/ Wort zum Tag

Psalm 146,7

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Der HERR schafft Recht den Unterdrückten, er gibt den Hungernden Brot.

Psalm 146,7

Wenn das stimmen würde, was wäre das für ein Leben! Kein Hass, kein Neid, keine Missgunst mehr! Unterdrückung wäre ein Fremdwort, keiner wüsste mehr etwas damit anzufangen, Hunger wäre ausgestorben!

Doch stattdessen sterben mehr Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Der Hunger fordert mehr Todesopfer als alle Kriege. Die Zahlen sind unfassbar: Etwa alle 3,5 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung – das sind rund 25.000 Menschen am Tag, etwa zehn Millionen Menschen pro Jahr. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder, die nicht einmal ihr fünftes Lebensjahr vollenden.

Woran liegt es, dass sich die Verheißung des 146. Psalms so gar nicht erfüllt hat? Sind wir zu anspruchsvoll, dass wir die Erfüllung schon in diesem Leben erwarten? Vielleicht kommt das ja alles erst noch in Gottes ewigem Reich! Könnte aber auch sein, dass es an uns liegt, dass es unsere Aufgabe ist, an der Erfüllung göttlicher Verheißungen mitzuwirken. Und dann müssen wir gestehen, dass Generationen von Menschen versagt haben, indem sie lieber für sich selbst gesorgt haben, und das auf Kosten anderer. Der ganze Hunger dieser Welt müsste nicht sein, wenn es die Ausbeutung nicht gäbe. Wenn ein Mensch den anderen als Gottes Geschöpf sehen würde und nicht als bloße Verfügungsmasse, die dem eigenen Profit dient.

Was können wir tun, denn beten allein genügt ganz offenbar nicht? Das Beste ist es wohl, wenn wir als Christen in der Öffentlichkeit immer wieder darauf hinweisen, dass Gerechtigkeit und Frieden Gottes Ziele mit den Menschen sind. Auch wenn das Paradies vergangen ist, sollen Menschen genug zum Leben haben und sich zusammen unter Gottes Gnade stellen. Von ihm kommt alles her und auf ihn zielt alles ab. Menschen, die jetzt noch elend und in Not sind, sollen das Lob Gottes hören, damit sie wieder Freude am Leben empfinden können. Im Allgemeinen kränkt es unglückliche Menschen, wenn sie fromme Prahlereien mit anhören müssen; sie wenden sich von protzigen und stolzen Redereien ab, vielleicht fragen sie nur um so verbitterter: „Und warum hilft mir Gott nicht? Was habe ich verbrochen, dass ich so leiden muss?“ Gottes Lob kann in den Ohren von unglücklichen Menschen auch als zusätzliche Belastung gehört werden. Dabei soll es gerade ermuntern und als Trost und Befreiung gehört werden. Wenn wir also von der Güte des Herrn sprechen, wenn wir ihm Loblieder singen, tun wir das in rechter Weise nur dann, wenn wir uns gleichzeitig auch aufgerufen fühlen, tatkräftig dafür einzutreten, dem in Not geratenen Menschen zu helfen, damit er aus seinem Loch, in das er gefallen ist, herauskommt.

Gott ist unendlich groß, und man kann ihn nicht größer machen; aber sein Name gewinnt in dem Maß an Herrlichkeit, wie er allen Geschöpfen als konkrete Hilfe und Rettung bekannt wird. Es ist gut, wenn wir erkennen, dass alles Reden von Gott nichts taugt, wenn alles beim Alten bleibt, wenn die Reichen reich und die Armen arm bleiben. Wenn die Fröhlichen jubeln und die Traurigen weinen. Dann kommt gar nichts rüber!
Denn Gott macht keine halben Sachen. Er will nicht nur eine bestimmte Furcht beseitigen, sondern vielmehr die Ursache der Furcht. Und das völlig und ganz. So werden Verheißungen wahr, gelobt sei sein Name!
 


Kommentare

Von Stefan am .

Ihr Lieben - ich find das ja gut, hier so was virtuell zu unterschreiben, doch sollten wir uns doch langsam mal Gedanken machen, ob es nicht inzwischen Zeit für konkretes Handeln wird?

Wenn ich mich mit den Leuten vergleiche, die für mich Reis, Tee, Kaffe oder Baumwolle anbauen, ernten und verarbeiten, von denen Jesus sagt, dass er uns in IHNEN ganz konkret begegnet ("... das habt ihr mir getan") dann geht*s mir von Hartz IV doch noch sehr gut. Und wenn ich mir klar mache, dass aus unserer mehr


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