/ Wort zum Tag

Johannes 10,10

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

Johannes 10,10

"Wozu sind Sie auf der Welt?", so fragte der Leiter eines Seminars vor einer kleinen Gruppe von Unternehmern, Beamten und anderen Leuten. Eine zuerst ziemlich überraschende Frage, aber er wiederholte sie: "Schreiben Sie doch mal auf: Wozu leben Sie?" Eine kurze, eine einfache Frage. Und doch nicht einfach zu beantworten. Was würden die meisten Menschen darauf sagen? Vielleicht: Um bestimmte Ziele im Beruf zu erreichen. Oder: Um eine Familie zu gründen. Oder: Um reich zu werden. Oder einfach: Um glücklich zu sein.

Ich finde es interessant, dass Jesus dieser Frage nicht ausgewichen ist. Im Gegenteil. Immer wieder hat er erklärt, wozu er da ist. Das Bibelwort für diesen Tag aus dem Johannesevangelium ist ein Beispiel dafür. Es lautet: "Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen."

Was mir dabei auffällt, ist der Subjektwechsel. Jesus sagt: Ich bin gekommen – aber nun nicht: damit ich … glücklich werde oder berühmt oder so ähnlich. Sondern Jesus sagt: damit sie das Leben haben, und mit "sie" meint er die Menschen, die zu ihm gehören. Die ihm als dem guten Hirten vertrauen. Gleich im nächsten Satz sagt Jesus: Ich bin der gute Hirte. Und dann: Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Da ist er wieder: der Subjektwechsel: Ich für sie. Mein Leben - damit sie das Leben haben, mehr noch: damit sie volles Genüge haben sollen, so übersetzt Luther; andere Übersetzungen lauten: Leben in Fülle, Leben in Überfluss, überreichlich.

Was meint Jesus damit? Sicherlich nicht, dass wir äußerlich in Saus und Braus leben, dass uns gebratene Tauben in den Mund fliegen und dass der Geldbeutel sich immer von selber füllt. Vom erfüllten Leben spricht Jesus hier, und das hängt interessanterweise nicht unmittelbar zusammen mit einem gefüllten Magen und einem gefüllten Konto. Wir erleben oft das Gegenteil: dass reiche und satte Menschen auch sehr unglücklich sein können, weil sie sich sinnlos fühlen. Was meint Jesus also dann, wenn er vom reichen Leben in Fülle spricht, von dem Leben, um dessentwillen er gekommen ist?

Er beschreibt das Leben, das er als der gute Hirte ermöglicht. Ein Leben in der Geborgenheit, im Vertrauen auf ihn, den Hirten. Ein Leben im festen Wissen, dass jeder Tag bei ihm gehalten ist und dass er mich recht führt. Darum ein Leben befreit von der Angst, ich könnte was versäumen, und erlöst von der Sorge, alles könnte irgendwie sinnlos werden. Ein Leben, das sich nicht verkrampfen muss in dauerndem Kreisen um sich selbst, das auch nicht dauernd rummachen muss an Fehlern in der Vergangenheit, sondern ein geliebtes, entspanntes, vergebenes und im besten Sinn ein gelassenes Leben – weil ich meine Tage und Jahre getrost ihm überlassen kann, ihm, dem guten Hirten Jesus Christus. Um das, so sagt er ja im Bibelwort für diesen Tag, um euch das zu bringen, dazu ist er gekommen. Dazu ging er bis in den Tod. Dazu gab er sein Leben hin, damit wir ein frohes Leben haben, glücklich in der Verbindung zu ihm.

Und wenn ich dann nachdenke über die Frage, wozu ich in der Welt bin, dann möchte ich als erstes sagen: um in der Verbindung mit dem guten Hirten Jesus Christus zu leben und von ihm immer wieder neu Leben in Fülle zu bekommen, und dann auch: die Freude darüber weiterzugeben, die Liebe, die mich trägt, weiterzuschenken, wo immer Gott mich hinstellt, die Glaubensgelassenheit auch meinen Mitmenschen zu wünschen. So befreit und froh mit Jesus zu leben – das ist Leben in Fülle, hier schon und dann erst recht bei ihm in der Ewigkeit. Um das zu schenken – dazu ist Jesus gekommen.


Kommentare

Von Fabio Trotta am .

Amen. Danke Vater, dass du immer und überall für uns da bist.
Auch wenn es nicht immer leicht ist, sich wirklich vollkommen darauf zu verlassen, weil wir Menschen eben zweifeln. Aber trotzdem reichst du uns immer wieder die Hand und gibst uns die Chance uns neu an dir auszurichten.

Von margit am .

Lieber Herr Mack,
vielen herzlichen DANK für diese guten Gedanken zu dem heutigen Wort aus Gottes Liebesbrief.
Gottes Segen Ihnen allen weiterhin in der Redaktion für die wertvollen Auslegungen, die ganz oft ermutigend und glaubensstärkend in mein Leben hineinsprechen, wie z. B. heute :)
Herzliche Grüße,
Margit Wittig


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