äußerlichkeiten. Er erkannte und wusste in der Tiefe, worum es ging. In diesem Moment sah er nicht nur den Schmerz einer trauernden Mutter um ihren einzigen Sohn, sondern auch die damit verbundene existenzielle Tragik. Diese Frau verlor mit dem Sohn auch ihre materielle Versorgung in der Gegenwart und erst recht im Alter. "... als er sie sah, jammerte sie ihn ..." Eine in unserer Zeit nicht mehr so geläufige Formulierung. Andere übersetzen: "tat sie ihm sehr leid / er fühlte Erbarmen mit ihr / ergriff ihn großes Mitleid / war er von ihrem Leid tief bewegt". So war Jesus damals und so ist Jesus heute!

"... und er sprach zu ihr: Weine nicht!" Nicht gerade sehr feinfühlig, bin ich versucht zu denken! Denn ich weiß aus Erfahrung und Beobachtung um die Wohltat des Weinenkönnens. Es ist eine vom Schöpfer liebevoll geschaffene Möglichkeit für die Seele, auf Schweres zu reagieren. Wir kennen die Fortsetzung der Geschichte. Jesus ruft den jungen Mann mit einem vollmächtigen: "Ich sage dir, steh auf!" ins Leben zurück und gibt ihn seiner Mutter wieder. Ein echtes Happy End! So geht es bei weitem nicht immer, wenn Krankheit, Schmerz oder sogar Tod in unsern Alltag einbrechen. Das Leben auf dieser Erde ist nun einmal nicht das Letzte und Einzige. Wie schmerzlich die Lücken auch sind, die der Tod aufzureißen vermag, er ist nur der Übergang zur Ewigkeit. Menschen, die an Jesus Christus glauben, haben eine Zukunftsperspektive, trotz Verlust und Abschiedsschmerz.

Nochmals zurück zum Wort für heute. Vor seiner Rückkehr zum Vater versprach Jesus seinen Jüngern: "Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt." Und das gilt bis heute. Er ist heute und an jedem kommenden Tag bei Ihnen. Er will Ihnen begegnen. Gerade in dem, was Sie heute zu bewältigen haben. Er sieht Sie, er weiß um alle Bedürfnisse und Zusammenhänge. Er möchte - wie der Witwe von Nain - auch Ihnen näher kommen, Sie und Ihre notvolle Situation berühren. Er will Ihnen Worte voll Trost und Kraft zusprechen. Lassen Sie es geschehen.
 


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