/ Wort zum Tag

Jakobus 5,13

Bibelvers

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.

Jakobus 5,13

Es ist gut, in den wechselnden Situationen des Lebens, bei Freude und Leid, helfende Ansprechpersonen zu haben: z. B. Familienangehörige, gute Freunde, Seelsorger, Ärzte, Therapeuten, Anwälte. Wenn uns etwas belastet oder mit Freude erfüllt, dann haben wir meist das Bedürfnis, es anderen mitzuteilen und gegebenenfalls auch um Hilfe zu bitten. Menschen des Vertrauens haben dann für mich einen unschätzbaren Wert. Aber Seelsorger, Ärzte, Therapeuten, Anwälte haben ihre Sprechstunden und sind nicht jederzeit erreichbar. Auch die Angehörigen und beste Freunde können mir nicht immer und überall beistehen. Als ich zum Beispiel vor Jahren operiert wurde, konnte meine Frau nicht mit in den Operationssaal. Für mich war es in dem Moment eine große Hilfe, davon ausgehen zu können, dass Gott, mein Schöpfer und himmlischer Vater, uneingeschränkt für mich da sein kann. Und auch bei der Operation die Regie führt und Verstand und Hände der Ärzte lenkt. Und es gibt auch keine Zeit und keinen Ort, wo ich mich nicht im Gebet an ihn wenden könnte.
 
So empfiehlt Jakobus in seinem Brief in allen Lebenssituationen das Gespräch mit Gott: "Leidet jemand, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen." Das Gebet schließt nun weitere menschliche Gesprächspartner nicht aus, sondern ein. Wer betet, soll bei körperlichen Beschwerden einen Arzt zu Rate ziehen oder andere Menschen um Hilfe bitten, je nachdem, um welches Problem es sich handelt. Hier gibt es kein Entweder - oder. Gott gebraucht oft andere Menschen, um mir zu helfen. Es ist aber auch falsch, Gott zum „Lückenbüßer“ zu machen, und ihn erst anzurufen, wenn andere nicht zur Verfügung stehen oder mit ihren Möglichkeiten am Ende sind. So nach dem Motto: erst einmal der Arzt, und wenn der nicht mehr weiter weiß, bete ich zu Gott.

Für Menschen, die mit Gott leben, ist er der erste Gesprächspartner. Während Menschen in ihren Möglichkeiten zu helfen begrenzt sind, hat Gott doch alle Macht zu helfen. Ihm ist nichts unmöglich.
Manchmal handelt er durch Menschen und Mittel, aber er ist auch nicht darauf angewiesen. Wenn seine Hilfe nicht immer nach meinen eigenen Vorstellungen und Wünschen geschieht oder auch auf sich warten lässt, dann vertraue ich darauf, dass er in seiner Liebe und Fürsorge einen besseren Plan hat. Er weiß besser als ich selbst, was gut für mich ist.

Leidet jemand, woran auch immer, der bete! Gott ist in jedem Fall die erste und richtige Adresse. Alle meine Sorgen, Anliegen, Wünsche, Ärger bei Gott aussprechen zu können, entlastet mich. Ich weiß, dass er alles in seiner Hand hat und dass ihm nichts entgleitet. Das gibt mir das Gefühl, bei ihm ganz geborgen zu sein. Im Volksmund sagt man: „Not lehrt beten!“ Und leider war es bei mir auch schon so, dass ich erst in Zeiten der Bedrängnis stärker nach Gott fragte und betete. Aber auch in unbeschwerten Zeiten sollen wir uns Gott zuwenden. „Ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen“, schreibt Jakobus. Die Psalmen der Bibel sind gute Beispiele für gesungene Gebete. Der Bitte im Leid entspricht der Dank in Zeiten des Glücks und der Freude. Gute Gefühle lassen uns Menschen singen. Warum sonst singt mancher in der Badewanne? Gesang gehört zum fröhlichen Feiern. Wer im Vertrauen zu Gott lebt, bleibt mit Gott zu allen Zeiten im Gespräch. Der singt Gott, wenn er guten Mutes ist, zu Lob, Ehre und Dank.

Ich habe selbst schon mehrfach erfahren, dass es eine gute Rückwirkung hat, wenn ich etwa in der Gemeinde mit anderen Gott preise, auch wenn mir zunächst überhaupt nicht danach zu Mute ist. Durch das Singen und Loben richte ich den Blick auf den allmächtigen Gott und liebenden Vater. Ich sehe auf seine unbegrenzte Liebe und Macht. Das stärkt mein Vertrauen, gibt mir Zuversicht und richtet mich wieder auf. So macht das Singen von geistlichen Liedern auch in schweren Zeiten Sinn. Damit sehe ich von meinen Problemen ab und schaue auf den, der helfen und heilen kann.

Der Apostel Paulus hat uns das ja vorgemacht, als er einmal unter großen Schmerzen im Gefängnis von Philippi lag. Da lobte er Gott mit seinen Mitarbeitern mitten in der Nacht. Gott hat damals mit Befreiung aus dem Gefängnis geantwortet. Aber durch das Loben im Leid können wir auch innere Befreiung von Angst und Beklemmung erfahren.

Dieser kurze Tipp des Jakobus umspannt unser ganzes Leben. Er sagt im Grunde, Gott ist die richtige Adresse in jeder Situation unseres Lebens. Bei Freude oder Leid sollten wir uns an den wenden, dem wir alles verdanken und der alles wenden kann. In jedem Fall meint er es gut mit uns. Und er will uns in allem, was uns betrifft, begleiten. Paare versprechen sich bei der Hochzeit, in guten wie in bösen Tagen bis der Tod sie trennt, füreinander da zu sein. In der Lebensgemeinschaft mit Gott können wir noch mehr seine Treue erleben und alles mit ihm teilen. Seine Treue reicht auch über den Tod hinaus. Deshalb will ich mit Gott im Gespräch bleiben.

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