/ Wort zum Tag

1. Petrus 5,5

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Alle miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

1. Petrus 5,5

„Wenn ich das Wort Demut schon höre, schrillen bei mir die Alarmglocken“, so habe ich die Stirne einer Frau im Ohr, die davon sprach, wie sie im Namen der Demut ausgenutzt wurde, klein gemacht, erniedrigt. Es hat keinen guten Klang, das Wort Demut. Es wurde oft missbraucht, bis dahin, dass Menschen ihr Recht vorenthalten wurde - manchmal sollte das gar noch fromm sein.

Trotz des Missbrauchs aber hat dieses biblische Wort guten Grund und eine geradezu befreiende Auswirkung. Es geht um die Demut vor Gott! Wir haben alle unsere Eigenarten, gute und weniger gute. Wir werden von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt, und das wirkt sich aus. Wer uns kennt, kann uns entsprechend beschreiben; keine gleicht der anderen und keiner ist wie der andere. Und doch gibt es Eigenschaften, die bei vielen ähnlich zu beobachten sind. Da gibt es Schüchterne und Draufgänger, Bescheidene und solche, die gerne etwas aus sich machen. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.

Hier hören wir noch von zwei anderen Eigenschaften: Hochmut und Demut. Wir kennen das Sprichwort: „Hochmut kommt vor dem Fall.“ Also: der Hochmütige überschätzt sich, er sieht nur sich, der andere bedeutet nichts. Ich bin ich. Vor wem bräuchte ich mich zu verantworten? Und dann heißt es: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ Diese Worte wollen uns zur Einsicht helfen, wie unser Leben in Demut vor Gott gesegnet und befreit ist.

Demut - das ist nicht Unterwürfigkeit. Die ist berechnend. Das will Gott nicht. Und ein demütiges Verhalten hat auch gar nichts damit zu tun, als müsse man sich alles gefallen lassen — erst recht als Christ sich fügen. Nein! Demut erkennt: Ich bin auf Gott angewiesen. Von seiner Gnade, von seiner Zuwendung lebe ich. Darum zu wissen, und das aufzugreifen, was Gott mir gibt - das ist rechte Demut. „Wir sind Bettler, das ist wahr!“ mit diesem Satz brachte Martin Luther sein Leben auf den Punkt. Und Bettler bedürfen der Gnade - demütig vor Gott, der sie annimmt - so wie sie sind! Darum konnte Martin Luther auch sagen: „Rechte Demut weiß niemals, dass sie demütig ist, denn wenn sie es wüsste, würde sie hochmütig.“ Demut vor Gott. Er richtet auf!
 


Kommentare

Von wekurz am .

Eine wunderbare Auslegung des heutigen Lehrtextes, vor Allem, des Wortes "Demut", sehr geehrter Herr Bittighofer.
Die vielen Leserbriefe dazu sprechen für sich.

Von Konrad Bollmannn am .

Demut im Gehorsam GOTT-es Wort gegenüber. Ich hasse die Sünde u. merke nicht,daß der Feind mich bereits gefangen hat. Er betrügt mich nämlich in der Hinsicht, daß ich meine Sünde nicht als Sünde erkenne. Wenn GOTT aber SEINEN Finger auf diese Wunde legt, kann ich mich heilen lassen. Satan ist ein Lügner u. ich kann auf GOTT-es Wort auch nicht eins antworten!

Nun, da ich die Sünde so recht als Sünde erkannt habe, lasse ich sie natürlich bleiben, egal, welche vielleicht für mich negative mehr

Von Cornelia Wölfling am .

Davon sollte in unseren Gottesdiensten mehr die Rede sein! Denn wenn in erzieherischem Sinn von Demut im Sinne von Unterwürfigkeit gesprochen wird, werden so oft Kinder, mal ganz knallhart gesprochen, überbehütet und damit vom rechten Weg abgebracht. Sie verlernen aus einem belasteten Gewissen heraus, auf ihre Gefühle und ihren Verstand zu hören, da ja die Wahrnehmungen der vermeintlich Übergeordneten wichtiger seien,. Schade um die Bereicherungen, die den anderen und einem selbst dadurch verlorengehen. Denn auch diese wären Geschenke Gottes gewesen.

Von Wolfgang Bönsch am .

Christliche Demut und Sanftmut hat nichts mit duckmäuserischer Haltung zu tun!

Mary Karr hat diese Unterstellung mit einem tollen Gedicht gekontert; es heißt:

»Wer die De- und Sanftmütigen nicht sind«:
Keine borstig-bärtigen Igors, gebückt unter Jutesäcken, Keine Bauern, knietief Im Matsch eines Reisfelds
Keine Leibeigenen, deren mondförmige Sicheln
Wellenförmig das Getreide fallen lassen
Das sie selbst nicht essen dürfen,
Nein, dichtet Mary Karr weiter, bei „de-und sanftmütig“ mehr

Von farkas am .

"Demut - das ist nicht Unterwürfigkeit"
Doch schon, unter den Willen Gottes!
Ich habe lange danach gerungen für mich Demut lebendig und lebbar werden zu lassen.
Demut = Barmherzigkeit nach Aussen + Gehorsam nach Innen. Das bedeutet für mich, die Beziehung zum Mitmenschen und zu Gott nach seinen Regeln zu leben.
mfg
Farkas

Von Steffen Klein am .

Sehr geehrter Herr Bittighofer,

auch mir mißfiel dieses Wort Demut jahrelang und ich hatte meine Probleme damit. Aber auch ich habe Demut mit Unterwürfigkeit, mit Selbstachtungslosigkeit, verstanden. Auch das Bild in unserer Gemeinde wurde teilweise von der älteren Generation so geprägt, nach dem Motto, alles hinnehmen, sich ducken und der Spruch auf den Lippen "Der Herr wird sich schon was dabei denken".
Aber vor einiger Zeit erklärte mir ein Freund in unserem Hauskreis eine andere mehr

Von ute hörkner am .

danke für den artikel.demut hat in unserer zeit einen negativen beigeschmack.aber wir christen tun alles für unserenherrn-jesus fordert uns dazu auf-dann lasse ich mich nicht ausnutzen und erwarte auch keinen dank von menschen!jesus allein schenkt gnade und freude und gelingen zu meinem tun.und dafür bin ich ihm von herzen dankbar und bete ihn an!in jesu liebe verbunden ute hörkner


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