/ Wort zum Tag

Lukas 8,15

Bibelvers

Auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

Lukas 8,15

Jeder kann es nachvollziehen, der einen Garten besitzt oder mit Landwirtschaft zu tun hat: Da sät einer etwas aus und hofft auf einen guten Ertrag, auf reich blühende Blumenpracht oder ein wogendes Weizenfeld. Aber der Boden gibt das nicht her. An manchen Stellen wächst es nur kümmerlich oder gar nicht. Das hat verschiedene Ursachen: Die Erde ist festgetrampelt, oder voller Steine, oder Unkraut überwuchert die Saat. Nur an einigen Stellen geht der Same prachtvoll auf. – So ist das mit dem Wort Gottes, sagt Jesus. Es wird in die Herzen der Menschen ausgesät. Aber manche lassen es erst gar nicht an sich ran. Wie der festgetretene Weg die Saat nicht aufnehmen kann, so prallt alles an ihnen ab. Vielleicht hat das Leben sie hart gemacht. Helmut Thielicke, ein bekannter Theologieprofessor, sagt: Es gibt sogar asphaltierte Wege, und es gibt auch asphaltierte Herzen.
 
Dann gibt es den steinigen Untergrund, nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt. Diese Menschen, deren Christentum, ist eine oberflächliche Sache. Und das spürt man immer dann, wenn es drauf ankommt. Wenn man sich für seinen Glauben einsetzen oder Farbe bekennen muss, dann fallen sie um wie Halme auf steinigem Untergrund, sobald der Wind bläst. Der ausreichende Wurzelgrund fehlt.

Als drittes ist da das Korn, das eigentlich recht gut wachsen könnte, aber es ist nicht ohne Konkurrenz, die Dornen wachsen mit. Der Glaube wird ernst genommen, aber er ist nicht die einzige Stimme in uns und um uns herum. Man lässt das andere Kraut ein bisschen mit wachsen und merkt gar nicht, dass es dem christlichen Pflänzchen Licht und Saft wegnimmt und es schließlich ganz überwuchert. „Mit der Zeit bin ich da irgendwie ganz von abgekommen“, heißt es, und gemeint ist genau diese Sache mit den Dornen.

Schließlich wird von den Körnern erzählt, die auf gutes Land fallen und gut wachsen. Ist das nicht eine traurige Bilanz? 3:1 gegen Gottes Absichten? Nur ein Viertel des Gesäten geht auf? Ja, das klingt zunächst entmutigend. Aber: Das letzte Viertel macht die übrigen wieder wett. Denn auf dem guten Land geht die Saat hundertfach auf. Das wiegt das andere mehr als auf. Reiche Ernte also trotz schwieriger Bedingungen. Oft sehen Christen nur das Kümmerliche, die Probleme. Auch mir selber geht das oft so. Ich könnte Ihnen erzählen von Eltern, die ihre Babys taufen lassen wollen und selber nie beten. Von Konfirmandeneltern, die ihre Kinder zwei Jahre lang allein in den Gottesdienst gehen lassen und nicht ein Mal mitkommen. Von Menschen, die ich lange Zeit begleitet habe, und trotzdem sind sie dem Glauben kein Stück näher gekommen. Aber dann sind da auch die drei Geschwister aus unserem Jugendcafe, die mit leuchtenden Augen von Jesus reden und singen. Und so begeistert dabei sind, dass letztes Jahr die Eltern kamen und sagten: „Wir würden gern mal einen Grundkurs des Glaubens machen, aber abends schaffen wir es nicht. Könnten Sie das mal am Wochenende anbieten? Das interessiert uns so, und außerdem: Dann könnten wir besser mitreden, wenn unsere Kinder über den Glauben diskutieren.“ – Haben wir natürlich gemacht und gemerkt: Auch bei den Eltern wächst die Saat.

Hundertfältiger Ertrag! Darauf will Jesus unseren Blick lenken. Und im übrigen, diesem Landmann traue ich zu, dass er auch festgetretene Wege umpflügen kann, dass er den Acker von Steinen befreien kann, dass er die Dornen herausreißt, die die Pflanze des Glaubens am Gedeihen hindern. Auch bei mir selber. Die vier Bodensorten, die gibt es ja auch in meinem eigenen Leben nur allzu oft. Dass das Wort Gottes mich kalt lässt, oder dass es überwuchert wird von Sorgen oder Aktivitäten. Und deshalb möchte ich mit dem Liederdichter beten: "Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt."
 

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