/ Wort zum Tag

Markus 7,37

Bibelvers

Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

Markus 7,37

Gelegentlich hört man Erstaunliches aus dem Mund von Leuten, denen man das nie zugetraut hätte. Das trifft auch auf diesen Satz aus dem Markusevangelium zu. Eine Menschenmenge drückt ihr Erstaunen aus über das, was sie soeben mit Jesus erlebt hat. Einen Taubstummen hatte man zu ihm gebracht mit der Bitte, diesem armen Kerl zu helfen. Und dann konnte dieser Mann auf einmal klar hören und deutlich sprechen. Die Menge ist ganz aus dem Häuschen und preist Jesus mit den Worten: Er hat alles wohl gemacht!

Was waren das für Leute, die hier eine solche Lobeshymne anstimmen? Hat nicht Jesus bei anderen Gelegenheiten noch viel größere Dinge getan? Reihenweise Kranke geheilt und noch viel erstaunlichere Wunder vollbracht, ohne ein solches Lob zu ernten. Das stimmt. Aber das ist gerade das Besondere an dieser Geschichte. Jesus hält sich nämlich gerade mit seinen Jüngern weder in Judäa noch in Galiläa auf, sondern in einem von Nichtjuden besiedelten Land östlich vom See Genezareth. Im Neuen Testament wird es als das Gebiet der Zehn Städte (Dekapolis) bezeichnet. Hier war er schon einmal gewesen. Aber nur ganz kurz. Unmittelbar nach seiner Ankunft hatte er damals einen von vielen Dämonen besessenen Menschen von seiner Belastung befreit. Daraufhin baten ihn die Leute, ihr Gebiet zu verlassen. Dieser Mann war ihnen unheimlich. Allzu gern hätte der Geheilte sich seinem Wohltäter angeschlossen. Erstaunlicherweise ließ das Jesus nicht zu. Er solle den Menschen in seiner Umgebung erzählen, was Gott an ihm getan hat. Diesen Auftrag erfüllte der Geheilte gründlich. So wird uns in Markus 5, 20 berichtet.

Als nun Jesus einige Zeit später das Gebiet der Zehn Städte erneut aufsucht, findet er aufgeschlossene Zuhörer vor. Sie sehen in ihm nicht mehr den geheimnisvollen Wunderheiler, der ihnen unheimlich ist. Sie erkennen in ihm den vom Gott Israels gesandten Messias, der die Jahrhunderte alte Verheißung des Propheten Jesaja erfüllt: „Dann werden die Ohren der Tauben geöffnet … und die Zungen der Stummen frohlocken“ (Jes. 35, 5f). Wie kommen diese Menschen dazu, den Gott Israels zu preisen (Matth. 15, 31)? Von dem muss ihnen doch jemand berichtet, ihnen Zusammenhänge erklärt haben! Das kann doch nur jener Mensch gewesen sein, den Jesus von seiner Besessenheit befreit hat. Diese Menschen sind nun hellauf von Jesus begeistert. So wird der Boden für die Entstehung früher Christengemeinden in dieser Landschaft vorbereitet.

Ich staune, wie das Zeugnis eines einzelnen eine ganze Region verändert und viele Menschen aufnahmebereit gemacht hat für die Gute Nachricht. So etwas ist auch heute noch möglich. Es geschieht tatsächlich vielerorts. Warum nicht auch bei uns? Der Auftrag unseres Herrn gilt immer noch uneingeschränkt, hier und heute: Ihr werdet meine Zeugen sein (Apostelg. 1,8). Ich lade Sie ein, mit mir die Worte vom Sänger des 51. Psalms zu beten (V. 17): „Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige!“ Dann gilt es, Gelegenheiten zu nutzen, die Gott uns schenkt. Alles weitere dürfen wir getrost ihm überlassen.
 

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