/ Wort zum Tag

Apostelgeschichte 2,41

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Die sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an dem Pfingsttage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.

Apostelgeschichte 2,41

Nennen wir sie Gemeinde XYZ. Vor etwa zehn Jahren hatte diese Gemeinde einen sehr begabten und erfolgreichen Verkündiger, einen ausgesprochen geschickten Rhetoriker, zu ihrem Pastor berufen. Die Gemeinde sollte endlich wieder zahlenmäßig wachsen! Und in der Tat: Seine Predigten zogen viele Leute an. Die Kirche war voll. Mit seiner lebensnahen und Bibel-orientierten Verkündigung sprach er mitten hinein ins Leben und Sterben. Und es gab auch einzelne Bekehrungen.

Das aber war dem Leitungskreis der Gemeinde nicht genug. Bei einer Sitzung des Kirchenvorstandes sagte man dem Pastor: »Sie sind jetzt so und soviel Jahre Pastor „unserer“ Gemeinde – und noch immer ist das Gemeindewachstum recht mager. Wir haben uns von Ihnen mehr versprochen! – und weil Sie offenbar nicht in der Lage sind, die Situation nachhaltig zu verändern, möchten wir den Dienstvertrag mit Ihnen im kommenden Jahr beenden.« Punkt, fertig, aus! – als ob Gemeindewachstum - so mir nichts, dir nichts - machbar wäre!

Gemeindewachstums-Strategen empfinden den Satz in der Apostelgeschichte 2,41 als Herausforderung, es den ersten Christen nachzumachen. Immerhin: Ein Zuwachs von 25 Prozent an einem Tag – und das mit einer einzigen Predigt. Vor ein paar Wochen zählten sie etwa 120 Mitglieder – und jetzt gehörten zu ihrer Kirche auf einmal über 3000 Leute. Man könnte fast neidisch werden! Eine Predigt und über 3000 Bekehrungen! Jeder Evangelist in unserem Land kann davon nur träumen. Überspitzt gesagt: 300 engagierte Predigten bewegen vielleicht 100 seiner Hörer, die anfangen, ihr Leben der Führung Gottes anzuvertrauen.

Ich kann natürlich sagen: Das war einmalig, Ausnahme und nicht die Regel. Geburtsstunde der christlichen Kirche – und eben nicht wiederholbar. Aber wie erkläre ich dann das heutige rasante Gemeindewachstum außerhalb Europas wie zum Beispiel in Südamerika, Afrika und Asien? Was ist das Geheimnis dieser schnell wachsenden Kirchen?

Wenn ich mir die betreffende Predigt des Petrus etwas genauer anschaue (Vers 14-40), dann ist sie nicht besonders aufregend. Petrus bezeugt das Heilshandeln Gottes durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi und fordert seine Hörer zur Lebensumkehr auf. Der Inhalt seiner Predigt besteht aus etlichen Bibelzitaten und wenigen Grundaussagen des Evangeliums – und doch sind seine Hörer davon aufs Tiefste berührt, bis ins Innerste getroffen. "Es ging ihnen (wie ein Stich) durchs Herz", bezeugt der Verfasser der Apostelgeschichte.

Es war eine Predigt in der Kraft des Heiligen Geistes! Kein Evangelist, kein Pastor, kein Prediger kann Bekehrungen "machen" oder eine Erweckung – und sei seine Verkündigung methodisch und inhaltlich noch so hervorragend. Wenn und wo der Geist Gottes, der Heilige Geist, das bibelgebundene Wort des Predigers nicht selbst in den Herzen der Hörer lebendig macht, kommt dabei nicht mehr heraus, als höchstens ein zustimmendes Kopfnicken, aber keine Lebensumkehr. Das Entscheidende kann nur Gott tun, nämlich: "Es ging ihnen durchs Herz" (Vers 37). Wenn das geschieht, weil Gott es schenkt und bewirkt, dann können solche Verkündigungs-Wunder auch heute noch geschehen, wie es die Missionsgeschichte durch alle Jahrhunderte bis heute belegt. Gott ist es, der fragenden und suchenden Menschen das Herz für das Evangelium öffnet – und ihnen Umkehr gibt, die zum Leben führt. Allen, die Gottes Wort annehmen, weil sie seinem Wort Glauben schenken. Damals und heute.

