/ Wort zum Tag

Psalm 139,1-2

Bibelvers

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

Psalm 139,1-2

Ich sage es ganz ehrlich, Big Brother interessiert mich nicht. Hierfür fehlt mir das Verständnis, dass sich Menschen in ein Camp oder eine Containersiedlung einsperren lassen und dann wird alles beobachtet, gefilmt und öffentlich gemacht. Keine Privatsphäre mehr, kein Moment, der nur dem einzelnen Menschen gehört. Jede Bewegung und jede Gemütsbewegung wird registriert – und wenn Menschen in dieser Situation an ihre Grenzen kommen, dann wird es für die Zuschauer erst richtig spannend. Ich könnte mich nicht auf so ein Experiment einlassen, ich brauche private Atmosphäre und fände es abartig, wenn andere mich auf Schritt und Tritt beobachten und analysieren würden.

Der heutige Bibeltext erzählt aber von Gott etwas ganz Ähnliches. In Psalm 139 stehen die Sätze: „HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.“ Ist also Gott wie das Big-Brother-Team? Ja, ist er sogar noch schlimmer? Er kennt sogar die Gedanken von uns Menschen. Für manche ist allein die Vorstellung der blanke Horror, schlimmer als Big Brother.

Merkwürdigerweise habe ich mit diesem Bibeltext überhaupt keine Schwierigkeiten. Ich weiß, dass Gott nicht gegen mich ist. Er spioniert mich nicht aus, er will mich nicht reinlegen oder sich an meinen Fehlleistungen ergötzen.

Wenn hier gesagt wird, dass Gott uns durch und durch kennt, dann brauchen wir vor ihm nicht zu schauspielern, dann dürfen wir so sein, wie wir sind. Ich darf so sein, wie ich bin, mit allen guten Vorsätzen, die oft in die Binsen gehen, aber auch mit allem Versagen. Ich weiß, dass er Bescheid weiß über Dinge, die ich gut gemeint habe, die aber dann so kläglich geendet sind. Er kennt meine Vorsätze und guten Gedanken, aber er kennt auch mein Pannen und meine Sünden. Und da sind Dinge und Gedanken, die nicht okay sind, die kennt er, und er weiß auch, dass mir das peinlich ist und mir da auch manches leid tut. Manchmal, wenn wieder aus guten Ansätzen nichts geworden ist, dann stehe ich vor Gott und zucke die Achseln. Ich bin traurig über mich selbst und weiß doch, dass er mir ins Herz schaut und meine Gedanken kennt. Eigentlich ist es keine Belastung, dass mich Gott besser und genauer kennt, als ich mich selbst kenne. Es ist eine Entlastung, dass ich von ihm erkannt bin und an seiner Hand sicher durch den Tag gehen kann. Für mich bedeutet das eine tröstliche Geborgenheit – einer weiß um mich. Versuchen Sie das heute auch zu praktizieren. Danken Sie Gott dafür, dass er da ist, dass seine Gedanken gute Gedanken über Sie sind. Danken Sie ihm dafür, dass er Sie besser kennt und dass seine Augen über Ihnen sind. Keine kalten Kameraaugen und gierige Blicke von lüsternen Zuschauern, sondern liebende Augen des Schöpfers und Menschenliebhabers Jesus Christus. Er schenke Ihnen heute eine tröstliche Geborgenheit.
 

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