/ Wort zum Tag

Lukas 15,23-24

Bibelvers

Der Vater sprach: Lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.

Lukas 15,23-24

„Lasst uns essen und fröhlich sein!“ Das ist der Aufruf zu Genuss und Lebensfreude! Ist das aus einem Kochbuch? Ist das die Werbung für eine Wirtschaft? Nein, das ist aus der Bibel! Gott will, dass ich mich freue und gerne esse. Ich empfinde das überhaupt nicht als Plattheit, sondern als ganz große Erlaubnis, gesagt aus lauter Güte!

Essen Sie denn fröhlich? Hm, ich oft nicht! Mein Frühstück esse ich oft hastig, weil ich weiß: eine Menge Arbeit wartet. Manchmal trödle ich auch herum mit Zeitunglesen, das lenkt mich erst mal ab. Mein Mittagessen ist oft hastig gekocht, und ich erwische mich dabei, dass ich schon sorgenvoll an den Rest des Tages denke. Das Abendessen – ein paar Happen nebenbei, weil man am Abend nicht so viel essen sollte, der Figur wegen. Dabei esse ich unglaublich gerne! Ich finde, es gibt so viel Leckeres und Gutes, und ich kämpfe wirklich mit den Pfunden; vor Ostern habe ich es mal wieder versucht mit dem Fasten, aber viel genutzt hat es nicht.

Was verhindert mir denn den Genuss? Ich denke, dass ich mich oft nicht als Gast am Tisch des Vaters im Himmel empfinde! Viele wissen, dass dieses Bibelwort aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn stammt: “Lasst uns essen und fröhlich sein!“ Da ist der Sohn wieder zurückgekommen, dieser Hallodri, der sein ganzes Geld verjuxt hat, mit vollen Händen rausgeschmissen, und er hat solche Sehnsucht nach Zuhause, und er wagt es, und – ja, der Vater nimmt ihn wieder auf, und er feiert ein herrliches Fest, mit feinem Essen, voller Freude. Wie unglaublich schön, dass der Sohn wieder kommen darf, dass der Vater sich so freut, und das Haus von Freude erfüllt ist!

Gott ruft mich heim, in seine Nähe! Das ist das Große, dass Gott Sehnsucht nach mir hat, dass ich kommen darf, so wie ich bin, einfach nur in der Sehnsucht nach ihm. Was für ein Gott, der nicht erst fragt: „Hast du dir die Hände gewaschen, wie siehst du nur aus, und wie willst du das je wieder gut machen ...“ Nein, er sagt: „Komm, setz dich, du wirst müde sein, jetzt iss erst mal, wie ist es dir denn ergangen?“ Gott sagt das, wenn ein Mensch das erste Mal zu ihm kommt. Und da darf einer kommen, auch wenn er nach Schwein duftet, auch wenn er vollkommen am Ende ist. Da muss einer nichts bringen. Und Gott sagt: „Lasst uns essen“ – da wird keiner wie ein Bettler vor der Türe abgespeist, nein, Gott selbst setzt sich an den Tisch mit ihm. Er isst mit, wie wenn ich ein besonders wichtiger Gast wäre, oder sogar der lang erwartete Sohn oder lang erwarteteTochter.

Und ich glaube, dass alle unsere Mahlzeiten ein Abglanz von diesem Freudenfest sein können! Gott sagt das auch, wenn ich an einem normalen Tag zu ihm komme, wenn ich mich zum Frühstück oder Mittagessen niedersetze. Weil ich es auch dann nötig habe, dass einer zu mir sagt: „Lasst uns essen und fröhlich sein.“

Ich empfinde meine Tage oft als Kampf. Das mag vielen ebenso gehen, die im Beruf „ihren Mann stehen“. Oder die gerade im Auto unterwegs waren und sich geärgert haben über den Drängler dahinter. Mancher Rentner schlägt seine freie Zeit tot. Und wer krank im Bett liegt, hat sein Päckchen zu tragen. Ist der Alltag nicht sehr oft sehr mühsam? Manchmal fühle ich mich verloren in der Welt, vielleicht ähnlich wie der verlorenen Sohn? Und manchmal bin ich abends „wie tot“ und so unzufrieden mit mir; „dieser mein Sohn war tot ...“ Und dann mitten am Tag eine Essenspause - oder am Abend - trotzdem! Und die Einladung: „Lasst uns essen und fröhlich sein!“ So ist Gott zu mir! Wie ein Vater, der sich einfach freut, wenn ich in seiner Nähe bin. Mir tut es gut, wenn ich mittags bewusst esse, mich hinsetze, die Hände falte und Gott einfach danke, dass er da ist; dass er mir erlaubt, etwas Warmes zu essen, und o Wunder steht etwas auf dem Tisch. Ich danke ihm, dass er mir auch am Nachmittag helfen wird, meine Aufgaben zu tun. „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde" (Psalm 23,5)! Auch wenn schon die Feinde neben dem Tisch lauern: der Feind des Dickwerdens, der Feind „das schaff' ich nicht!“ und der Feind “Ich kann das nicht.“ Gott bereitet mir den Tisch, er will, dass ich als seine Tochter, sein Sohn, jetzt erstmal ihn sehe, und wir dann miteinander an die Arbeit gehen, oder an das Gesundwerden, oder miteinander im Auto sitzen. Ja, mitten am Tag kehre ich um zu meinem Gott ...

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