/ Wort zum Tag

Lukas 5,8.10

Bibelvers

Simon Petrus fiel Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Und Jeszs sprach zu ihm: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.

Lukas 5,8.10

Vor einigen Tagen habe ich an meinem freien Tag im Garten gearbeitet. Eine angefangene Arbeit musste fortgesetzt und zu Ende gebracht werden. Meine Frau hatte damit begonnen, an einem kleinen Hang neue Erde anzufüllen, um dort Blumen zu pflanzen. Leider reichte die gekaufte Menge Blumenerde nicht aus, so dass ich eine weitere Menge besorgt und dann entsprechend verteilt habe. Zum Schluss musste die Stelle nur nochmals geglättet und geharkt werden. Dabei stieß ich auf einen Widerstand. Die Harke blieb an den Stellen, an denen meine Frau zuvor die Erde aufgetragen hatte, immer wieder an dünnen Papierbändern hängen, die mir fast wie Toilettenpapier erschienen. Natürlich zog ich die Fetzen heraus und ärgerte mich über die scheinbar schlechte Qualität der Blumenerde. In diesem Moment ahnte ich nichts davon, wie verkehrt ich mit meiner Einschätzung der Situation lag. Hatte ich doch keine nutzlosen Papierfetzen entfernt, sondern wertvolles Saatband, das meine Frau schon in die Blumenerde eingelegt hatte. Das kam allerdings erst einen Tag später heraus, als ich mit meiner Frau nochmals über die erledigte Arbeit sprach und mich dabei auch ein wenig über die, aus meiner Sicht, schlechte Qualität der Pflanzerde mit den ärgerlichen Papierstreifen beschwerte. Erschrocken und empört zugleich fragte sie mich, was ich da bloß gemacht habe? Sie konnte es kaum fassen, dass ich offenbar ihre Pflanzarbeit zerstört und die guten Saatbänder herausgezogen hatte. Nun war ich mit einem Mal zutiefst erschrocken und beschämt. Wie konnte mir solch eine Verwechslung passieren? Ich fühlte mich schlecht und dachte nur, während meine Frau mir immer noch meinen Fehler deutlich machte: Hoffentlich ist diese Situation schnell vorbei. Ich wollte nicht länger mit meinem Versagen konfrontiert werden. Schlagartig wurde mir bewusst, wie unüberlegt mein Handeln war. Ich schämte mich für meine, wie ich empfand, große Dummheit. Irgendwie spürte ich so etwas wie einen großen Abstand, einen Unterschied, zwischen meiner Frau und mir. In diesem Moment kam ich mir so ganz gering und unfähig vor.

„Herr, geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch“, sagt Petrus zu Jesus. Ich denke, hier schwingt so etwas mit von dem, was ich empfunden habe. Petrus kann die Situation kaum aushalten. Er spürt den Abstand und Unterschied, der zwischen ihm und Jesus besteht. Obwohl Jesus ihn in keiner Weise anklagt oder einen Vorwurf macht. Es ist einfach die überwältigende Erfahrung des Fischfangs, die Petrus das Gefühl gibt, nicht zu Jesus zu passen.

Und was macht Jesus daraufhin? Er geht nicht etwa weg, sondern richtet Petrus wieder auf. „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen“, sagt er zu ihm. Jesus will Petrus gebrauchen und gibt ihm einen Auftrag. Ja, mehr noch: er nimmt ihn regelrecht in Beschlag. Das klingt so überzeugend und zielgerichtet, als sei die Zustimmung des Petrus keine Frage mehr. Jesus hebt die von Petrus empfundene Distanz auf, in dem er ihn noch enger zu sich zieht. Er nimmt ihn in seinen Dienst. Petrus wird teilhaben und teilnehmen an dem, was Jesus wirkt. Gottes Wort wird in Zukunft das Netz sein, mit dem Petrus arbeitet. Und die erste Erfahrung wird die bleibende Erfahrung sein: Gottes Wort kommt nicht leer zurück. Ich bin erstaunt, wie tröstend und ermutigend Jesus mit Petrus umgeht. Ich fühle mich eingeladen und bestärkt, Gottes Wort zu hören und das zu tun, was es mir sagt.
 

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