/ Wort zum Tag

Psalm 23,6

Bibelvers

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Psalm 23,6

Für mich strahlt der Psalm 23 immer wieder eine große Faszination aus. Er beschreibt das Vertrauen eines Menschen zu Gott. In der sehr bildhaften Sprache des Hirtenalltags werden die ganz unterschiedlichen Situationen des Lebens aufgegriffen. Saftige Weiden werden benannt wie auch dunkle Täler - als Beispiele für Wohlstand und Katastrophen. Der letzte Vers dieses Psalm 23 beschreibt die sehr persönliche Sicht des Menschen. Er hat das Vertrauen zu Gott als eine Grundlage für sein Leben festgemacht.

David heißt dieser Mann, der von sich berichtet. Sein Leben spiegelte das wider. Er hatte unendlich viel Schönes erlebt. Es gab dunkle Stunden, die ihn an den Rand seiner Existenz gebracht haben. David hatte einen sehr bewegten Lebensweg. Durch die verschiedenen Erfahrungen, die David gemacht hat, kann zum Ende dieses Psalmgebets gesagt werden: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ Diese Aussage rechnet mit Gottes Gegenwart in guten wie auch in schwierigen Zeiten. Sicher mag uns das Vertrauen zu Gott leichter von den Lippen gehen, wenn es uns gut geht. Bei Schwierigkeiten fällt uns das meist schon schwerer. Was wäre das für ein Gott, der nur dann bei uns ist, wenn die Sonne scheint? Auch Christen haben keine Erfolgsgarantie, dass nie etwas Schlimmes geschieht. Aber Christen rechnen mit der Zusage, dass Gott immer da ist. Das ist unser Glück. Die Erfahrung von Nähe und Trost und Ermutigung trägt uns wohl auch noch viel bewusster, wenn wir das in unseren Herausforderungen erfahren.

Die Entscheidung, das Leben mit Gott zu gestalten, trifft jeder Mensch für sich. Die Auswirkung davon ist eine tiefe Geborgenheit und Hoffnung. Ich kann auch in meinem Leben eine Entwicklung feststellen. Als ich Christ wurde, habe ich mich gefreut, dass ich Jesus gefunden habe. Mit der Zeit wurde die andere Erfahrung noch viel lebendiger. Ich habe mich gefreut, dass mich Jesus gefunden hat. Meine Entscheidung für Gott verlagerte sich von der Sicht, dass ich etwas tun muss, zu der Erfahrung, dass Gott schon für mich alles getan hat. Er hat meinem Leben einen Halt und eine Hoffnung gegeben. Da ist dann nicht mehr meine Leistung mein Halt, sondern Gott, der sich zu mir hält. Da ist dann nicht mehr mein Wohlstand mein Halt, sondern Gott, der mir gibt, was für mein Leben wichtig bleibt. Die Wertigkeiten werden verlagert: von Dingen zu einer Person. Dieser für mich so wohltuende Prozess dauert immer noch an. Ich habe darin aber erkannt, dass nicht die Dinge an sich Halt geben, sondern das Vertrauen zu Gott. Dabei gibt es immer wieder Gelegenheiten, in denen ich auch selbst aktiv werden kann.
 
In der Übersetzung der Guten Nachricht heißt es zu diesem Vers: „Deine Güte und Liebe umgeben mich.“ Mit tun diese Aussagen gut, weil sie auch mir den Blick öffnen, das Gute in meinem Alltag zu entdecken. Gerade weil nicht immer alles „glatt abgeht“, habe ich doch die Gewissheit, dass ich gehalten und getragen bin.
Diese Aussage findet ihren Höhepunkt in dem Bekenntnis: „... und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.“ Ob wir nun dieses Wort schon als einen Hinweis auf die Ewigkeit bei Gott sehen oder unser Leben auf dieser Erde ganz in seiner Nähe wissen, macht dann keinen großen Unterschied. Hier geht es um eine Entscheidung mit Langzeiterfahrung. Bei allem Auf und Ab im Leben ist es gut, dieses Leben mit Gott fest zu machen. Das ist kein schneller Glücksrausch. Für mich verbindet sich mit dem Begriff vom „Haus“ ein Wohnrecht. Ich bin nicht nur mal zu Besuch, nicht nur Gast bei Gott. Ich habe bei ihm Raum zum wohnen. Ich kann mich frei bewegen und die Dinge nutzen, die zur Einrichtung des Hauses gehören. Im Nachdenken, schon zu Hause zu sein, erfüllt mich das mit einer großen Freude. Auch wenn ich noch mitten in dieser Welt lebe. Ich spüre dann sehr genau, ob ich nur zögernd an der Tür stehe. Das wird z. B. daran deutlich, dass ich auch Platz an seinem Tisch habe und mein Lebenshunger gestillt ist. Es reicht für jeden, der mit dabei ist. Keiner muss leer ausgehen. Wie die Nähe von lieben Menschen aufbaut, wird uns dann auch diese Nähe zu Gott einfach gut tun. Der Wunsch, zu Hause zu sein, angekommen zu sein, hat sich erfüllt. Aus dieser inneren Ruhe kann ich immer wieder bewusst mein Leben gestalten.
 

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