/ Wort zum Tag

1. Petrus 4,5

Bibelvers

Sie werden Rechenschaft geben müssen dem, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten.

1. Petrus 4,5

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Junge eines Tages heimkam und auf dem Tisch Gegenstände offen lagen, die mir einen Schreck versetzten. Meine Mutter hatte aufgeräumt und Dinge entdeckt, die ich sorgfältig meinte versteckt zu haben. Nun musste ich dazu Stellung nehmen. Rechenschaft geben über das, was ich getan oder nicht getan hatte. In dem Tagesvers heute spricht Petrus von einer ganz ähnlichen Situation: „Die Menschen werden Rechenschaft geben müssen dem, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten“, so zu lesen im 1. Petrusbrief, Kapitel 4 Vers 5.

Zugegeben: Ein sperriges Wort. Unbequem zudem. Und überhaupt – ein Gott, der zur Rechenschaft zieht, ein Gott, der richtet, ist heute nicht sehr attraktiv. Wäre es nicht werbewirksamer, diese Seite Gottes zu verschweigen und mehr von der Liebe und Barmherzigkeit zu reden? Hat man nicht viel zu oft Menschen mit der Hölle gedroht, um sie damit dem Himmel näher zu bringen? Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Sie sind mit dem Auto im Gebirge unterwegs. Kurvenreich geht es zügig bergab. Plötzlich hören Sie im Motor ein schnarrendes Geräusch. Sie halten vor einer Kurve an. Sie machen sich am Motor zu schaffen, während Ihr Partner einige Schritte in die Kurve geht und einen Schreckensschrei loslässt. Direkt hinter der Kurve ist durch einen Erdrutsch die Straße abgebrochen und ein gähnendes Loch tut sich auf. Was machen Sie? Sie werden sich gemütlich in ihr Auto setzen und beobachten wie ein Auto nach dem anderen ins Unheil fährt. Es ist doch unbarmherzig die Autofahrer in ihrer fröhlichen Fahrt zu unterbrechen. Nein – Sie werden den Autos entgegenlaufen, winken, rufen, erklären, damit keiner in den Abgrund fährt. Die Botschaft vom Gericht Gottes ist Gottes erbarmendes Rufen und Reden in dieser Zeit. Keiner soll verloren gehen. Niemand muss im Abgrund der Gottesferne verschwinden. Jeder kann gerettet werden. Dazu aber ist es notwendig zu wissen, dass ich mich eines Tages zu verantworten habe.

Rechenschaft geben heißt Stellung nehmen zur Antwort, die wir gegeben haben auf den Anspruch und Zuspruch Gottes auf und an unser Leben. Gott hat sein Wort an uns gerichtet, er hat geredet in dieser Zeit und in unser Leben hinein. In vielfältiger und oft sehr merkwürdiger Weise. Aber er hat geredet. Und am deutlichsten durch Jesus. Durch seinen Tod am Kreuz hat er deutlich gemacht, wie ernst er es mit der Sünde und dem Gericht meint. Eigentlich wäre das der Platz für uns Menschen gewesen. Für mich – das ist die Botschaft des Kreuzes. Und wie war die Antwort Ihres Lebens? Hörten Sie auf ihn oder ließen Sie sich mitreißen mit dem „Strom der Liederlichkeiten und Ausschweifungen“ wie es Petrus im Umfeld unseres Bibelzitates schildert? Dieser Strom ist ein Sog, der nach unten zieht. Der Leben nicht aufbaut, sondern zerstört. Verlorenheit fängt nicht erst mit dem Gericht an, sondern ist präsent. Wer heute bewusst Gottes gute Weisungen und Ordnungen fürs Leben ignoriert oder relativiert, wird die Folgen daraus selbst zu tragen haben. Der Prophet Jeremia sagt sehr deutlich dazu: „Du musst innewerden, wie viel Jammer und Herzeleid es mit sich bringt, den Herrn, deinen Gott zu verlassen“ - so die Lutherübersetzung.

Und deshalb redet Petrus Klartext und macht deutlich: Denkt vor der Zeit dran, dass jeder über sein Tun vor Gott Rechenschaft geben muss. Jeder muss sich mit seinem Leben identifizieren. Und wie könnte heute die Antwort auf solch einen Anspruch Gottes sein? Indem ich innehalte, d.h. einen Stopp einlege in meinem Leben und offen und ehrlich werde vor Gott. Etwa so: „Herr Jesus Christus, hier bin ich. Du kennst mein Leben. Ich möchte auf dich hören und dir folgen. Vergib, wo das nicht der Fall war und führe mich auf deinem Weg.“

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