/ Wort zum Tag

Psalm 84,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaot!

Psalm 84,2

Mir wird das Herz warm, wenn ich höre, mit wie viel Zuneigung und Freude der Beter im 84. Psalm vom Haus Gottes redet. Dabei geht es ihm nicht um das beeindruckende Bauwerk, so viel es darüber auch zu sagen gäbe; nicht um die prächtige Ausstattung, so sehr sie auch die Blicke auf sich ziehen mag. Ihm ist alleine wichtig: An diesem Ort begegne ich Gott. „Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott“ (V. 3). „Ich will lieber die Ttir hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten“ (V. 11). Dem Mann ist die Begeisterung abzuspüren, mit der er vom Haus Gottes redet. Dort begegnet er Gott, dort singt er mit den andern Besuchern Loblieder zur Ehre Gottes. „Die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar“ (V. 5).

Können Sie mit fröhlichem Herzen mit einstimmen in das Loblied über das Haus Gottes? Wie geht es Ihnen, wenn Sie ein Gotteshaus, eine Kirche betreten? Auf Reisen besuche ich gerne Kirchen. Und ganz gleich, ob ich einen großartigen Dom betrete oder eine kleine Kapelle am Wegesrand, ich setze mich still auf einen Platz und lasse den Raum auf mich wirken. Und ich spüre innerlich nach, was wohl die Baumeister vergangener Jahrhunderte bewogen haben mag, dieses Gotteshaus gerade so zu bauen? Prunkvoll, prächtig, eine Lust für die Augen - oder ganz schlicht. Ich werde als Besucher hinein genommen in den Lobpreis zur Ehre Gottes, der sich in Formen und Farben ausdrückt. Manchmal auch in vielen Skulpturen, kunstvoll geschnitzten Altären, großartigen oder schlichten Gemälden, in denen Geschichten aus der Bibel erzählt werden. „Die Bibel der Armen“ nannte man diese Bilder. Lesen konnten sie die Bibel nicht, aber die Bilder erzählten anschaulich, was in der Bibel steht.

Die Baumeister wollten offensichtlich sagen: Nichts von dem, was wir Menschen machen, kann groß genug sein, um deine Größe, Gott, zu würdigen ... Und manchmal erlebe ich dann unterwegs auch einen Gottesdienst in einem dieser steinernen Zeugen von Gottes Größe. Und dann spüre ich: Nicht das Bauwerk ist das Eigentliche, sondern die Menschen, die hier zusammen gekommen sind, um Gott die Ehre zu geben. Die miteinander in ihren Liedern Gott loben, ihn anbeten, seinem Wort lauschen. 
 
Ich weiß, viele Zeitgenossen haben Schwierigkeiten mit diesen „Wohnungen Gottes“. Sie können sie auf Urlaubsreisen zwar bewundern als Zeugen vergangener Baukunst, aber als Orte, in denen Gott ihnen begegnen will, bleiben sie ihnen fremd. Warum? Haben sie Schwierigkeiten mit den Menschen, die sich in Gottes Haus versammeln? Vielleicht erwarten sie dort Leute, denen das Leben perfekt gelingt. Und sie treffen auf Menschen, die im Durchschnitt nicht schlechter, aber auch nicht besser sind, nicht gottloser, aber auch nicht frömmer sind als andere in ihrer Umgebung. Vielleicht erleben sie eine Normalgemeinde mit ihrem üblichen Betrieb und Veranstaltungsprogramm, mit ihren großen und kleinen Problemen, mit ihrem großen Auftrag und ihrer bescheidenen Wirklichkeit. Was ist da schon Besonderes dran?

Das Besondere am Haus Gottes ist der lebendige Gott, der Interesse an diesen Menschen hat. Der mit seiner Liebe ihre Herzen anspricht, mit seinem Geist sie innerlich in Bewegung bringt. Und Menschen, die mit offener Erwartung ins Haus Gottes kommen, können das erleben: Gott spricht sie an. Plötzlich merken sie: Ich bin gemeint. Ein Wort aus der Bibel lässt mich nicht mehr los. Eine Liedzeile hat sich in mir festgesetzt. Ein Gebet, das jemand spricht, wird zu meinem Gespräch mit Gott. Gott hat etwas in ihnen in Bewegung gebracht, das sie durch den Tag, durch die Woche begleitet, das ihnen hilft. So mag es den Menschen damals ergangen sein, als sie ihr Loblied auf das Haus Gottes anstimmten. So kann es uns ergehen, wenn wir mit wachen Sinnen und offenen Herzen eine Kirche besuchen. Es lohnt sich. „Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaot!“
 


Kommentare

Von Sabine am .

Ein ganz herzliches Dankkeschön für diese wunderbare Auslegung. Es hat mein Herz sehr berührt. Mit so einer Liebe und Freude habe ich eine Kirche noch nie betrachtet. Die nächsten Gottesdienste in Kirchen werde ich sicher mit anderen Augen besuchen.


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