/ Wort zum Tag

1. Thessalonicher 5,25

Ein kleiner Junge geht mit seinen Eltern spazieren und entdeckt zum ersten Mal einen wunderschönen Regenbogen. Daraufhin fragt er seine Eltern: „Wofür ist der bunte Regenbogen denn Reklame?“ Was würden Sie dem Jungen antworten? Wofür macht ein Regenbogen Reklame? Er ist seit der Sintflut mit Noahs Arche ein Zeichen für Gottes Treue. Er soll jedes Mal, wenn er am Himmel steht, an Gottes Bund mit den Menschen erinnern, den er nach der Sintflut geschlossen hat: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht (1. Mose 8,22). Gott steht zu dem, was er versprochen hat. Das erleben wir jeden Tag, den Gott werden lässt und in jedem Wechsel der Jahreszeiten. Gottes Treue zeigt sich nicht nur darin, dass er die Schöpfung erhält. Seine Treue ist es, die unsere Beziehung zu ihm überhaupt möglich macht. Davon ist auch in dem Wort zum Tag die Rede, im ersten Thessalonicherbrief (5,24): „Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun.“

Paulus schließt diesen Brief mit vielen Ermahnungen ab. Er fordert die Christen zu konkretem Handeln auf, z.B.: die Unordentlichen zurecht zu weisen, die Schwachen zu tragen, ohne Unterlass zu beten, allezeit fröhlich zu sein, das Böse in jeder Gestalt zu meiden. Wenn man diese Anweisungen so auf sich wirken lässt, dann stellt sich die Frage, wie soll ein Christ das alles schaffen? Aber die Ermahnungen sind nicht das letzte Wort. Im Anschluss daran kommt dieser entscheidende Satz: „Treu ist er, der euch ruft, er wird’s auch tun.“

Wir haben einen lebendigen Herrn, der uns bei unserem Namen ruft. Und wenn er uns ruft, dann be-ruft er uns. In einer Parallelstelle – in 1. Korinther 1,9 – drückt es Paulus noch deutlicher aus: „Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“ Bei dem Stichwort „Berufung“ denken wir meist an besondere Dienste in der Mission oder in der Gemeinde, also immer an irgendwelche Aktivitäten. Aber Gott beruft uns vor allem dazu, mit dem Herrn Jesus Gemeinschaft zu haben. Es geht also um eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus. Natürlich haben die Gebote und die Ermahnungen ihren Sinn, aber sie sind nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist die Beziehung zu Jesus Christus.

Gern denke ich noch an meine Jungscharzeit zurück. Als Jungscharler haben wir uns immer mit einem Gruß verabschiedet. Zum Schluss der Jungscharstunde bildeten wir einen Kreis, fassten uns an den Händen und dann klang es meist wie ein Schlachtruf „Fest und treu“. Fest und treu wollten wir als Jungscharler zueinander, aber auch zu Jesus stehen. Je älter ich wurde, desto mehr begriff ich, dass es nicht in erster Linie auf meinen Vorsatz „Fest und treu“ ankommt, sondern auf seine Treue. „Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun.“

Er wird’s tun! Was wird er tun? Im Zusammenhang des Thessalonicherbriefes geht es um unsere Bewahrung bis zur Wiederkunft Jesu. Unmittelbar vorher schreibt Paulus (23): „Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“ Wenn es von uns abhinge, dieses Ziel zu erreichen, dann wäre es hoffnungslos. Aber Gottes Treue ist es, die uns bis in den Himmel hinein bewahren wird. Deshalb können wir ganz getrost sein. Niemand wird uns aus seiner Hand reißen (Joh. 10,28). Seine Treue lässt das einfach nicht zu.

Aber was ist, wenn wir untreu sind? Wer könnte schon von sich behaupten, immer seinem Herrn treu gewesen zu sein. Paulus weiß das und sagt deshalb an anderer Stelle (2. Timotheus 2,13): selbst wenn wir untreu sind, so bleibt unser Herr doch treu. Deshalb kann ich gelassen in jeden neuen Tag gehen und mich auf den Tag der Wiederkunft Jesu freuen - Sie auch?
 

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