/ Wort zum Tag

Psalm 26,8

Bibelvers

HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

Psalm 26,8

Das Haus Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.

1. Timotheus 3,15

„Tut mir auf die schöne Pforte,
führt in Gottes Haus mich ein;
ach, wie wird an diesem Orte
meine Seele fröhlich sein!
Hier ist Gottes Angesicht,
hier ist lauter Trost und Licht.“


Vielleicht beginnt am heutigen Sonntag mancher Gottesdienst mit diesem Lied. Benjamin Schmolck hat es gedichtet. Am Anfang des 18. Jahrhunderts war er Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz/Schlesien. Diese Kirche mag er im Sinn gehabt haben, als er das Lied gedichtet hat: "Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht." In dieser Kirche habe ich meinen Einschulungs-Gottesdienst erlebt, und vor wenigen Jahren sah ich sie wieder - ich bringe sie einfach mit diesem Lied in Zusammenhang.

Auch der Beter des 26. Psalms bekennt seine Liebe zum Haus des Herrn: „HERR, ich habe lieb die Stätte deiner Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt." Der Erbauer des Tempels, der König Salomo, war sich dessen bewusst, dass ein Mensch kein Haus bauen kann für den Gott, den aller Himmel Himmel nicht fassen können. Aber er weiß auch: Gott will ein Haus, in dem er angebetet wird, in dem sein Volk ihn anrufen soll. Das Haus Gottes soll uns Menschen die Begegnung mit Gott erleichtern - es soll ein Ort sein, der uns ehrfürchtig stimmt, der uns zur Stille führt, der uns etwas von der Schönheit Gottes erahnen lässt. Das Erleben der Nähe, der Gegenwart Gottes soll uns stärken für das Leben in der Welt und uns bewusst machen: Dieses Leben ist nicht alles - es gibt mehr, es gibt anderes und Besseres!

Die Apostel und die ersten Christen - so lesen wir in der Apostelgeschichte - gingen noch regelmäßig in den Tempel. Aber sie feierten das Mahl des Herrn auch schon „hier und da in den Häusern“ (Apg. 2,46 und 3,1). Und Paulus nahm an allen möglichen Orten die Gelegenheit wahr, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Auch er spricht vom Haus Gottes - so in seinem ersten Brief an Timotheus: „Das Haus Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit“ (1. Tim. 3,15). Das Haus Gottes besteht also für ihn aus „lebendigen Steinen“ (1. Petr. 2,5) - es ist die Gemeinde des lebendigen Gottes.

Gott wohnt und lebt durch seinen Geist in den Menschen, die an ihn glauben. Er macht sie lebendig, er führt sie zur Gemeinde zusammen, er lässt sie einen Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit werden. Das ist eine hohe Erwartung, eine große Verpflichtung. Sie erinnert an das Wort Jesu vom Salz der Erde und vom Licht der Welt. „Gott hat uns seiner Wahrheit Schatz zu wahren anvertrauet“, sagt der Liederdichter Friedrich Spitta. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der sich Unglaube und Torheit brüsten, in der kaum noch oder gar nicht mehr nach Gott, dem Vater Jesu Christi, gefragt wird, in der Menschen sich selbst zum Maßstab machen.

Alle diese Erscheinungen beeinflussen auch uns als Christen. uns als Gemeinde des lebendigen Gottes. „Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit“ können wir nur sein und bleiben, wenn wir uns an Gottes Wort halten, wenn die Bibel unser Haupt-Buch bleibt - bei aller Wertschätzung guter christlicher Literatur. „Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit“ können wir nur sein und bleiben, wenn wir, wie Paulus sagt, „wahrhaftig sind in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“ (Eph. 4,15). Wenn dann noch unsere Gottes-Häuser einladend sind, können Menschen ehrlich beten: „HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den 0rt, da deine Ehre wohnt.“

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