/ Wort zum Tag

1. Könige 8,24

Bibelvers

Ja, was du durch deinen Mund verheißen hattest, das hast du durch deine Hand erfüllt, wie es jetzt am Tage ist.

1. Könige 8,24

König Salomo zieht Bilanz. Keine Endbilanz, sondern eine Zwischenbilanz nach einem ereignisreichen Abschnitt seines Lebens. Endlich war der Tempel fertig gestellt, das Haus Gottes. Dort wollte das Volk Israel nun seine Gottesdienste zur Ehre Gottes feiern. Wenn man schon zu eigenen Geburtstagen und Hochzeiten zur fröhlichen Feier zusammenkam, wie viel mehr wollte man es nun tun, um den lebendigen Gott zu loben. Anlass genug für eine Zwischenbilanz im Leben.

Es ist gut, wenn auch wir in unserem Leben gelegentlich eine kurze Rückschau halten und einmal eine Zwischensumme ziehen. Doch hier bei Salomo wird es eine ganz besondere Bilanz. Nicht wie unter Menschen üblich eine Leistungsschau über das, was er und seine Bauleute geleistet haben in den vorangegangenen Jahren. So halten wir es ja bis heute gern bei unseren Bilanzen. Wir rekapitulieren, was wir geleistet haben. Wir wollen gern unser eigenes Ego streicheln nach dem Motto: “So ganz schlecht sind wir ja doch nicht gewesen.“ Bei Salomo ist das anders, ganz anders. Er rühmt und sieht das, was der lebendige Gott geleistet hat. Seine Bilanz lautet: “Ja, was du durch deinen Mund verheißen hattest, das ist durch deine Hand erfüllt, wie es jetzt am Tage ist!”

Salomo sagt auch nicht: “In deiner Kraft, o Gott, konnten wir dies Werk vollenden.” Da rühmen wir immer noch uns selbst. Natürlich gab Gott die Kraft, aber wir haben es doch gemacht. Eben wir! Nein, Salomos Ruhm gilt allein dem lebendigen Gott. Warum kann Salomo so ganz und gar Gottes Tun rühmen? Deswegen, weil die Idee zu dem Bau des Tempels nicht von ihm selbst stammte, sondern von Gott. Und Gott hatte nicht nur die Idee, sondern gab auch die Zusage, dass er, Salomo, dies vollenden würde. Es war das Wort Gottes, das sich erfüllt hatte. Der Tempel war sozusagen ein Beleg dafür, dass auf Gottes Wort Verlass ist. Er war ein sichtbares Zeichen für die unwiderrufliche Realität des göttlichen Wortes: “Ja, was du durch deinen Mund verheißen hattest, das ist durch deine Hand erfüllt, wie es jetzt am Tag ist.”

Der fertig gestellte Tempel war das sichtbare Zeichen für die damalige Generation, dass der Gläubige auf Gottes Wort bauen kann. Es klingt fast wie ein ungläubiges Staunen, wenn Salomo hinzufügt: “... wie es jetzt am Tage ist”. Ja, man glaubt dem Wort Gottes, aber im Hinterkopf sind manchmal doch Zweifel, wie konkret man im praktischen Leben wirklich darauf bauen kann. Jetzt also ist es am Tag: wir können uns darauf verlassen. Absolut.

So erging es auch Martin Luther, als er sich gegen alle politischen Mächte allein auf Gottes Wort verließ. Wer hätte damals einen Pfifferling für das Leben Luthers gegeben, als er in Acht und Bann getan wurde? Aber er traute dem Wort Gottes und das neu entdeckte Evangelium trat seinen Siegeszug im damaligen Deutschland an. So erging es Ludwig Nommensen, als er dem Missionswort gehorsam wurde und nach Indonesien zu den heidnischen Bataks ging, um ihnen das Evangelium zu bringen. Er riskierte mehr als einmal sein Leben. Doch bei seinem Tod waren über 170.000 Bataks zum Glauben an Jesus Christus gekommen. So erging es dem Ingenieur, der als Rentner wöchentlich ins Gefängnis ging, um mit den Gefangenen gemeinsam im Wort Gottes zu lesen. Einzelne kamen zum Glauben und ihr Leben wurde verändert und im Glauben erneuert. So erging es der Frau im Besuchsdienst, die im Vertrauen auf Gottes Wort Kranke besuchte, ihnen aus der Bibel vorlas und mit ihnen betete. Das dankbare Leuchten der Augen war Antwort genug, dass dieses Wort wieder ein Herz froh gemacht hatte.

Immer wo ein Mensch dem Wort vertraut und darauf nun sein Handeln und Reden aufbaut, macht er die herrliche Erfahrung: “Ja, was du durch deinen Mund verheißen hattest, das ist durch deine Hand erfüllt!” Dies also war das Ergebnis der Zwischenbilanz im Leben des Salomo. Gott allein gebührt die Ehre. Gottes Wort wird Wirklichkeit, auch wenn es anfangs noch so unwahrscheinlich erscheint. Gottes Wort zeigt auch für unsere Zukunft, wie es im Leben weitergehen kann. Und wie sieht eine Zwischenbilanz Ihres Lebens aus?
 

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