/ Wort zum Tag

Römer 8,1

Bibelvers

Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Römer 8,1

„Der Trainer ist wieder einmal der Prügelknabe“, so der Kommentar eines Sportjournalisten zur Trainerentlassung eines Bundesligaclubs. Wer beachtet schon die große Verletzungsmisere vieler Stammspieler, wenn der Verein in der Tabelle ganz unten steht? Hauptsache, man findet rasch einen Schuldigen, einen „Prügelknaben“.

Haben Sie schon mal über das Wort „Prügelknabe“ nachgedacht? Es hat seinen geschichtlichen Ort in vornehmen deutschen und englischen Adelshäusern vergangener Jahrhunderte. So sorgten beispielsweise die Fürsten für eine gute, aber strenge Ausbildung ihrer Kinder. Der Unterricht wurde meistens auch mit anderen Kindern vorgenommen, die aus weniger vornehmen Kreisen stammten. Nun konnte es aber schon mal passieren, dass der vornehme Fürstensprössling in der Unterrichtszeit total aus der Rolle fiel. Natürlich musste er mit einer saftigen Strafe rechnen. Wurde allerdings eine Prügelstrafe angeordnet, so musste diese Strafe in der Regel ein anderer Schulkamerad auf sich nehmen, der nicht im Range eines Fürstensohnes stand. In England gibt es dafür die Redewendung „whipping-boys“. „To whip“, das heißt: „auspeitschen“. Das ist schon ein abscheulicher Gedanke, oder?

Aber genau das tut doch auch Jesus Christus! Freiwillig nimmt er die Strafe auf sich, die wir Menschen eigentlich verdient haben. Deshalb lässt er es sich gefallen, dass man ihn stellvertretend für uns ans Kreuz nagelt. Genau diesen Gedanken führt Paulus in der ersten Hälfte des Römerbriefes ausführlich aus. Und dann heißt es - fast wie Fazit - im Römer 8, 1: „Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus sind.“ Wenn wir diese Worte direkt aus dem griechischen Urtext übersetzten, so könnte es auch heißen: „Es gibt keine Verurteilung für den, der mit Jesus Christus (im Glauben) verbunden ist."

Welch befreiende Worte! Ich werde nicht freigesprochen aus Mangel an Beweisen oder weil die Indizienkette der Zeugen nicht ganz stimmig ist. Nein, an der gerechten Verurteilung gibt es keinen Zweifel, nicht den geringsten! Trotzdem erfolgt ein Freispruch, weil Jesus Christus die Verurteilung stellvertretend auf sich genommen hat.

Ich habe neulich etwas über einen Arzt aus dem letzten Jahrhundert gelesen. Er verstarb recht plötzlich. Im Vermächtnis fand die Witwe viele unbezahlte Rechnungen. Sie erhoffte sich darin noch unerwartete Geldeinnahmen. Aber ihr Anwalt überprüfte sorgfältig alle Rechnungen. Über jeder Rechnung stand die Handschrift des Arztes: „Erlassen - zu arm, um zu bezahlen.“ Der Anwalt riet der Witwe, den Fall ruhen zu lassen: „Im ganzen Land gibt es keine Instanz, die für Sie das Geld eintreiben würde.“ Ähnlich dürfen wir dieses Bibelwort sehen: „Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Jesus hat bereits bezahlt! Er ist unser Prügelknabe. Wir dürfen durch ein offenes Fenster auf den gnädigen Christus blicken!

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