/ Wort zum Tag

Sacharja 7,10

Bibelvers

Tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen!

Sacharja 7,10

Gott interessiert sich für unseren Alltag. Das machte er damals deutlich durch den Propheten Sacharja. Durch ihn ermahnt Gott sein Volk. Sacharja sagt: Gott sucht nicht unsere frommen Riten und Traditionen. Gott sucht uns selbst. Gott sucht uns ganz. Wer im Namen Gottes sein Leben führt, der soll dies nicht ohne Überzeugung tun, sondern mit ganzem Herzen. Glaubwürdigkeit ist gefragt. Es ist ein gefährliches Missverständnis zu meinen, Gott durch Einhaltung religiöser Pflichten einen Gefallen tun zu können. Das war ja auch die Selbsttäuschung derer damals gewesen, die das Gericht über Jerusalem erlebt haben. Sie machten die bittere Erfahrung: Ungehorsam gegen Gott wird teuer. Volle 70 Jahre haben die Israeliten in den Internierungslagern von Babel zubringen müssen. Ungehorsam gegen Gott hat ihnen dieses Elend eingebracht. Das ganze Leben soll vor Gott gelebt werden, also christliche Gemeinde und Arbeit, Familie und Freizeit. Kein Bereich darf gottlos sein. Nur der Gottesdienst ist rechter Gottesdienst, der auch im Alltag geschieht. Darum sagt der Prophet: „Tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen“ (Sach 7,10).

Seit damals hat sich nicht viel verändert. Witwen, Waisen, Fremde und Arme haben es auch heute schwer genug. Obwohl es in Deutschland immer noch ein einigermaßen funktionierendes Sozialsystem gibt, haben es die Genannten trotzdem fast immer schwerer als die anderen.

Darum sagt der Prophet Sacharja: Schafft Recht denen, die ihren Lebenspartner verloren haben. Schafft Recht denen, die keine Eltern haben. Schafft Recht denen, die sich nicht mehr zurechtfinden, weil sie heimatlos sind, und schafft Recht denen, denen es am Notwendigsten fehlt. Diese Ermahnung des Propheten zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Gott ist der Schöpfer aller Menschen. Gott will für jeden da sein. Jeder Einzelne ist ihm gleich viel wert. Das ist für Gott Herzenssache. Das ist kein „Sozialprogramm Gottes“, das man je nach der wirtschaftlichen Lage eines Landes fördern oder zurückfahren könnte. Nein, so ist Gott. Er ist „ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen … ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt.“ So wird es von ihm gesagt im Psalm 68 (Vers 6).

Auch heute noch in Deutschland haben es Witwen schwer. Nach dem Tod des Partners werden manche nicht behandelt wie früher. Viele ziehen sich zurück, andere betrachten es als Mangel, wenn sie nicht mehr paarweise eingeladen werden können. Wer zur Witwe oder zum Witwer geworden ist, kann plötzlich sehr allein sein. Zuerst verlassen vom Partner, dann aber auch von den Mitmenschen. In ähnlicher Form erleben das die Waisen, die ausländischen Mitbürger in unserem Land und selbstverständlich auch die Armen. Darum befiehlt Gott: „Tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen.“ Das ist sein Befehl. Das ist Gottesdienst, z. B. Menschen, die ihren Partner verloren haben, beizustehen, Fremden in unserem zu Land helfen, dass sie sich hier wohl fühlen, vielleicht sogar ein neues Zuhause finden und Armen das Notwendige zum Leben zu geben. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe, damit ihnen kein Unrecht geschieht. Jesus hat uns das vorgelebt. Er hat gesagt: „Was ihr getan habt, einem von diesen meinen geringsten Brüdern“ und dabei dachte Jesus an die Armen, die Kranken, die Gefangenen, die Fremden – „das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).
 

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