/ Wort zum Tag

Jeremia 4,14

Bibelvers

Wasche dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?

Jeremia 4,14

Er hatte wahrlich keine leichte Aufgabe, der junge Jeremia aus dem Volk Israel. Er sollte seinem Volk und vor allem dessen geistlichen und politischen Führern die anhaltende und abscheuliche Untreue Gott gegenüber bewusst machen. In leidenschaftlichen Worten rief der Prophet zur Umkehr und plädierte für eine erneute Hinkehr zu dem Gott, der mit seinem Volk einen Bund geschlossen hatte. Ein schier aussichtsloses Unterfangen!

Seine Reden sind lang und ergeben eine traurige Bilanz. Sie gipfeln in eindeutigen Schuldsprüchen und vielfältigen Gerichstandrohungen. Mitten in diesen Reden leuchten aber - gleich kostbaren Perlen - Verheißungen der Vergebung, Zusagen der unverbrüchlichen Liebe und Treue Gottes! Eine dieser Perlen ist eine Aufforderung an die Bevölkerung von Jerusalem. Es ist die heutige Losung in Jeremia 4, Vers 14: "So wasche nun dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?"

Ein deutliches Wort! Und doch schwingt darin - zumindest in meinem Verständnis - schon erstaunlich viel frohe Botschaft aus dem Neuen Testament mit. Zweck und Ziel des geforderten Reinigungsprozesses in Herz und Gedanken ist: Dass dir geholfen werde! Es ist eindeutig: Gott ist bereit zu vergeben, ja er will ausdrücklich vergeben, weil ihm an einer ungetrübten Beziehung zu seinen Menschen liegt. Dieser Absicht Gottes begegnen wir schon bei Kain und Abel auf den ersten Seiten der Bibel. Sie begründet später die Anleitung zum Ritual des Sündopfers. König David bezeugt in seinen Bußpsalmen die Wohltat der Vergebung für Leib und Seele. Prophetenkollegen von Jeremia, die auch zur Umkehr und Buße aufrufen, verkündigen gleichzeitig einen Retter, der kommen wird, um die Sünden zu vergeben.

In Jesus Christus, dem Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweggetragen hat, gewinnt die Möglichkeit der Vergebung eine für uns kaum vorstellbare Breite und Tiefe. Sie reicht für alle Menschen und kein einzelner Mensch kann sie völlig ausloten. Auf der einen Seite steht die unmissverständliche Aufforderung in Jeremia 4: "So wasche nun dein Herz, auf dass dir geholfen werde. Wie lange sollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?" Dem gegenüber steht die Aussage im 1. Kapitel des 1. Johannesbriefes: "Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit."

Gibt es etwas Besseres, etwas Wichtigeres, etwas zutiefst Wohltuenderes und Heilsameres als hier und heute auf diese Botschaft einzugehen? Verschiedene Möglichkeiten stehen mir dazu offen: Ich kann in einem schlichten persönlichen Gebet Schuld bekennen, die ich erkannt habe. Ich kann auch im Gottesdienst gemeinsam mit anderen um Vergebung bitten oder im Gespräch und Gebet mit einem seelsorgerlichen Menschen Schuld aussprechen und durch Vergebung loswerden. Ich wünsche Ihnen und mir Anteil an der großen Freude, die im Himmel herrscht, über einen Sünder, der Buße tut.

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