/ Wort zum Tag

Psalm 40,13.14

Bibelvers

Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Eile, HERR, mir zu helfen!

Psalm 40,13.14

Ein Junge war von seinem Vater gebeten worden, Kürbissamen zu setzen. Der Vater hatte ihm genau gezeigt, wie man das macht und wie groß die Abstände sein sollten. Eine Weile machte es dem Jungen Spaß. Doch die Sonne wurde wärmer, und das Feld schien immer größer zu werden.. Da nahm er nach einiger Zeit die noch übrigen Samen und verbuddelte sie an einer Stelle. Merkt ja doch keiner – jedenfalls im Augenblick nicht. An die Ernte, die es an den Tag bringt, dachte er nicht.

„Meine Sünden haben mich eingeholt“, sagt David in diesem Psalm. „Ich kann sie nicht überblicken, ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt.“ David hatte das ja sehr schmerzlich erlebt. Nach dem Ehebruch mit seiner Nachbarin Batseba löste eine Tragödie die andere ab in seiner Familie.

Schulden gibt es nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch bei Staaten und Firmen. Schulden, mit denen man lange gelebt hatte und die zu einem cleveren Wirtschaften zu gehören schienen, begruben eines Tages den wirtschaftlichen Erfolg wie unter einer Lawine. So ist es mit den Verfehlungen des Lebens. Vorerst scheint „Gras darüber zu wachsen“. Im Strafrecht gibt es die Verjährung. Wenn man es nur lange genug aushält oder wenn sich eine Sache hinzieht, bleibt sie strafrechtlich ohne Folgen. Doch das ist bei unserer Schuld vor Gott ein Trugschluss!

Manchmal dauert es Jahre oder Jahrzehnte, bis Sünden der Vergangenheit wieder aufbrechen. Auch in der Entwicklung der Kinder müssen wir manchmal erleben, wie unsere eigenen Fehler auferstehen. Plötzlich sehen wir wieder Dinge vor uns, die Jahre zurück gelegen haben. Manchmal werden sie uns nachts wieder bewusst. Worte, die wir gesagt haben oder die man uns gesagt hat; Versäumnisse, die uns plötzlich zu schaffen machen. Wie vieles sind wir anderen schuldig geblieben: Wir haben den Ehepartner wegen unseres beruflichen Ehrgeizes vernachlässigt; wir haben die Kinder zwar materiell gut versorgt, aber uns für sie in den entscheidenden Jahren nicht die Zeit genommen, die sie gebraucht hätten. Waren die Prioritäten wirklich richtig gesetzt? Können wir überhaupt merken, wie oft wir gefehlt haben? Ist das, was uns bewusst wird, nicht sowieso nur die Spitze des Eisberges? Was sind wir anderen Menschen schuldig geblieben! Es gibt Menschen in unserer Umgebung, die die gute Nachricht von Jesus noch nicht gehört haben. Werden sie in ihren Sünden sterben, ohne dass ihnen jemand den Weg zum ewigen Leben gezeigt hat?

Auf den ersten Blick wirken solche Erkenntnisse hart. Und doch ist es Gnade, wenn sie uns bewusst werden! Wenn wir das erleben, was ein Beter einmal so gesagt hat: „Du hast mich heimgesucht bei Nacht.“ Ja, das ist etwas Kostbares, „heim-gesucht zu werden“. Gott sucht uns auch in solchen Nächten und will uns zu sich nach Hause bringen. Er will nicht, dass wir verzweifeln und uns in Selbstvorwürfen zugrunde richten oder die Erinnerungen verdrängen. Das gelingt uns ja sowieso nicht wirklich. Ebenso wenig, wie es möglich ist, einen Ball auf Dauer unter Wasser zu halten. Irgendwann springt er doch aus dem Wasser.

Was sollen und können wir denn tun? David betet: „Eile, HERR, mich zu erretten!“ David blieb nicht bei sich und seiner Schuld stehen. Er wandte sich damit im Gebet an Gott. Wir sollten in unserer Lage nach dem ersten nicht auch noch den zweiten noch größeren Fehler machen, indem wir uns immer tiefer eingraben in unsere Selbstverurteilung oder unsere Selbstrechtfertigung. Wir dürfen viel mehr aufstehen und die bewusst gewordenen Sünden bekennen. Dies am besten in Gegenwart eines Zeugen. Wo möglich sollen wir andere, die betroffen waren, um Vergebung bitten und Dinge in Ordnung bringen. Schließlich können wir lernen, an die versprochene Vergebung zu glauben und fröhlich unsern Weg weiter gehen.

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