/ Wort zum Tag

Psalm 100,2

Bibelvers

Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

Psalm 100,2

"Dienet dem HERRN mit Freuden", dass klingt für mich wie ein Befehl. Aber kann man Freude befehlen? Kann man befehlen, dass einer etwas gerne machen soll? Man kann ihn ermutigen. Man kann sagen: "Das ist doch eine schöne Aufgabe, die du da erfüllen sollst." Vielleicht stört mich das Wort "dienen" dabei am meisten. Wenn ich für meinen Dienst gut entlohnt werde, kann sicher dabei auch Freude aufkommen. Aber dienen und Lohn sind für mich so zwei widersprüchliche Dinge.

Es kann sein, dass es nur mein ureigenstes Problem ist, dass ich das nicht zusammen bringe. Also gehe ich das Ganze einmal anders an. Wann, oder besser wem würde ich denn aus Freude dienen? Vielleicht einer attraktiven Frau, die mich um etwas bitten würde. Ganz sicher einem Menschen, den ich liebe. Meiner Frau, meinen Kindern. Wenn dieser Satz "Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!" ein Befehl ist, wer befiehlt ihn denn wem? Der Befehl geht hier von einem Menschen aus, der etwas Großartiges entdeckt hat. Er hat für sich begriffen, dass alles, was er ist und hat, letztlich auf seinen Gott zurück geht. Im Schlussvers hält er fest: "Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für."

Das heißt doch: Mein Herr meint es mit mir unendlich gut. Er ist gut zu mir. Immer wieder ist er bereit, mit mir neu anzufangen und weiter zu machen. Er steht ganz treu zu mir. Und damit steht sein Entschluss fest, diesem Herrn, seinem Gott, will er freudig dienen. Vor Freude will er tanzen und jubeln. Jetzt wird mir klar, seine Aufforderung zum Dienen mit Freuden ist gar kein Befehl. Er möchte mich in seine überschäumende Freude mit hinein nehmen. Er ist ganz begeistert von seinem Gott. Er erinnert uns daran, dass der Herr allein Gott ist. Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Gott, dem das ganze All gehört. Es geht um diesen mächtigen Gott. Er hat auch uns geschaffen, zu ihm gehören wir, zu ihm darf auch ich gehören. Ist das nicht fantastisch?

Dann benutzt er ein vertrautes Bild seiner Zeit. Wir sind Schafe seiner Weide. Hier ist also gar nichts Befehl. Hier ist unendliche Freude über Gott. Diese Freude möchte er gerne mit anderen teilen. Dazu lädt er hier ein. Diesem Gott zu dienen ist für ihn das Größte, das es überhaupt gibt. Da erscheint dann seine Aussage in einem ganz anderen Licht. "Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!" Da spüren wir plötzlich den ganzen Jubel, der aus ihm heraus bricht.

Ich weiß nicht, an welcher Stelle dieses Wort Sie heute erreicht. Ich weiß nicht, wie es Ihnen gerade geht. Ob Sie mit jubeln können, oder ob sie sich jetzt traurig abwenden und denken: Für mich gilt das nicht. Ich erlebe gerade nicht den Gott, der zu mir gut ist. Mich blickt er zurzeit nicht freundlich an. Und ob ich Schaf seiner Weide bin oder sein will, weiß ich im Augenblick auch nicht so recht. Ihm mit Freunden dienen will und kann ich auf keinen Fall. Müssen Sie auch nicht. Aber auch Ihnen gilt: Seine Gnade hört niemals auf. Auch mit Ihnen will er weiter unterwegs sein. Übrigens auch gerade in der schwierigen Situation. Er hat sich nämlich nie gedrückt davor. Er ist so tief hinabgestiegen, dass er sich ganz und gar verlassen vorkam, von Mensch und Gott. Seine Gnade hat nämlich einen Namen und ein menschliches Angesicht, sie heißt Jesus Christus. In seiner Treue will er gerade Sie festhalten.

Ich hoffe und wünsche mir mit dem Psalmbeter, dass wir dann alle miteinander dahin kommen, unseren Gott zu loben. Das wir auf Höhen und in der Tiefe daran festhalten, dass er es mit uns gut meint und alles zu einem guten Ziel führt. Das wir ihn mit fröhlichen Liedern loben können, weil wir verstanden haben wer er ist. Ein Herr, der uns nicht ausnutzt. Ein Herr, der uns nicht zum Dienen zwingt. Ein Herr, der uns zuerst dient und damit ein Beispiel gibt. Weil ich das verstanden habe, will ich den Psalmbeter unterstützen und mit ihm einstimmen in seinen Jubel. Und ich will auch mit ihm darum werben, dass ganz viele es uns gleich tun. Deshalb jetzt mein Appell an Sie: "Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!"

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