/ Wort zum Tag

1. Mose 49,18

Worauf wartet jemand auf dem Krankenlager, wenn seine Kräfte schwinden, wenn er mit seinem Sohn schon die Modalitäten seiner Beerdigung besprochen hat (1. Mose 47, 29ff.)? Klare Antwort: Er erwartet den Tod. Umso erstaunlicher, was Jakob in dieser Lage ausruft: "HERR, ich warte auf dein Heil!" Er gebraucht dabei im Hebräischen ein Wort, das auf die Sehne eines Bogens vor Abschuss des Pfeils hinweist. Gespannt warte ich auf dein Heil.

Wie kommt er dazu in solcher Lage? Hängt es damit zusammen, dass er sich mit dem Weg seiner zwölf Söhne und ihrer Zukunft befasst? „Jakobs Segen über seine Söhne“, so ist ja das ganze Kapitel überschrieben, dem die Losung heute entnommen ist. Man muss aber nur dieses Kapitel durchlesen, um fest zu stellen: Nein, viel Heil ist von diesen Zwölfen nicht zu erwarten. "HERR, ich warte auf dein Heil!" So betet Jakob, weil er in seinem langen Leben gelernt hat, nicht mehr auf List und menschliche Fähigkeiten zu vertrauen, sondern auf Gottes Möglichkeiten. Das möchte ich heute von ihm übernehmen!

Ich kenne Menschen – und manchmal gehöre ich auch zu ihnen – die haben das Schwarzsehen eingeübt und gelernt. Da beginnt eine Woche mit schwierigen Aufgaben, einer Prüfung, einem Arzt- oder Operationstermin. Und sie wissen schon am Anfang: Das werde ich nicht schaffen. Das wird schief gehen. Der andere wird das sicher vermasseln. Mit andern Worten: Sie erwarten Unheil. Und es ändert kaum ihren Horizont, wenn man ihnen sagt: Es wird nicht so schlimm kommen.

"HERR, ich warte auf dein Heil!" Dieses Gebet Jakobs will das Schwarzsehen bei Ihnen und mir heute verändern. Und das aus zweifachem Grund:
1. Gott hat bleibendes ewiges Heil durch seinen Sohn Jesus Christus geschaffen und
2. Gott hat dieses Heil für uns persönlich bestimmt.

Das Wort, das Jakob für Heil gebraucht, lautet im Hebräischen „Jeschua“. Ganz unschwer ist daraus der Name Jesus zu entnehmen. Den Jakob so gespannt erwartete, er ist gekommen. Mit seinem Sterben und Auferstehen hat er Schuld und Tod besiegt. Das war kein billiger Weg, keine schnell gebuchte Hoffnung. Da wurde das Unheil auch nicht verdrängt oder unter den Tisch gekehrt. Jesus ging – für uns – durch die äußerste Gottverlassenheit. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Aber dieser Weg geschah gerade nicht im Schwarzsehen, sondern im Festhalten an Gott, seinem Vater. So hat er uns Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit erworben und damit das ganze Heil. Wenn er sichtbar wiederkommt, werden es alle sehen. "HERR, ich warte auf dein Heil!"

Bleibt noch die Frage, ob jeder so getrost sprechen kann? Für wen das gilt? Darauf gibt der zweite Losungstext heute Antwort: Gott hat uns dazu bestimmt, das Heil zu erlangen durch unsern Herrn Jesus Christus. (1. Thess. 5,9). Gott will niemals das Unheil in unserm Leben. Das gilt sowohl, wenn er uns durch den Glauben an Jesus versöhnt und rettet, als auch, wenn er uns durch den Alltag begleitet. Jesus will und wirkt das Heil. Er will nicht mein Versagen, er will nicht, dass etwas schief geht. Und wenn beides passiert, wie bei Petrus, der über das Meer zu Jesus gehen kann, aber dann versinkt, weil er auf die Wellen, weil er schwarz sieht? Dann ist Jesu Hand da und rettet mich. Er, der mich geliebt und erlöst hat, lässt mich nicht untergehen, auch nicht im Sterben. Darum will ich am Anfang dieser Woche in der Kraft seines Heiligen Geistes diesen Blick Jakobs gewinnen und behalten: "HERR, ich warte auf dein Heil!"

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren