/ Wort zum Tag

2. Mose 13,18

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Darum ließ Gott das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste zum Schilfmeer.

2. Mose 13,18

Ein Weg durch die Wüste bedeutet „Sand, Sand und nochmals Sand“ und dann vielleicht ein paar Berge und sehr viel Steine. Was man aber vergeblich sucht, ist Wasser. Ein Kamel kann zwar so viel Wasser speichern, dass es bis zu siebzehn Tage davon leben kann. Menschen aber geraten schnell in eine Situation, dass sie austrocknen, und das ist lebensgefährlich, kann also zum schnellen Tode führen. Verständlich, dass Gottes Volk in der Wüstenwanderung, die ja immerhin zusammengenommen 40 Jahre dauerte, auch solchen Gefahren ausgesetzt war und schnell die Geduld verlor; dann sehnten sie sich nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurück und machten Mose und Gott heftige Vorwürfe: "Mose: warum hast du uns aus Ägypten ziehen lassen, dass du nun uns, unsere Kinder und unser Vieh vor Durst sterben lässt?“ Sie haderten mit Mose und Gott: “Mose, warum? Gott, warum?“ Sie murrten und zweifelten, sie meckerten und begehrten auf, verzagten, machten Vorwürfe, drohten, forderten und befürchteten das Schlimmste: “Wir werden jetzt hier alle miteinander zugrunde gehen.“ Mit Glauben und Vertrauen hatte das wenig zu tun, wohl aber mit Anklagen und Nostalgie: „Hätten wir doch ..., wären wir doch ...“ Fünfzehn Kapitel weiter wird uns dann die Geschichte vom goldenen Kalb erzählt - wieder dasselbe Strickmuster: „Hätten war doch ..., wären wir doch in Ägypten geblieben ...“

Uns mangelt es auch so oft an Glaube und Vertrauen in Gottes Wege mit uns. Da haben wir z. B. das Gefühl, dass es um uns und in uns so öde, so trocken und leblos ist wie in einer Wüste: eine innere Leere breitet sich aus - es ist wie zum Davonlaufen. Ist denn kein Ende in Sicht? Ist denn nirgendwo eine Wasserstelle? Warum müssen wir solche Durststrecken durchmachen? Gibt es denn gar keine Hoffnung mehr? Gott, warum hast du uns hierher geführt?

Mose hatte selbst schon früh gelernt, dass Vertrauen und Geduld in Gottes Wege mit uns zum Glauben gehören. Wie gerne hätte er doch seinem Volk aus der Sklaverei geholfen. Aber im Eifer des Gefechts erschlug er einen Ägypter und Gott ließ ihn 40 Jahre warten, bis er ihn im brennenden Dornbusch erneut zum Dienst berief. Und dann klappte das auch nicht sofort. Es dauerte wieder eine lange Zeit und wieder lernten Mose und das Volk Israel Vertrauen und Geduld in Gottes Wege: die Ägypter mussten erst durch zehn schreckliche Plagen sozusagen regelrecht mürbe gemacht werden, bis das Volk endlich in Freiheit ziehen durfte. Aber immer und immer wieder verloren sie die Geduld.

In der Bibel stehen aber auch andere Beispiele: so musste Joseph lange auf die Erfüllung seiner Träume warten, denn er saß im Gefängnis in Ägypten und es tat sich nichts. Zwei Jahre saß Paulus in Cäsarea im Gefängnis und wartete und wartete, was wohl geschehen würde. Sein Herz brannte für die Verbreitung des Evangeliums. Er hatte große Pläne und wollte immerhin noch bis nach Spanien reisen, um dort das Evangelium zu verkündigen; was für einen Sinn machte es da, die Zeit in einem Gefängnis zu vergeuden? Und Abraham wurde so ungeduldig im Warten auf den verheißenen Sohn, dass er sich in die unselige Geschichte mit der Hagar einließ.

Wir wollen oft in unserer Ungeduld Gott das Zepter des Handelns aus der Hand nehmen, weil wir nicht warten können und wollen; das bringt uns immer wieder in Schwierigkeiten. Meinen wir dann, Gott würde uns aus den Augen verlieren? Denn eher kann eine Mutter ihr Kind vergessen, als dass Gott uns vergessen würde. Er hat uns, wie der Prophet sagt, „in die Fläche seiner Hand eingraviert“, so dass er uns immer vor Augen hat. Jesus sagt, dass niemand uns aus seiner oder des Vaters Hand reißen kann. So sind wir also von zwei Händen umfasst.

Auch wenn die Bibel voll von Beispielen von Ungeduld der Gottesmenschen ist, so ist sie doch auch voller Zuversicht, dass wir Geduld lernen können, wenn wir in enger Verbindung zu Jesus stehen, denn Geduld ist eine Frucht des Geistes. Das ist ein lebenslanger Lernprozess; denn der Teufel hat keine Geduld, weil er wenig Zeit hat. Die Kinder Gottes aber dürfen sich in Geduld üben. Von der Gemeinde der Endzeit heißt es: „Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen.“ Manchmal schickt Gott uns eine Wüstenzeit, um uns in der Geduld zu üben: „Denn Trübsal bringt Geduld“, sagt Paulus, weil wir ja von Natur aus ach so ungeduldig sind. Wie viele gläubige Eltern haben ein Leben darauf gewartet, dass sich ihre Kinder einmal bekehren würden und sie das noch erleben könnten - und nichts geschah - sie starben, ohne dass sich ihre Kinder zum Herrn bekehrt haben. Oft haben mir Menschen erzählt, dass sie sich lange, nachdem ihre Eltern gestorben waren, bekehrt haben, und sie erinnerten sich an die Gebete der Eltern. Wie viele Eltern habe ich auch trösten müssen, dass Gott es sicherlich von uns nicht erwartet, die Ewigkeit ohne unsere Kinder verbringen zu müssen.
Der Apostel Jakobus vergleicht die Geduld der Glaubenden mit der selbstverständlichen Geduld des Landwirts: siehe, der Landwirt wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig. Er weiß ja nur zu genau, dass er nichts machen kann als in Geduld warten. Man stelle sich nur einmal vor, er würde den wachsenden Halmen des Feldes nachhelfen und daran zupfen - sie würden alle verdorren. Für uns sind auch sehr oft Wüstenzeiten Glaubensbewährungen, da wird unser Vertrauen manchmal auf eine harte Probe gestellt. Das Beispiel Hiobs, das auch im Jakobusbrief erwähnt wird, zeigt, dass Trübsal Geduld bringt, und dass diese Geduld uns nicht zuschanden werden lässt. Von Hiob wird sogar berichtet, als er in der tiefsten Tiefe seiner Wüstenwanderung angekommen war, sagte: “Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen- der Name des Herrn sei gelobt!“ Das klingt uns nahezu unglaublich, aber auch dies hat ihm Gott gegeben, dass er sagen konnte: “Der Name des Herrn sei gelobt!“
Wenn Sie ein ungeduldiger Mensch sind, der auch im Glauben nicht warten kann, dann trösten Sie sich: Gott hat einen langen Atem und Sie dürfen warten auf die Erfüllung von Gottes Verheißungen in Geduld, denn Geduld ist eine Frucht des Geistes Gottes, der in Ihnen ist. Um Geduld dürfen Sieheute beten; es darf ein aufrichtiges Gebet sein, das Gott so gerne erhört.
 


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