/ Wort zum Tag

Psalm 133,1.3

Bibelvers

Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Denn dort verheißt der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.

Psalm 133,1.3

Geht das denn überhaupt, dass Brüder einträchtig beieinander wohnen? Krach ist doch wohl eher der Normalfall! Folgende Begegnung zum Schmunzeln wird aus dem alten Jerusalem erzählt: Es war im Jahre 48 nach Christus in Jerusalem. Die erste große Heilungskonferenz wurde im Kongresszentrum nicht weit vom Tempel entfernt abgehalten. Veranstalter waren die Urgemeinde und die Galiläischen Allianzgemeinden. Es gab einen Workshop zum Thema Blindenheilung. Dort begegneten sich zwei Männer. Wie sich herausstellte waren beide blind gewesen und von Jesus sehend gemacht worden.

„Es ist doch großartig", berichtet der eine, „Jesus nimmt Schlamm, legt ihn auf die blinden Augen, befiehlt, sich zu waschen, und dadurch verschwindet die Blindheit. Man kann nachher wirklich sehen.“ - „Schlamm?“, fragt der andere verwundert, „Jesus verwendet zur Heilung von Blindheit doch keinen Schlamm! Er spricht nur ein Wort und man kann sehen.“ - „Natürlich verwendet Jesus Schlamm!“ - „Nein, das ist ganz und gar unmöglich, er verwendet keinen Schlamm!“ -„Doch, das tut er!“ „Nein, das tut er nicht.“ Die Diskussion erhitzt sich. „Ich weiß es doch ganz genau. Ich war blind, Jesus sprach: 'Sei sehend', und jetzt sehe ich.“ - „Wenn Jesus bei deiner Heilung keinen Schlamm verwendet hat, dann kannst du gar nicht geheilt worden sein. Du bist immer noch blind. Du meinst nur, dass du sehen kannst. Weil du eine so grundlegende Glaubenslehre – den Schlammismus – verleugnest, will ich mit dir nichts mehr zu tun haben!“
Am Ende der Konferenz bilden sich zwei Denominationen – die Schlammisten und die Antischlammisten. Ihre ganze Energie verwenden und verschwenden sie bei Versuchen, sich gegenseitig zu überzeugen. Dabei vergessen sie ganz, dass um sie herum viele „Blinde“ auf Heilung warten und auch die Sehenden zwar alle unter dem einem Himmel leben, aber längst nicht alle denselben Horizont haben.

Merke: Schlammismus kontra Antischlammismus wird zum Schlammassel! In diesem Schlammassel steckt bis heute kein geringer Teil der Christenheit in Deutschland und weltweit. Das Thema Einheit unter Christen ist so alt wie die Gemeinde Jesu selbst. Weil Jesus wusste, wie schwer wir uns mit der Einheit tun würden, betete er für uns: „Sie alle sollen eins sein, genau wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in fir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein“ (Joh. 17,21).

Einige von uns sind aufgrund ihrer Veranlagung und Erziehung mehr vom Verstand als vom Gefühl her bestimmt, andere mehr vom Gefühl als Verstand. Die einen sind in einem totalitären System aufgewachsen, die anderen in einem demokratischen System. Es geht um uns! Einen jeden von uns – es geht um ausgewogenes Christsein - ja um komplementäres Denken, nicht als "Gesetz der Meder und Perser“, sondern um biblisches Denken und Handeln als Angebot Gottes an uns! Und es geht um gute und gelingende Beziehungen untereinander. Eben um: „Sehet, wie lieb sie einander haben.“ Denn darauf liegt der Segen unseres Herrn für Zeit und Ewigkeit.

Eine der größten Schwächen, die wir Christen an den Tag legen, ist unser Hang zum Extrem und zum Streiten. Dies passiert selbstverständlich auf der Grundlage des Wortes. Wenn dann der Schlammassel da ist, merken wir meist nicht mehr wie sehr wir den Pharisäern ähnlich geworden sind, die unseren Herrn Jesus weghaben wollten. Dabei sollten wir doch Jesus ähnlicher werden. Es ist allerdings meine Überzeugung geworden, dass wir Ausgewogenheit ebenso sehr lieben sollten wie sie der Teufel hasst, und dass wir uns für sie so stark einsetzen sollen wie der Teufel sie zu zerstören sucht.

Deshalb gibt es eine einfache Formel vom Kirchenvater Augustinus, die uns helfen kann, in vielen laufenden Auseinandersetzungen und Beziehungskrisen, in denen wir als Einzelne und als Gemeinden stehen, die richtige Einstellung zu finden: "Im Wesentlichen Einheit, im Nebensächlichen Freiheit, in allem Liebe."

Dies würde Gott gefallen! Das „Alte Markenzeichen“ der Christen würde auch das „Neue Markenzeichen“ der Christen: „Sehet, wie lieb sie einander haben!“
Jeder lange Weg beginnt mit einem ersten Schritt! Vielleicht ist der erste Schritt - heute!

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