/ Wort zum Tag

Daniel 12,3

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

Daniel 12,3

Wer sind eigentlich Ihre „Lehrer des Glaubens“? Mir fallen ganz verschiedene Menschen ein, die meinen Glauben geprägt haben: Da war Frau Kunert, meine Kindergärtnerin, die den Kindergottesdienst gemacht hat. Manchmal kamen auch Schwester Helene und Hilde zu Besuch zu meiner Mutter, haben mir etwas mitgebracht und mit uns gebetet. Später waren es dann Lehrer wie Professor Pehlke, der mir im Theologiestudium das Alte Testament erklärt hat.

Aber auch Eltern können Lehrer im Glauben sein. Vor kurzem habe ich mit einem meiner Studenten gesprochen. Sein Vater ist ein bekannter und sehr beliebter Pfarrer. Ich wollte wissen, was er alles von seinem Vater gelernt hat – wenn man von klein auf jeden Sonntag so gute Predigten hören kann. Aber zu meinem Erstaunen waren es gar nicht die Worte seines Vaters, sondern die Art und Weise, wie der Vater seinen Glauben lebt und wie er seinen Dienst ausfüllt, das hat den Glauben seiner Kinder geprägt. Deshalb studiert sein Sohn jetzt Theologie.

Lehrer des Glaubens gibt es also viele. Und für sie alle gilt eine Verheißung aus dem Buch Daniel: „Die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“ Was für eine Verheißung! Leuchten wie des Himmels Glanz und strahlen wie die Sterne! Ein klarer Nachthimmel ist einfach etwas Wunderbares. So schön. So erhaben. Stundenlang kann man sich daran nicht satt sehen. Und so wunderbar, so erhaben, so werden auch einmal die Lehrer des Glaubens sein. Die Menschen, die andere zum Glauben geführt und darin gestärkt haben. Die sollen erstrahlen. Denn sie haben das Beste und Wertvollste getan, was ein Mensch tun kann: Sie haben andere gelehrt und viele zur Gerechtigkeit gewiesen.

Mit Gerechtigkeit ist dabei mehr gemeint, als auf Jesus Christus hinzuweisen. Darauf, dass wir durch ihn gerecht geworden sind. Denn Gerechtigkeit bedeutet immer auch, dass Menschen sich gerecht verhalten sollen. Gott schenkt uns seine Gerechtigkeit, damit wir als Gerechte gerecht leben können. Damit wir das tun und sagen, was Gottes Willen entspricht. Glaube und Handeln gehören zusammen. Wie beim Vorbild des Vaters meines Studenten. Wer das beherzigt, der wird einmal strahlen wie die Sterne! Aber halt, so wunderbar und herrlich ist es doch gar nicht, Mitarbeiter in einer Gemeinde zu sein!? Oft ist es doch eher ein Trauerspiel: Wenn kaum jemand kommt, wenn alles sich so zäh dahinzieht, wo ist er da, der Sternenglanz?

Es ist ein bisschen so wie bei einem Puzzle: Manchmal ist man als Lehrer des Glaubens dabei, wenn der Rand oder ein wichtiger Teil des Bildes entsteht. Manchmal kommt aber auch nur hier und da ein Puzzle-Teil dazu. Und manchmal muss man auch erst ein paar falsche Teile entfernen, bevor es wieder weitergehen kann. Ja, es kann sogar passieren, dass man selbst unbedingt ein Teil anpuzzeln will, das aber noch gar nicht passen kann, weil noch andere Teile dazwischen fehlen. Da ist die Enttäuschung dann groß. Auch der Prophet Daniel war realistisch. Denn seine Verheißung vom Sternenglanz der Lehrer, die gilt erst für die Zukunft. Für die Zeit, wenn viele, die unter der Erde schlafen liegen, aufwachen werden. Die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Erst dann wird sich zeigen, wen wir alles auf seinem Weg in Richtung ewiges Leben ein Stück weit begleiten durften. Welche Puzzle-Teile, die durch unsere Hände gingen, gut gepasst haben. Dann werden wir allen Grund zum Strahlen haben. Bis dahin gilt: Halten Sie durch! Es gib keine bessere Aufgabe, als das Evangelium zu verkünden und andere im Glauben zu stärken – durch Worte und Taten.

Vielleicht haben Sie in Ihrem Leben aber auch schon genug gelehrt und kommen jetzt im Alter nicht mehr so recht unter die Leute. Dann bitte ich Sie für die jungen Lehrer zu beten, für Leute wie mich. Wir brauchen Ihr Gebet, damit wir auch einmal mit Ihnen um die Wette strahlen können. Wir alle zusammen – ein funkelndes Lichtermeer am Himmel der Ewigkeit.
 


Kommentare

Von Hanni am .

Vielen Dank für Ihre mutmachenden Zeilen !Lehrer des Glaubens sein zu dürfen, ist etwas ganz Wunderbares, und ich denke dankbar an die Zeit zurück, wo ich meine Christenlehrekinder und die Jugendlichen der JG lehren durfte. Manchmal kommen einem dann später, wenn man nicht mehr im Dienst steht, Zweifel, ob auch alles überhaupt Sinn hatte, weil man oft so wenig sieht von der Saat, die man ausgesät hat.
In solchen manchmal "traurigen " Phasen kommen mir dann oft die Worte in den Sinn, die mir mehr

Von Heinz Röder am .

Nicht nur ausgebildete Theologen können lehren und strahlen, sondern jeder wiedergeborene Christ.


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