Verkündiger sind und bleiben lediglich Werkzeuge in seiner Hand. Denn niemand verfügt über den Heiligen Geist – und darum auch nicht über Erfolg und Nicht-Erfolg seiner Predigt. Auch dann nicht, wenn wir um das Wirken des Heiligen Geistes beten.


Kommentare

Von Bernd am .

Ergänzung: Der Impuls vom Pastor Böhnig ist klasse. Einen Pastor -wie bei xyz- am G-Wachstum zu messen ist sicher zweifelhaft, aber er trägt mit dazu bei, wenn das GL-Team stimmig ist und die ganze Gemeinde jesuszentriert ist.
Die Qualität der GL muss stimmen. Zu oft verstecken sich wohl persönliche Defizite von Pastor oder /und GL hinter dem Heiligen Geist.

Von Bernd W. am .

Nur Werkzeug mit einer Qualität zu sein, reicht heute nicht mehr. Ein "Multifunktionswerkzeug" ist heute für zukunftsfähige Gemeinden notwendig. Ein Pastor braucht heute notwendigerweise auch "Geschäftsführerqualitäten",wenn die Gemeindeleitung diese nicht aufweist.

Von Bernd am .

2500 % Wachstum ist bibl. bezeugt. Nicht bezeugt ist, wieviele denn auf Dauer "umgekehrt" sind. Spontan haben sich sicherlich viele aufgrund der Warnung "Lasst euch retten vor dem Gericht Gottes, das über diese gottlose Generation hereinbrechen wird." (HfA 1. Petr. 2,40) auf das Angebot eingelassen. Das würde heute auch passieren, wenn man Menschen die Rettung + das Heil verspricht. Und was in Südamerika + Asien passiert, müsste sicher einer genauen Analyse unterzogen werden hinsichtlich Alltagstauglichkeit und Nachhaltigkeit der Bekehrungen.

Von Bernd Wegert am .

Meine Frau und ich waren am Wochenende bei einer Konferenz
in Altensteig, wo ein messianischer Pastor aus Israel gerade diese Thematik aus seiner Sicht angesprochen hat.In seiner Gemeinde nehme die Zahl der regelmäßgigen Gottesdienstbesucher ab. Er erklärt das mit seiner klaren Ausrichtung auf die unverfälschte Botschaft des Evangeliums. Interessant war sein Hinweis, dass man bei der Frage nach der Anzahl der "Gläubigen" in der Gemeinde zurückfragen müsse:"Meinen Sie die Zahl derer, die das mehr

Von wekurz am .

Was Jürgen schreibt ist das Eine, das Andere ist - wer braucht denn Gott und Jesus, wenn es ihm gut geht?! In den Entwicklungsländern sieht das ganz anders aus. Hier herrscht zum Teil sehr große Not.

Von Renate am .

Danke für diese klare Botschaft! Allein dort, wo der Geist Gottes wirkt, dessen Werkzeuge wir sein dürfen, wenn wir uns von ihm umgestalten lassen, kann es Wachstum geben.

Von Jürgen am .

Hier in Deutschland gäbe es wohl erst solches Gemeindewachstum zu verzeichnen, wenn Jesus als Torwart in der deutschen Nationalmannschaft spielen würde, denn die meisten Menschen hierzulande wollen gerne Action, Bewegung und Tore sehen, sozusagen als Motivationstraining für den ganz persönlichen Glauben! Eventuell würde ja schon ein 3:0 dann von Mittelfeldstürmer Jona reichen (machte glaub' ich derzeit Werbung für Wal-Mart). Wer danach noch nicht glaubte, wäre selbst dran schuld :o)


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren