/ Wort zum Tag

Jeremia 32,42

Bibelvers

So spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.

Jeremia 32,42

Friedrich der Große fragte einmal seinen Leibarzt: „Nenn er mir doch einen Gottesbeweis, wenn er kann!“ Der Leibarzt antwortete nach kurzer Überlegung: „Majestät, die Juden.“ Das machte den König nachdenklich. Wie viele Völker sind nach Generationen von der Bühne der Geschichte wieder verschwunden. Israel aber ist ein Volk, das tödliche Feindschaft erfahren hat wie kein zweites, und dies seit Jahrtausenden. Das Volk Israel erlitt Verfolgungen und Pogrome, „Endlösungen“ und die Drohung, ins Meer getrieben und von der Landkarte ausradiert zu werden. Trotz dieser Bedrohungen ging dieses Volk nicht unter. Zur Zeit Friedrichs des Großen war das Volk zerstreut, es lebte in der Diaspora; heute lebt ein großer Teil des Volkes wieder im Land seiner Väter, wie Gott es versprochen hatte. Das ist ein Gottesbeweis der ganz anderen Art, nicht ein Beweis der Theologen und Philosophen. Dies gab sogar einem aufgeklärten Mann wie Friedrich dem Großen zu denken.

Als vor Jahrzehnten die Fernsehserie „Holocaust“ ganz Deutschland aufwühlte, gab es im Anschluss daran eine Diskussion im Fernsehen. Dabei wurde ein jüdischer Historiker in der Runde gefragt: „Wie kann Israel das erwählte Volk Gottes sein, wie es glaubt, wenn ihm so etwas widerfährt?“ Der Jude antwortete mit einer Gegenfrage: „Wie kann so etwas überhaupt einem Volk geschehen, wenn es nicht das erwählte Volk wäre?“

Das Wort zum heutigen Tag steht in Jeremia 32,42: „Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies grosse Unheil haben kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.“ Was bedeutet das für uns? Paulus schreibt in Römer 15,4: „Was einst geschrieben wurde, das ist uns geschrieben (d.h. den an den Messias Jesus Glaubenden), damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift die Hoffnung festhalten.“ Was können wir vom Handeln Gottes an Israel lernen?

Es sind vor allem zwei Dinge:
1. Gott nimmt es gerade mit seinem Volk genau und lässt nicht fünfe gerade sein. Er hat sein Volk erzogen wie ein Vater sein Kind erzieht, damit es nicht missrät. So handelt Gott auch mit Menschen, die an Jesus glauben. Auch hier nimmt es Gott genau, und dies zu ihrem Besten.
2. Gott hat aber kein Gefallen am Strafen, sondern er sehnt sich vielmehr danach, seinem Volk Gutes zu tun und seine Verheißungen zu erfüllen: „Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil haben kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.“
Dies gilt, auch wenn diese Verheißungen damals weit weg waren und ihre Erfüllung für Israel völlig unmöglich schien. Als Jeremia diese Verheißung aufschrieb, stand gerade die größte Katastrophe bevor: die Zerstörung Jerusalems und des prachtvollen Tempels und anschließend die babylonische Gefangenschaft. Da schien es, als sei alle Hoffnung endgültig ausgeträumt, kaum jemand hätte für dieses Volk noch einen Pfifferling gegeben. Und die damaligen Juden selbst wohl auch nicht. Doch an Israel können wir sehen: Gottes Gedanken gehen viel weiter und tiefer. Dies gilt auch für die Gedanken, die er für uns hat – und für Sie!
 

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