/ Wort zum Tag

3. Mose 19,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.

3. Mose 19,2

Der lebendige Gott eröffnet mit diesen Worten eine Gesetzessammlung, indem sowohl der Gottesdienst als auch das Alltagsleben geregelt werden. Vom Heiligsein ist hier die Rede. Ein Wort, das bei uns heute kaum mehr benutzt wird. Wann benutzen wir eigentlich noch das Wort heilig?

“Das ist mir heilig”, so sagen wir manchmal, wenn wir etwas Besonderes ins Regal stellen. Sei es ein Andenken an einen lieben Freund oder ein Pokal, der im Wettkampf errungen wurde.
“Das hat der hoch und heilig versprochen!”, so beteuern wir z. B. eine wichtige Abmachung, die nicht gebrochen werden darf.
Und in Deutschlands Süden da kennt man den Ausdruck für das Auto: “Mach' mir bloß keinen Kratzer in mei Heilig's Blechle!”

Hat unser Sprachgebrauch noch etwas mit dem Bibelwort zu tun? “Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott!” Für Gott sind seine Leute also etwas Besonderes. Sie sollen heilig sein; das heißt: Sie sollen ganz zu ihm gehören. Im Alten Testament kommt dieses Wort “heilig” über 800 Mal vor. Es wird deutlich: Der lebendige Gott ist ein heiliger Gott. Das heißt: Er ist anders. Er ist Gott und kein Mensch. Er ist heilig inmitten seines Volkes. Gott erweist sich als der Andere. Er legt fest, wie ein Mensch sich ihm nähern kann. Als das Volk Israel auf dem Weg in das verheißene Land war, gab Gott die Bundeslade und das Zelt der Begegnung - die Stiftshütte. In der Königszeit bestimmte Gott, wie der Ort des Allerheiligsten auszusehen habe. Zur Begegnung mit ihm, dem heiligen Gott, gab es genaue Vorschriften. Gott erweist sich als der Andere. Er kommt Propheten wie Jesaja nahe. Jesaja und andere Propheten erzählen von Gottes unvorstellbarer Größe und Unverfügbarkeit.

Aber sie predigen auch: Gerade dieser Gott will für jeden einzelnen Menschen Retter und Erlöser sein. Die Propheten verkünden: Der Heilige Israels ist der Schöpfer jedes Menschen. Gott allein ist die Quelle für das Heil. Das Heil entspringt seiner Heiligkeit. Daher kann unser Alltagsleben auch nur mit Gottes Hilfe eine heile Welt werden. Schon im Alten Bund setzt Gott sein Volk dazu ein. Nun dürfen alle Christgläubigen hinzukommen. Das neue Gottesvolk ist durch Jesus Christus ein Volk von Heiligen. Weil ein Mensch durch Jesus Christus mit Gott verbunden sein kann, kann er auch heilig genannt werden.

Denn Jesus Christus ist der Heilige Gottes. In ihm war Gottes Herrlichkeit auf Erden sichtbar. Der Große, der ganz Andere kam in Jesus herab in unsere Welt. Er wurde Mensch. Er nahm Knechtsgestalt an. Durch sein Leiden und Sterben stiftete Gott die Versöhnung für alle Menschen. Nun kann jede Schuld gesühnt werden.
Jeder Mensch kann sich Gott nähern.

Das heißt: Wir sind für den lebendigen Gott etwas ganz Besonderes. Aber er will uns nicht nur beschützen und bewahren - will uns nicht zum Andenken an einen besonderen Platz stellen - sondern er will uns immer noch mehr ihm selbst ähnlich werden lassen.

Jesus Christus kann die Beulen und Kratzer in unserem Leben heilen. Ja, selbst wenn wir einen Totalschaden erlebten, kann er unser Leben neu und heil machen. Und das hat er “hoch und heilig” versprochen. Durch die ganze Bibel zieht sich dieser glänzende Faden, dass Gott seine Menschen liebt. Dass er ihnen die Kraft zufließen lassen will, aus seiner Heiligkeit heraus zu handeln, aus seinem Heil zu schöpfen.

Gott selbst will dafür sorgen, dass seine Leute “heilig” handeln. Was wir sagen, was wir denken, was wir tun, ja, was wir sind. Das soll alles seine Heiligkeit widerspiegeln. Dazu brauchen wir täglich seine Nähe. Unser “heilig's Blechle” kommt alle paar Wochen unter die Reinigungskur. Gottes Leute brauchen täglich die Reinigung durch Gottes Vergebung. Denn wir sollen heilig sein, ganz Gott gehören. Tag für Tag sollen wir es uns vom lebendigen Gott zusprechen lassen: “Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!” Wir Menschen bleiben Leute, die immer wieder versagen. Aber Gott erweist sich als der heilende, erlösende Gott, der uns dennoch liebt und heiligt. Das verspricht er “hoch und heilig”!
 


Kommentare

Von Renate und Peter Yonge am .

Die Losung hatten wir gelesen und wollten uns nun beim Fruehstueck die ERF-Gedanken dazu anhoeren, als wir feststellten: die Stimme kennen wir doch! Danke, dass SIE uns heute so gut auf den Tag eingestimmt haben; wir sind gespannt wie der Herr uns heute als seine Heiligen einsetzen wird. Ihnen auch viel Segen im Dienst.


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