/ Wort zum Tag

5. Mose 5,21

Bibelvers

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.

5. Mose 5,21

Jesus sprach: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

Matthäus 5,28

Neid ist ein schlimmes Gift. Wir tappen immer wieder in die Falle des Vergleichens. Was hat er, was ich nicht habe? Warum sieht sie schöner aus? Und warum haben die neben uns so ein chices Haus, und der von der anderen Straßenseite fährt das neue Sport-Cabrio. Der Neid beginnt zu nagen im Blick auf das, was ich auch gern hätte. Und er hört auch bei Menschen nicht auf. Da ist der fesche Mann der Freundin – und schon fängt das Vergleichen wieder an – der eigene Mann steht in Gedanken neben dem anderen und macht gar keine so gute Figur. Und da ist die junge Frau des Kollegen, hübsch, attraktiv, bei jener Party zum kleinen Flirt durchaus bereit. Geht es so wie in vielen Filmen und Fernsehvorabendserien, wenn der Jagdtrieb des Mannes nach der anderen Frau entfacht ist, und wenn dann der kleine Seitensprung als Abenteuer glorifiziert wird? Man muss doch nicht alles so eng sehen, sagt man schnell – aber die Tränen werden nicht gezeigt, sondern sie werden in vielen Beziehungen heimlich geweint, die Tränen über die Risse, die da auf einmal sichtbar werden, über die Kränkungen und seelischen Verletzungen. Wenn ein anderer Mann oder eine andere Frau auf einmal interessanter war – wie viele könnten jetzt davon erzählen.

Es hat schon seinen Sinn, dass Gott die Ehe schützt, in den Zehn Geboten gleich zwei Mal. Zuerst im Gebot "Du sollst nicht ehebrechen." Und dann noch einmal im neunten oder - je nach Zählweise im 10. – Gebot. Ich lese es als Bibelwort für diesen Tag aus dem 5. Mosebuch: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau."

Kurz und bündig steht es da. Einfach und klar. Du sollst nicht begehren: Was in der Kultur der alten Welt nur vom Mann im Blick auf die Frau gesagt ist, gilt im Sinn des Gotteswortes natürlich auch umgekehrt. Nicht begehren - wenn das immer nur so einfach wäre! Lassen sich denn, so kann man jetzt fragen, lassen sich Gefühle verbergen, wenn das Begehren erwacht? Lassen sich Empfindungen bremsen, wenn sie leidenschaftlich werden? Lassen sich Eindrücke stoppen?

Ja, sie lassen sich. Gottes Gebot mutet uns das jedenfalls zu. Es mutet uns zu, dass nicht das Begehren über uns Herr wird, sondern dass Gott darüber Herr ist. So steht es als Überschrift über der Gebotsreihe: Ich bin der Herr, dein Gott. Das heißt auch: Gott ist Herr über unsere Beziehungen. Er fügt Mann und Frau in der Ehe zusammen. Er macht aus den beiden ein Ganzes. Er segnet sie und will, dass niemand aus dem Bund ausbrechen muss und dass niemand einbrechen soll.

Jesus hat die Klarheit der Herrschaft Gottes über unseren zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder beschrieben. In der Bergpredigt nimmt er zum Gebot des Nicht-Begehrens Stellung. Und er tut dies wiederum mit einer klaren und Gottes Herrschaft entsprechenden Radikalität. Jesus sagt: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

Mit den Augen, so zeigt Jesus, mit den Augen fängt es also an. Eine Frau, einen Mann begehrlich ansehen. Manchmal kann man den ersten Blick nicht vermeiden. Aber auf den zweiten Blick kommt es an. Wer regiert ihn? Darf Gott darüber Herr sein?
Und was ist, wenn doch das Begehren stärker wurde? Wenn Grenzen überschritten wurden? Und wenn Schuld drückt? Es ist Jesus, der Bergprediger, selbst, der uns den Weiterweg weist. In der Mitte der Bergpredigt steht das Vaterunser, und mitten im Vaterunser die Bitte: Und vergib uns unsere Schuld.
Wer aus der Vergebung und aus Gottes Barmherzigkeit heraus lebt, wird frei dazu, Neid und falschem Begehren fröhlich die Stirn zu bieten, weil Gott der Herr sein soll, auch über unseren Augen und Gefühlen.
 

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