/ Wort zum Tag

Apostelgeschichte 21,14

Waren Sie gestern im Gottesdienst? Wenn Ja, dann haben Sie vielleicht das „Unser Vater“ gebetet. Es ist das bekannteste christliche Gebet. Jesus hat es seine Nachfolger gelehrt und in wenigen Sätzen grandiose Wahrheiten gesagt. Ich bete das „Unser Vater“ sehr gerne, doch bei folgendem Satz habe ich oft gemischte Gefühle: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Weshalb ich dieses flaue Gefühl im Magen habe? Der Satz: „Dein Wille geschehe“, ist einfach zu beten, wenn ich gesund bin und Gott mir Fähigkeiten schenkt. Gottes Wille ist angenehm, wenn ich im Beruf erfolgreich bin oder einem Menschen helfen kann, dass er Jesus Christus als Erlöser kennenlernen darf. Aber wie ist es, wenn ich krank werde? Wenn ich auf meine Schwächen blicke, die mir Gott trotz Gebet nicht wegnimmt? Wenn ich jemandem vergeben sollte, der mich gekränkt hat? Oder wenn ich abgelehnt werde, weil ich mich zum christlichen Glauben bekenne? Dann habe ich, ehrlich gesagt, manchmal Mühe zu beten: „Herr, dein Wille geschehe.“ Vielleicht geht es Ihnen ähnlich?

Der Apostel Paulus ist mir hier ein Vorbild. Jesus hat sich ihm auf dramatische Weise als Gottes Sohn gezeigt. Dabei wurde Paulus aufgefordert, in Zukunft Gottes Zeuge zu sein. Seit dieser Umkehr zu Jesus gibt es für Paulus nur noch ein Ziel: er wollte mit diesem Herrn und für diesen Herrn leben. Egal, was das für ihn bedeutet. Darum könnte sein Lebensmotto geheißen haben: „Des Herrn Wille geschehe.“

Auf einer seiner Missionsreisen kam Paulus in eine Ortschaft namens Cäsarea. Dort kam ein Prophet Gottes auf ihn zu und warnte ihn, nach Jerusalem zu gehen. Weshalb? Der Prophet sagte: „Wenn Paulus nach Jerusalem geht, um anderen Menschen von Jesus Christus zu erzählen, wird er von Juden gefangen genommen und muss mit dem Schlimmsten rechnen." Als Paulus‘ Freunde das hören, wollen sie ihn davon abhalten. Soweit zusammengefasst, was in der Apostelgeschichte Kapitel 21 Verse 8 bis 12 geschildert wird. Wie hätten Sie als Paulus in dieser Situation gehandelt? Paulus antwortete mutig: „Was macht ihr, dass ihr weint und brecht mir das Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus“ (Apg 21,13). Im Prinzip sagt er: „Egal, was auf mich zukommt. Sei es Leben oder Leiden. Ich bin bereit, für Jesus alles auf mich zu nehmen. Es geht nicht um meinen Willen, sondern um seinen Willen. Auch wenn ich sterben sollte." Seine Freunde merken, dass sich Paulus nicht abhalten ließ und so sagen sie: „Des Herrn Wille geschehe“ (Apg 21,14). Ob sie es so ernsthaft meinten wie Paulus? Ich weiß es nicht.

Das was Paulus zu seiner Lebenshaltung machte, hatte auch schon Jesus in einem Gebet formuliert: „Vater, dein Wille geschehe!“ Jesus hatte damit „Ja“ gesagt. Ja zum Tod am Kreuz! Das fiel ihm nicht leicht. Christus hat aus Liebe für uns Menschen gelitten. Er ist gestorben und auferstanden, damit wir leben können. Falls Sie heute von Gott Schönes erhalten, sind Sie ihm dankbar. Falls er Ihnen Schweres zumutet, beten Sie trotzdem: „Dein Wille geschehe, denn ich vertraue dir, weil du es gut mit mir meinst!“
 

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