/ Wort zum Tag

Psalm 81,12.13

Bibelvers

Mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme. So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat.

Psalm 81,12.13

Auf wen werden Sie heute hören? Auf den Rat eines Freundes? Auf die Diagnose eines Arztes? Auf die Gemeindeleitung? Jeder Tag bringt uns tausend Hörmöglichkeiten. Nur eine davon heißt, auf Gott zu hören.

An irgendeinem Tag schaut Gott auf sein Volk und zieht Bilanz. Das Ergebnis: „Mein Volk gehorcht meiner Stimme nicht“. Eigentlich passt das nicht zusammen: Zum Volk Gottes gehören, aber nicht auf Gott hören. Trotzdem kommt es vor. Wenn Gottes Volk nicht auf Gott hört – auf wen denn dann?

„Es wandelt nach eigenem Rat.“ Man weiß selbst, wo es lang geht. Wozu also auf Gott hören? Fröhliche Feste feiern, warum nicht? Feiertage für religiöse Übungen nutzen, fürs Beten und Opfern, keine Frage. Aber das war`s dann auch schon. Im Alltag war für Gott kein Platz. Dort galten andere Gesetze: Mitnehmen, was zu haben ist. Nichts auslassen, was Spaß macht. Vorankommen, wenn`s sein muss auf Kosten der Ehrlichkeit.

Man hätte auf Gott hören können, aber man wollte nicht. Und wie reagiert Gott? Schlägt er ordentlich drein? Verhängt er eine dicke Strafe? Etwa nach dem Motto: "Wer nicht hören will, der muss fühlen"? Gott geht einen anderen Weg: Er verstockt die Herzen seines ungehorsamen Volkes: Nun müssen die Leute seines Volkes tun, was sie eben noch freiwillig taten. Gott überlässt sein Volk eine Zeitlang seinen eigenen Gedanken. Nun gibt es kein Entrinnen mehr: So kann das Volk Gottes nur noch seinen menschlichen Plänen folgen. Gottes Wege bleiben ihm verschlossen.

Gott verhängt die Verstockung also nicht über nichtsahnende, ein wenig naive oder sogar gutwillige Menschen. Die Schuld Israels wird zum Schicksal Israels. Zumindest zunächst ist die Verstockung also kein unverdientes Verhängnis.

Damit sind zwei Grundsätze gewahrt: Der Mensch ist frei in seiner Entscheidung für den Ungehorsam. Gott ist frei in seinem Handeln, Menschen gewähren zu lassen, was sie sich vorgenommen haben.

Werden jene Menschen von damals überhaupt merken, was mit ihnen passiert? Wichtig ist, dass sich dieses selbstgewählte Unheil nicht einfach vollzieht. – Es wird gedeutet: Hier als Gericht Gottes. Vielleicht ist dies eine der unauffälligsten Gerichtsarten Gottes: Einer muss tun, was er will.

Noch bedeutsamer ist: Gottes letztes Wort führt in eine andere Richtung. Selbst in seinem Gericht gibt Gott seine Liebe nicht auf. Sein Werben bleibt. Er hat Gedanken des Heils. Darum endet der Psalm, aus dem unser Wort zum Tag entnommen ist, mit der herzlichen Bitte Gottes: "Kehrt um. Verlasst eure Wege. Kommt zurück auf meine Wege. Ich werde euch gute Tage sehen lassen."

Fakt ist, Gott bringt es nicht übers Herz, sein Volk ganz los- und sich selbst zu überlassen. Von Gott aus gibt es jederzeit die Chance zum Neuanfang. Seine Liebe ist voller endloser Geduld. Findet er bei den Menschen ein offenes Ohr, würde eine neue Segensgeschichte beginnen. An nichts würde es seinem Volk fehlen. Seine Feinde müssten weichen. Er würde sein Volk mit „Honig aus dem Felsen“ und mit „bestem Weizen“ versorgen - also ihm sogar einen gewissen Luxus ermöglichen.

Es bleibt die Frage. Wie wird sich sein Volk entscheiden? Auf wen wird es in Zukunft hören? – Und für uns steht dieselbe Frage: Will ich an diesem Tag mit Gott leben oder ohne ihn? Gottes Wort will unser Herz erreichen Es will unsere Hände und Füße, unsere Worte und Gedanken bestimmen. Das ist Gottes Ziel. Ich wünsche Ihnen für heute ein offenes Ohr - für Gottes Weisungen und Warnungen, - für seine Wege und Werte.

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