/ Wort zum Tag

2. Mose 34,6-7

Bibelvers

HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand!

2. Mose 34,6-7

Schon einmal war Mose auf den Berg Sinai gestiegen, um von Gott Gebote zu empfangen. Doch damals konnte das Volk Israel die Rückkehr des Mose nicht erwarten – es wurde ungeduldig und baute sich seinen eigenen Gott: ein goldenes Kalb. Im Zorn darüber hatte Mose seine Gesetzestafeln zerbrochen – und nun war er wieder auf den Berg gekommen. Gott sollte ihm begegnen und erneut mitteilen, was zur Lebensordnung für sein Volk werden sollte. Die Begegnung selbst wird nicht in allen Einzelheiten beschrieben. Es heißt nur, dass Gott in einer Wolke herabkommt. Doch die Begegnung bleibt nicht stumm. Der Gott Israels kommt und schweigt nicht. Auch nach dem Tanz um das goldene Kalb, also um den selbstgemachten Gott, lässt Gott sein Volk nicht in den Abgrund taumeln. Noch einmal spricht er ihm seinen guten, gnädigen Willen zu, aber nicht, ohne Mose sein Herz zu öffnen. Ausgerechnet in diesem Augenblick verkündigt sich Gott selbst als den Barmherzigen und sagt: „Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand …“ (2. Mose 34,6b-7a).

Gott zeigt, wie er für die Menschen da sein will: gnädig, barmherzig, geduldig, reich an Gnade und Treue – und das alles nach der Anbetung des goldenes Kalbs. Gott bindet sich an Menschen, obwohl deren Kennzeichen Halsstarrigkeit und Rebellion sind. Doch Gott hält dennoch zu uns und will uns immer wieder neu begegnen.

Davon lebt das Volk Israel bis heute. Davon leben auch wir. Denn Gottes Barmherzigkeit hat für uns ein Gesicht, hat einen Namen: Jesus von Nazareth. In ihm erreicht uns Gottes Gnade. Insofern gleicht diese Vorstellung Gottes einem Rettungsseil, das mir zugeworfen wird. Dieses Seil will ergriffen werden. Das bedeutet: Ich muss mir diese Worte Gottes zusprechen lassen, sie für mich persönlich in Anspruch nehmen.

Wenn ich das tue, kann das mir neuen Auftrieb geben. Wenn ich meine, in der Brandung meiner Probleme umkommen zu müssen, wenn ich nicht mehr ein und aus weiß, dann darf ich wissen: Gottes Geduld und Treue sind noch nicht zu Ende. Seine Barmherzigkeit ist gerade für mich da, wenn ich auf der ganzen Linie versagt habe. Gott weiß in seiner Gnade immer noch einen Ausweg.

Wenn ich Gott so begegne, dann geht das nicht spurlos an meinem Leben vorbei. So hat das auch der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch erfahren. Er schreibt:

„Und wenn ich nicht wüsste,
wohin meinen Kopf zur Ruhe betten,
in dieser törichten Zeit,
und kein Abend mein unruhiges Herz aufnähme
in die wohltuenden Arme der Dämmerung,
so wird mein Gemüt doch gerettet
durch die Barmherzigkeit Gottes,
und meine Seele bleibt unverwundet durch seine Güte
und meine Heiterkeit darf ich allzeit ausüben
durch seinen Geist, der so unendlich ist,
dass er kein Ende berührt, auch wenn er im Kreise ginge.“

Buch-Tipp:
Hüsch, Hanns Dieter; Seidel, Uwe
Ich stehe unter Gottes Schutz
Psalmen für Alletage
160 S., Paperback, 2006 tvd
ISBN 978-3-926512-13-0, 11.70 € 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren