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Apostelgeschichte 26,16

Bibelvers

Der Herr sprach zu Paulus: Ich bin dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du von mir gesehen hast und was ich dir noch zeigen will.

Apostelgeschichte 26,16

Einer unserer Lehrer – so befanden meine Frau und ich – wäre ideal geeignet für einen Paulus-Film. Klein von Statur, Vollbart, immer für einen Streit gut, energisch in dem, was er sagt und mit guten, griffigen Formulierungen, wenn er sich schriftlich äußerte. Wahrscheinlich hat jeder von uns ein Paulus-Bild vor Augen, auch wenn es kein Foto von ihm gibt. Und dieser Paulus nimmt gerne Züge an, die wir auch bei Martin Luther finden: ein Streiter für Gott und seine Sache.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. So oft wir den Boten und die Botschaft für sich betrachten, stutzen wir ihn zurecht. Wenn Paulus darüber spricht, was Jesus Christus von ihm will, dann sieht das anders aus. Dann steht nicht Paulus groß da, sondern Jesus selbst. In der Apostelgeschichte erzählt Paulus selbst davon. Darin beschreibt er, wie Jesus Christus ihn in Dienst nahm. So heißt es im Wort für heute – Apostelgeschichte 26, 16 –: „Der Herr sprach zu Paulus: Ich bin dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du von mir gesehen hast und was ich dir noch zeigen will.“

"Ich bin dir erschienen, um dich zu erwählen." Das gibt es bei den Propheten gelegentlich, aber im Neuen Testament kommt es selten vor. "Ich bin dir erschienen, um dich zu erwählen." Und wir erinnern und, wie Jesus Christus dem Paulus erschien. „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“, so redete er ihn kurz vor der Stadt Damaskus an, und Paulus wusste nicht, wie ihm geschah. Jesus Christus zeigte sich ihm, um ihm auch klar zu machen: es ist nicht einfach die Gemeinde Jesu, die er verfolgt, es ist auch Jesus Christus selbst.

Er erwählt Paulus zum Diener und zum Zeugen. Zum Diener wird er schnell – er gibt seine Erfahrung weiter und ist nun nicht mehr der Ankläger, sondern der schriftgelehrte Zeuge, der seinen Landsleuten an der Schrift zeigt, wer der Christus ist. Das bleibt nicht ohne Folgen und Paulus spürt sie am eigenen Leib. Man nimmt ihm seinen Seitenwechsel übel. Paulus gehört bald selbst zu den Verfolgten. Es geht nicht einfach um eine Botschaft, sie betrifft auch den Boten selbst. Wer zu Jesus Christus gehört, der bekommt auch schnell eine Ahnung davon, was diese enge Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn bedeutet. Paulus wird zum Zeugen für das, was er von Jesus Christus weiß, was er gesehen hat und was er ihm noch zeigen will. Es ist mehr als ein einfaches Bezeugen von Erlebtem. Es geht auch darum, dass Jesus Christus der ist, der seine Gemeinde führt. Der sie begleitet durch die Anfechtung. Der sie begleitet auf dem Weg in die Ewigkeit. Der auf sie wartet am Ende der Zeiten. Der seine Diener und Zeugen in die Herrlichkeit Gottes hinein nimmt.

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