/ Wort zum Tag

Kolosser 1,19-20

Bibelvers

Es hat Gott wohlgefallen, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel.

Kolosser 1,19-20

Erfüllung – dieses Wort weckt Erwartungen: Das Brautpaar ist begeistert über der Erfüllung fast aller Wünsche. Die Bittenden warten auf die Erfüllung ihrer Gebete. Und die Bevölkerung ist erschüttert über der Erfüllung des angekündigten Amoklaufs in einer Schule – mit erneut vielen Toten. Und was wird bei Ihnen in Erfüllung gehen? Ob etwas erfüllt wird oder nicht, das hängt zu einem guten Teil damit zusammen, wie realistisch unsere Erwartungen sind.

Im Kolosserbrief werden zwei grundverschiedene Konzeptionen einander gegenüber gestellt. Da ist einerseits die realistische Erwartung des Apostels Paulus. Ihr entgegen stehen die spekulativen Konzeptionen der Irrlehrer aus Kleinasien, die sich im Vergleich zum Apostel besonders aufgeklärt fühlen. Im Brief an die Kolosser, Kapitel 1,19-20 lesen wir: „Es hat Gott wohlgefallen, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel.“ Dieser Botschaft widersprachen die so genannten „Gnostiker“, das waren Leute, die als scheinbar besonders „Eingeweihte“ – spekulative Lehren vertraten. Sie meinten, sie wüssten alles über Engel, Dämonen und Geister (n. W. Barclay, Einleitung zu Kol.). Sie wüssten auch detailliert Bescheid über Gott und über Christus. In ihren Systemen hatte die Unterscheidung der sichtbaren Welt von der unsichtbaren Welt (1,16) eine große Bedeutung. In ihrer Lehre gab es eine Stufenleiter von Geistwesen; dazu gehörten unter anderem „thronoi - Throne“, aber auch „Herrschaften, Mächte und Gewalten“ (1,16).

Diese Spekulanten hatten kein Verständnis für die Bedeutung von Jesus Christus als Sohn Gottes (1,13) und als „Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ (1,15). In ihren Konzeptionen stellten sie Geist und Materie als unvereinbare Gegensätze einander gegenüber. Als Pneumatiker, d. h. als Geistesmenschen – wie sie sich fühlten, lehnten sie Jesus Christus als Gottes Sohn ab. Sie meinten, es sei unmöglich, dass in Jesus Christus wirklich Gott, in seiner ganzen „Fülle wohnen sollte“ (1,19).

Paulus vertrat eine andere Position: Gerade das ist das Evangelium; das ist die gute Nachricht zur Erlösung der Welt und zur Vollendung von Gottes Plan. Die Erfüllung der Verheißungen ist zusammengefasst im Bekenntnis: „Es hat Gott wohlgefallen, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel.“

Damit werden wir vor zwei sehr persönliche Fragen gestellt: 1. Bin ich bereit, auf irreführende Spekulationen zu verzichten und Gottes Zusagen zu glauben? Und 2. Ist mir Gottes Absicht wichtiger als alles andere: die Versöhnung mit ihm und miteinander? Denn: Christus in uns und wir in Christus: das ist die höchste Erfüllung des Lebens.

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