/ Wort zum Tag

Psalm 18,32

Bibelvers

Wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?

Psalm 18,32

Man findet sie in Urlaubsorten. Vor allem in bergigen Gegenden: die kleinen Läden oder Verkaufsstände, wo Bergkristalle und andere interessante Gesteinsformationen angeboten werden. Ich staune jedes Mal, was es alles gibt.

„Wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?“ Das Bibelwort für den heutigen Tag aus dem Psalm 18 will uns allerdings weder in die Gesteinskunde einführen noch in die Beschaffenheit Gottes. Hart, härter, am härtesten vielleicht. Nein. Es ist ein Ausschnitt aus einem Jubellied, das David anstimmt, als er knapp einem tödlichen Anschlag seines Widersachers Saul entronnen ist. Gott schreibt er diese Hilfe zu. „Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke. Herr, mein Fels, mein Berg, meine Burg, mein Erretter.“ Wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott? Das hört sich anders an als: „Uff, da haben wir aber Glück gehabt. Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Das Schicksal hat es gut mit uns gemeint." Das Schicksal?

David ist gut dran. Er hat eine Adresse für seinen Dank. Und den bewegt er nicht nur in seinem Herzen, sondern er äußert sich im Lob Gottes. Gott öffentlich loben! Das ist eine Einladung an uns, mit einzustimmen.

Warum verbinden viele Menschen mit dem christlichen Glauben oft Schwermütigkeit, Belastung und Probleme, ohne den anderen Grundton, den Grundton der Freude des Evangeliums, das ja Freudenbotschaft heißt? Warum loben wir Gott so wenig öffentlich? Ist es uns peinlich? Finden wir nicht den richtigen Ton? Haben wir nicht ganz viel Grund zur Dankbarkeit?

In diesen Wochen denke ich oft an die ereignisreichen Zeiten vor 20 Jahren im Sommer, im Herbst 1989 zurück, die ich in Westberlin erlebt habe. Menschen in der DDR, die ihre Hoffnung nicht mehr auf den maroden Sozialismus setzen wollten, sammelten sich zu Friedensgebeten in den Kirchen. Kirchen, die Stein gewordene Hoffnung und Vertrauen auf den lebendigen Gott darstellten. Hier fand man den Mut zum Protest. Die friedliche Revolution sammelte sich am Ort des Friedefürsten Jesus. Ich weiß, wie ich damals, selbst neu auf der Insel West-Berlin, nicht für möglich hielt, was am 9. November geschah: der Fall der Mauer. In Psalm 18 heißt es im Vers 30: „Denn mit dir, Gott, kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen.“

Unser Psalm lädt uns ein zum öffentlichen Lob Gottes. Das ist mehr als ein privates Dankeschön. Es ist persönlich und lädt andere mit ein, einzustimmen. Es bewahrt mich auch davor, von Politikern und anderen menschlich Mächtigen zu erwarten, was sie eh nicht leisten können. Sie werden weder eine gerechte Gesellschaft noch persönliches Heil und Glück schaffen können. Weil ich das nicht erwarte, werde ich getrost wählen gehen, denn es gibt unterhalb der großen Visionen viel zu gestalten, und das ist schwierig genug. Bei den wirklich wichtigen Dingen bin ich dankbar, dass ich Gott vertrauen darf. Der ist mehr als ein dekoratives Schmuckstück in meinem Leben. Das muss öffentlich bekannt werden. "Wer ist ein Fels, wenn nicht unser Herr?"
 

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