/ Wort zum Tag

Philipper 3,12

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Paulus schreibt: Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.

Philipper 3,12

Man muss den Dingen nüchtern ins Auge sehen. Die Augen vor den Tatsachen verschließen, bringt am Ende nichts, nur Frustration. Der junge Mann, der eine Ausbildung angefangen hat und zu der Einsicht kommt, dass dieser Beruf doch nicht der richtige für ihn ist, wird nicht zögern, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Was im alltäglichen Leben zutrifft, stimmt auch im religiösen, in geistlichen Bereich unseres Lebens. Eine nüchterne Zwischenbilanz hilft uns weiter. Wo stehe ich eigentlich auf meinem Weg mit Gott, mit Jesus? Der Apostel Paulus hat sich darüber auch so seine Gedanken gemacht. Am Ende schreibt er: „Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin“ (Philipper 3,12). Was ist dieses „es“, von dem er spricht? Ist es „das Heil“? „Die Erlösung“? „Die Rechtfertigung“, wie wir Theologen sagen? Nein, darum kann es gewiss nicht gehen. Das stand für Paulus unzweifelhaft fest, dass er mit Gott im Reinen war. Was meint er dann?

Ich stelle mir Paulus vor, wie er in einen Spiegel schaut. Nicht, um seine Schönheit zu bewundern oder die ersten grauen Haare zu beklagen. Nein, als geistlicher Mensch steht er vor dem Spiegel, als Christ zieht er Zwischenbilanz in seinem Leben. „Eigentlich (denkt er) sollte ich dem Bild, das Gott von mir hat, dem Vorbild, das Jesus mir vorgelebt hat, schon viel ähnlicher sein. Ich sollte mich nicht mehr gleich aufregen, wenn jemand mich schlecht macht; nicht mehr verzweifeln, wenn ich mich mal wieder bei demselben Fehler ertappe. Eigentlich sollte ich nach all den Jahren als Christ schon viel weiter sein, viel reifer, viel vollkommener.“

Ich denke, das geht uns ganz genau so. Am Wollen fehlt es auch bei uns nicht. Wäre es möglich, dem Bösen in unserem Leben, der Sünde, mit einem festen Entschluss ein für alle Mal eine Absage zu erteilen, sie aus unserem Leben zu verbannen - niemand würde zögern, es zu tun. Geht aber nicht! Wir sind geradezu dazu verurteilt, mit dieser Spannung zu leben. Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Je mehr unser Glaube reift, je näher wir Jesus kommen, je wichtiger uns Gottes Wort wird, desto mehr Unvollkommenheit entdecken wir an uns. Das ist kein „Programmfehler“ in unserem Bewusstsein. Das soll so sein, das ist ganz natürlich. Es ist ein Zeichen für geistliche Lebendigkeit und für inneres Wachstum zu Christus hin. Denn Paulus versteht das „Ergriffen-Sein“ von Christus geradezu als Ansporn, selbst aktiv zu sein und an sich zu arbeiten.

Christliche Lebensgestaltung ist kein Spaziergang. Sie erfordert vielmehr engagierte Aktivität. „Nachjagen“ nennt Paulus das. Wer „nachjagt“, hat ein Ziel vor Augen. Setzen Sie sich kleine, erreichbare Ziele. Dann kommen Sie voran! Was ist Ihr Ziel heute?


Kommentare

Von Regina Tschampa am .

Mehr auf mich aufpassen !!!Gelassenheit

Von Jorma am .

DANKE - bin ergriffen :-)
hatte gestern Gedankenprobleme - Gott hat sie soeben genommen *freu* mfG Gottes SEGEN ALLE die das lesen ----- Jorma ;-)


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