/ Wort zum Tag

Psalm 46,2-3

Bibelvers

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht.

Psalm 46,2-3

"Gott ist meine Zuversicht und Stärke!" Der größte Fehler, den wir Christen begehen, ist meines Erachtens der, dass wir dies Bekenntnis zu selten in Anspruch nehmen. Ich sprach vor einigen Tagen mit einem jungen Mann in meiner Gemeinde. Als Jugendlicher hatte er sich mit einigen Kumpels zum Gläserrücken zusammengetan. Sie wollten sich nur einen Jux machen. Aber schnell wurde ernst daraus, denn in dem verdunkelten Raum begannen die Gläser tatsächlich, sich auf dem Brett zu bewegen, ohne dass einer der jungen Leute sie berührte. Zuerst waren sie fasziniert, dann packte sie die Angst. Sie zerbrachen die Gläser und das Brett. Nie wieder wollten sie so ein unheimliches Spiel spielen. Damit, so dachten sie, war die Angelegenheit erledigt. Für den jungen Mann aus meiner Gemeinde ist sie es nicht. Immer wieder leidet er unter Albträumen, unter tagelanger Übelkeit, die kein Arzt erklären kann. Vor einiger Zeit hat er sein Leben Jesus anvertraut. Aber die Angriffe aus dem Dunkel kommen trotzdem immer wieder.

Was ist zu tun? „Ich muss wohl lernen, mich nicht immer wieder von Jesus ablenken zu lassen!“, sagte mir der junge Mann. Da haben wir ihn, den großen Fehler. Was er meint ist: Ich muss lernen, stark zu sein und mit diesen Angriffen fertig zu werden. Das ist genau das Gegenteil dessen, was der Vers aus Psalm 46 sagt. Nicht er muss lernen, stark zu sein, denn: Der Herr ist seine Stärke! Darum habe ich ihm geantwortet: „Nein! Du musst lernen, in solchen Augenblicken der Not deine Hilfe und Stärke bei Gott zu suchen. Bete zu ihm und rufe ihn um Hilfe an. Das ist es, was Gott von dir möchte. Je schlimmer die Angriffe und je größer die Not, desto mehr will Gott für dich stark sein.“

Gott will, dass wir ihn beim Wort nehmen und um Hilfe bitten. Vor Gott und mit Gott müssen wir keine Helden sein. Er will sich mächtig erweisen. Wir dürfen uns ganz und gar auf seine Kraft verlassen und bei ihm Schutz und Hilfe suchen.
Das klingt so einfach! Aber wie geht es Ihnen damit im Alltag? Mir fällt es immer wieder schwer, Gott meine Stärke sein zu lassen. Viel lieber tue ich das, was wir von Kind an lernen: selbst stark sein, selbst die Probleme anpacken, eigene Lösungen finden. Wenn ich Gott meine Stärke sein lasse, muss ich mir dann nicht meine eigene Schwäche eingestehen? Genau das ist es, was ich nicht möchte! Lieber selbst kämpfen und den schönen Selbstbetrug bewahren, dass ich stark genug bin, um mit allem fertig zu werden. Erst wenn mir ein Problem über den Kopf gewachsen ist und ich merke, dass ich nicht damit fertig werde, dann fällt mir wieder ein: Gott ist doch meine Stärke!

Was trauen wir Gott eigentlich nicht zu, dass wir so gern selbst stark sein möchten? Dass er, der Schöpfer dieser Welt, unsere Probleme nicht kennt? Dass er, der die Welt zusammenhält, nicht stark genug ist, um uns im Leben zu helfen? Dass er, der für uns seinen Sohn geopfert hat, es nicht gut meint mit uns? Wenn ich diese Fragen bedenke, dann wird mir bewusst, dass jeder Moment, in dem ich selbst stark sein will, im Grunde ein Moment des Zweifels an Gottes Weisheit, Größe, und Liebe ist. Ein Moment der Schwäche in meiner Beziehung zu Jesus Christus.

Gott kennt auch diese Schwächen und er möchte sich auch darin für uns als stark erweisen. Als sein Kind darf ich ihn bitten: "Vater, gib mir ein festes Herz und einen Geist, der dir so sehr vertraut, dass ich dich jeden Tag und überall stark sein lassen kann für mich." Wenn Sie heute vor einem Problem stehen, das Sie lieber selbst bewältigen wollen, dann wünsche ich Ihnen, dass Gott Ihnen den Mut schenkt, ihm neu zu vertrauen und ihn zu bitten: "Herr, sei du meine Zuversicht und meine Stärke!"

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