/ Wort zum Tag

Lukas 10.26.27.28

Bibelvers

Jesus sprach zu dem Schriftgelehrten: Was steht im Gesetz geschrieben? Er antwortete und sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

Lukas 10.26.27.28

Ein Gelehrter des jüdischen Gesetzes wollte Jesus also auf die Probe stellen mit seiner Frage: Was muss ich tun, dass ich das ewige Leben erbe? Jesus stellte ihm eine Gegenfrage: Was steht im Gesetz geschrieben? Damit zeigte er ihm, dass es für ihn doch eigentlich gar keine Frage sein dürfte. Prompt hatte der Schriftgelehrte die richtige Antwort parat. Er hätte sie wahrscheinlich auch im Schlaf abspulen können: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst. Das war korrekt. Aber dann nannte Jesus ihm den entscheidenden Punkt: Tue das, so wirst du leben!

Wer in der Theorie gut ist, muss es noch lange nicht in der Praxis sein. Wie viele füllen den Fragebogen zur theoretischen Führerscheinprüfung ohne Fehler aus und bei der praktischen Prüfungsfahrt fallen sie erst einmal durch. Wer in der theologischen Ausbildung glänzende Examen abgelegt hat, muss nicht automatisch auch ein guter Pastor sein. Keine Frage, gute theologische Kenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung für die Verkündigung und Seelsorge. Theorie ist wichtig für die Praxis. Aber ohne praktische Umsetzung ist sie wirkungslos.
 
In der Schule habe ich vieles gelernt, was zur Allgemeinbildung gehört. Aber es hatte später keinen praktischen Nutzen für mich. Mit manchem angeeigneten Wissen hatte ich beruflich nach der Schule nichts mehr zu tun. Ähnlich geht es manchem auch mit religiösen Informationen, die er in der Schule oder in der Gemeinde aufgenommen hat. Er macht nichts daraus. Wenn man an Schulwissen mehr auf Lager hat, als man braucht, schadet es nicht. Doch im Glauben an Jesus Christus ist es für uns entscheidend, auch zu leben, was wir wissen!

Die Informationen der Bibel sind darauf angelegt, Gottes Willen zu kennen und zu tun! Lieben kann ich nicht theoretisch. Alle mündlichen Liebeserklärungen sind unglaubwürdig, wenn ihnen keine Taten folgen. Um vielleicht manche Versäumnisse im Blick auf das Liebesgebot zu entschuldigen, theoretisierte der Schriftgelehrte weiter: Wer ist denn mein Nächster? Mit der Geschichte vom barmherzigen Samariter machte Jesus ihm deutlich: Es ist jeder Mensch, der dir in den Weg kommt und deine Zuwendung braucht. Tue das, so wirst du leben. Scheinbar nennt Jesus hier einen Weg zum ewigen Leben, der durch das eigene Tun beschritten wird. Kann man sich also doch selber für den Himmel qualifizieren? Den Mitmenschen lieben, wie sich selbst – das wird auch beim besten Willen und größtem Bemühen nicht immer gelingen. Da ist sich jeder in der Regel selber doch noch näher als der Nächste. Das weiß ich leider auch von meinem eigenen Verhalten. Der Schriftgelehrte versuchte vielleicht durch seine weitere Frage, eigene Versäumnisse zu entschuldigen.

Wenn das ewige Leben wirklich davon abhinge, dass wir Gottes Willen in allem befolgen, bliebe der Himmel wahrscheinlich leer. Ich bin froh, dass Gott in Jesus ja gerade dafür auf diese Erde gekommen ist, um unser Zu-kurz-kommen, unser Schuldig-werden und unser Versagen auf sich zu nehmen, am Kreuz zu sterben und uns zu erlösen. Könnten wir es alleine schaffen, dann hätte der Sohn Gottes nicht kommen müssen. Um sich auf Jesus einzulassen, ist es wichtig, erst einmal für sich zu erkennen, dass ich durch eigenes Tun das ewige Leben nicht verdienen kann. Und dass jeder von uns auf das angewiesen bleibt, was Jesus getan hat. Er ist der einzige Weg zum Leben.

Doch damit ist der Wille Gottes nicht außer Kraft gesetzt. Wer Gott von ganzem Herzen liebt, der liebt auch seinen Sohn Jesus Christus von ganzem Herzen. Der wird auch aus Liebe zu Gott seinen Willen für unser Leben nicht ignorieren, sondern sein Mögliches tun, diesen Willen zu erfüllen. Ich weiß, dass ich das nicht aus eigener Kraft kann. Gott will es selbst in meinen Leben kraft seines Heiligen Geistes bewirken. Und wo es nicht gelingt, erfahre ich seine Vergebung. Mein Leben steht und fällt nicht mit dem, was ich selber tue, sondern mit dem, was Jesus für mich getan hat. Durch ihn empfange ich ewiges Leben. Aus Dankbarkeit dafür möchte ich Gott zur Verfügung stehen, damit er durch mich wirken und andere lieben kann. So bleibt mein Glaube nicht theoretisch, sondern wird zum praktischen Tun.

Wer jetzt, nachdem Jesus gestorben und auferstanden ist und uns den Heiligen Geist gesandt hat, die Frage stellt: Was muss ich tun? Für den gibt es letztlich nur die Antwort, die Petrus den betroffenen und fragenden Menschen damals in Jerusalem gab: Kehr um, lass dich taufen - dann wirst du Vergebung deiner Schuld und den Heiligen Geist empfangen. In Jesus kommt Gottes Wille, auch sein Gebot der Liebe, zum Ziel.
 

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