/ Wort zum Tag

Psalm 146,9

Bibelvers

Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen.

Psalm 146,9

Gott ist ein Freund der Migranten. Deshalb heißt es in Psalm 146,9: „Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen.“ Was verbindet die beiden Gruppen miteinander? Sie haben es schwer im Leben, weil sie einen großen Verlust verarbeiten müssen. Die Waisen und Witwen haben den Vater und Ehemann verloren, der sie bis dahin versorgt hat. Jetzt sind sie auf sich allein gestellt und oft auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Ganz ähnlich geht es den Migranten. Sie haben auch einen großen Verlust erlitten, ihre Heimat, mit der sie vertraut waren. Manche waren aus unterschiedlichen Gründen verfolgt oder sie hatten einfach nicht genug zum Leben. Nun leben sie mit Menschen zusammen, deren Sprache und Lebensgewohnheiten sie nicht kennen. Manchmal spüren sie auch, dass sie nicht willkommen sind. Man geht ihnen aus dem Weg und will mit ihnen nichts zu tun haben. Darum sind ihre Gesichter oft so traurig und hoffnungslos.

Gibt es denn niemand, der nach ihnen fragt, sich mit ihnen verständigt und ihnen beim Leben in der fremden Gesellschaft hilft? Der Dichter des Psalms 146 beschreibt einen Ausweg, der aufhorchen lässt: „Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen.“ Woher weiß er das? Der Dichter ist Jude, kommt aus dem Volk Israel und kennt dessen Geschichte. Dieses Volk Israel erlebte am Anfang seiner Geschichte das Schicksal von Migranten. Seine Vorväter hatten ihre Heimat verlassen, um für ihre Großfamilien genug zum Leben zu haben. Sie wurden in einer Migrantensiedlung angesiedelt, betrieben Ackerbau und Viehzucht und wurden später zu Bauarbeiten herangezogen. Man behandelte sie wie rechtlose Migranten und beutete sie schamlos aus. Gott erbarmte sich über das Volk Israel und führte es aus der Sklaverei in die Freiheit. Das Volk Israel verdankt bis heutet seine Existenz dem Gott, der, wie der Psalmdichter schreibt, die Fremdlinge behütet und Waisen und Witwen erhält. Mit unserer heutigen Ausdrucksweise gesagt: Gott ist ein Freund der Migranten, der Waisen und Witwen.

Weil das so ist, kann das Schicksal der Menschen, die ihre Heimat aus wirtschaftlichen Zwängen oder wegen Verfolgung verlassen haben, den Menschen, die Jesus Christus nachfolgen und durch ihn Gott als ihren Vater verehren, nicht gleichgültig sein. Gott schenkt ihnen ein offenes Herz für Migranten und hilfsbereite Liebe für Witwen und Waisen. Ich lebe mit meiner Frau in einer Gemeinde, die das seit Jahrzehnten praktiziert. In ihr waren und sind Ausländer vom Balkan, aus dem Nahen Osten, aus Afrika und Asien herzlich willkommen. Gemeindeglieder sprechen mit ihnen, kümmern sich um sie, vermitteln ihnen Wohnungen und begleiten sie zu den Behörden. Manche Migranten sind wegen ihres Glaubens verfolgt worden und deshalb nach Deutschland gekommen. Andere haben hier das Evangelium von Jesus Christus kennen gelernt und sind dadurch zum Glauben an Jesus Christus gekommen. In Krisenzeiten, wenn es um das Bleiberecht in Deutschland und um Abschiebung ging, haben Fachkundige aus der Gemeinde juristisch beraten. Die Gemeinde hat intensiv für Migranten, Waisen und Witwen gebetet, weil sie das Wort für diesen Tag ernst nahm: „Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält Witwen und Waisen.“ Ob das wohl auch für Sie und die Gemeinde, in der sie leben, ein Auftrag von Gott wäre? Nach meiner Meinung ganz bestimmt.
 

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