/ Wort zum Tag

Kolosser 3,16

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.

Kolosser 3,16

Wohngemeinschaften, so genannte WGs, haben den Reiz des Neuen längst verloren. Sie sind für viele Menschen der Normalfall für preiswertes Wohnen geworden. Auch Senioren-WGs sind im Kommen. Und Mehrgenerationenhäuser sind ein interessantes Modell, das hier und da erfolgreich ausprobiert wird. Wie wir wohnen, sagt viel über uns selber aus. Die eigene Wohnung oder das Haus ist für viele die heilige Privatsphäre. Wenigstens dort kann ich bestimmen, was ich tue und wen ich rein lasse.

Diese Erfahrung nimmt die Bibel auf und überträgt sie auf unser inneres Haus: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“ (Kolosser 3,16). Das heißt: Gebt den lebendigen Worten von Jesus viel Raum bei euch. Nicht nur durch Sprüche an der Wand, sondern im Herzen, im Lebensstil und in der Zeitgestaltung. Sage mir, wie und mit wem du wohnst, und ich sage dir, wer du bist. Das gilt auch für den Stellenwert, den Jesus und Glaube und besonders sein biblisches Wort in meinem Alltag und Inneren haben.

Der Apostel Paulus wirbt dafür, hier großzügig zu sein, ja dem Wort von Jesus den Ehrenplatz einzuräumen. Er nennt sehr konkret den Nutzen: „Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“

Mit dem Wort Gottes zu leben, ist offenbar nicht reine Privatsache, sondern hat mit der Einbindung in die Gemeinschaft der Glaubenden zu tun: einander lehren und ermahnen! Sicher stimmt es, dass jeder für sich vor Gott zu einer Entscheidung kommen muss, wie er sich zu ihm stellt. Aber das jüdisch-christliche Menschenbild sagt: Wir gehören zusammen, zunächst in der engsten Gemeinschaft der Familie. Die ist nicht nur die Keimzelle der Gesellschaft, sondern Gottes gute Schöpfungsidee. Dann gehören wir in die Gemeinschaft des Ortes und des Volkes, dem wir angehören. Glaubende haben außerdem das Vorrecht, zum großen Volk Gottes zu gehören, vor Ort und weltweit. Das ist vor allem ein Schutz und eine große Chance für den Einzelnen. Wir brauchen einander, auch wenn wir es nicht immer wissen. Die „Gemeinschaft der Glaubenden“ ist nicht ohne Grund Teil des christlichen Glaubensbekenntnisses. Wir sind aufeinander angewiesen, weil keiner allein zum Ziel kommt. Die anderen sind Ergänzung für mich, gerade wenn sie anders glauben. Und ich soll Ergänzung und Hilfe für sie sein - indem wir uns gegenseitig ermahnen, also anhalten an Gott dran zu bleiben.

Wobei das Ermahnen in der biblischen Sprache zugleich ein Ermutigen ist. Das sollen wir gegenseitig tun, und zwar „in aller Weisheit“. So können und sollen wir als Jesus-Nachfolger voneinander profitieren, damit der eigene Glaube - und der des anderen - reicher und fester wird. Dass es nicht vorrangig um ungebetene Korrektur geht, sondern viel mehr um die Einübung von Dankbarkeit und Freude, zeigt der weitere Vers: „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“ Dahin soll das gegenseitige Ermutigen also führen! Das können wir doch gut gebrauchen! Die Dankbarkeit und das Lob Gottes sind oft eher unterbelichtet.

Die Psalmen aus der Bibel helfen uns dazu. Da ist noch so viel Reichtum zu entdecken! Lobgesänge in alter und neuer musikalischer Form sind ein Ausdruck der Freude an Gott. Nutzen wir sie, allein oder mit anderen! Statt „geistliche Leider“ kann man auch übersetzen „vom Geist gewirkte Lieder“. Damit ist eine wenig bekannte Erfahrung berührt, nämlich dass Gottes Geist in uns spontan neue Loblieder entstehen lassen kann. Nur eine Möglichkeit - seien wir dafür offen!

Ziel ist das dankbare Herz - ist das nicht etwas Schönes und Kostbares? Je mehr Christus in unseren Herzen wohnt, desto mehr werden unsere Herzen von Dank erfüllt sein. Dann müssen wir uns nicht aufraffen dankbar zu sein, sondern die Dankbarkeit wird zunehmend zu einer Lebenshaltung, auch in schweren Zeiten. Das bewirkt die Wohngemeinschaft, die WG mit dem Wort Gottes! Ich kann Ihnen beim besten Willen keine bessere empfehlen: "Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen."
 


Kommentare

Von Stefan Wegner am .

Hallo Herr Nehlsen,
Sie haben mir wieder bewußt gemacht, wie schön es ist, wenn mein Herz mit Dankbarkeit gefüllt ist über das, was Christus für mich getan hat und mit mir tun will. Danke! Stefan Wegner aus Bückeburg

Von Rosemarie Such am .

Guten Morgen Herr Nehlsen,
aus dankbarem Herzen kann ich Ihnen zustimmen! Die "WG mit Gott" ist die beste, die es gibt.
Einen gesegeneten Sonntag wünscht
Rosemarie Such
aus Niedersachsen


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